Tierkrankheiten – Rind/Hausrind
Aufgeführte Rinderkrankheiten
Alle Krankheiten alphabetisch
Überblick
Adenoviren werden in 10 Serotypen unterteilt, z. B. das bovine Adenovirus Typ 3 (BAV-3), das zur Gattung Mastadenovirus der Familie Adenoviridae gehört. Infektionen mit dem bovinen Adenovirus betreffen vor allem das Atem- und Verdauungssystem der Rinder und führen gewöhnlich zur Zelllyse und zur Freisetzung von Viren.
Die Freisetzung von Viren über Fäkalien und Atmung dauert gewöhnlich bis zu 10 Tage an, während die Viren im Urin über 10 Wochen ausgeschieden werden können.
BAV ist insbesondere in Afrika und Mittelamerika weit verbreitet; die Krankheit wurde jedoch auch weltweit beobachtet.
Anzeichen
Mit BAV infizierte Tiere können eine Reihe von allgemeinen klinischen Anzeichen aufweisen, wie Fieber, Lethargie, mangelnder Appetit, Bauchauftreibung, Diarrhö, Teerstuhl und Gewichtsabnahme. Respiratorische Anzeichen können anfangs nasale Sekretion, Husten (mit oder ohne Blut), Kurzatmigkeit (Dyspnoe) oder schnelle Atmung (Tachypnoe) umfassen und bei Vorliegen einer sekundären bakteriellen Infektion zu Bronchopneumonie führen.
Risiken für die menschliche Gesundheit
AV scheint kein Zoonoserisiko aufzuweisen.
BesnoitioseAnfang
Überblick
Besnoitiose der Rinder ist eine über einen Vektor übertragene Krankheit, die durch das parasitische Protozoon Besnoitia besnoitihervorgerufen wird. Die Krankheit wird von einem Tier zum anderen über Insektenvektoren übertragen, insbesondere durch Stechfliegen wie Tabanus und Stomoxys. Alle Rinderarten können unabhängig vom Geschlecht und Alter betroffen sein.
Anzeichen
Rinder können schwere klinische Krankheitsanzeichen aufweisen, während infizierte Schafe oft asymptomatisch sind. Betroffene Rinder können unterschiedliche Krankheitsphasen durchlaufen und eine Reihe von Symptomen haben, wie etwa Hautverdickung und -schwellung, Haarausfall und Hautnekrose; Bullen können unfruchtbar werden. In schweren Fällen kann die Krankheit zum Tod des Tiers führen.
Im subkutanen Gewebe sowie in Faszie und Mucosa infizierter Tiere bilden sich Zysten mit einem Durchmesser von 200 – 600 µm, die mehr als 10 Jahre lang im Wirtstier überleben können.
Risiken für die menschliche Gesundheit
Besnoitiose scheint kein Zoonoserisiko aufzuweisen.
Wirtschaftliche Auswirkung
Infektionen mit Besnoitia besnoiti verursachen aufgrund der hohen Morbiditäts- und Mortalitätsraten beträchtliche wirtschaftliche Verluste, insbesondere bei Rindern.
Die regulatorischen Anforderungen sind von Land zu Land unterschiedlich. Die Produkte können unter Umständen in Ihrem geografischen Gebiet nicht erhältlich sein.
Blauzungenvirus (BTV)Anfang
Epidemiologie
Blauzungenkrankheit bzw. Katarrhalfieber wird von einem doppelsträngigen RNA-Virus der Gattung Orbivirus der Familie Reoviridaehervorgerufen. Es handelt sich um eine nicht ansteckende Krankheit, die von Insekten auf Wild- und Nutzwiederkäuer, insbesondere Schafe, übertragen wird.
Anzeichen
Schafe entwickeln sieben oder acht Tage nach der Infektion akute Anzeichen, zu denen Fieber, Lethargie und Selbstisolation von der Herde zählen. Kurz nach Anstieg der Temperatur schwillt die Maulschleimhaut an und wird rot, und es kommt zur Produktion großer Mengen schäumenden Speichels. Die Zunge schwillt an und kann mitunter blau werden (daher der Name der Krankheit). Die Kuppe des Nagelkörpers wird rot und schmerzt. Betroffene Tiere können lahmen, und Auen abortieren möglicherweise. In den meisten Fällen treten Wachstumsverzögerung und Fellverlust auf. Schwer erkrankte Schafe können acht bis zehn Tage nach der Infektion verenden.
Bei Rindern und Ziegen verläuft die Infektion gewöhnlich asymptomatisch. Wenn bei Rindern Anzeichen vorliegen, sind dies meistens Hyperthermie, Abort gegen Ende der Tragzeit (im achten Monat), Ödem (des Euters, der Zitzen, Vulva und der Sprunggelenke) sowie Erythem (Mucosa, Zitzen und Euter).
Verbreitung von BTV
Die Blauzungenkrankheit wurde erstmals 1876 in Südafrika beobachtet. Entgegen der früher vorherrschenden Annahme, dass sie nur in Afrika vorkommt, hat sich die Krankheit in den letzten 10 Jahren auf Asien, den Süden der USA, Australien und Südeuropa ausgebreitet. Insgesamt sind 24 unterschiedliche Serotypen des Blauzungenvirus bekannt, von denen acht in Europa beobachtet wurden (Serotypen 1, 2, 4, 6, 8, 9, 11 und 16).
Die regulatorischen Anforderungen sind von Land zu Land unterschiedlich. Die Produkte können unter Umständen in Ihrem geografischen Gebiet nicht erhältlich sein.
Bovines respiratorisches Synzytial-Virus (BRSV/RSV)Anfang
Epidemiologie
Das bovine respiratorische Synzytial-Virus ist ein Pneumovirus der Familie Paramyxoviridae . Es ist nah mit dem humanen RSV verwandt, das häufig die Luftwege von Kindern befällt. Bei beiden handelt es sich um einzelsträngige behüllte RNA-Viren. Bei Rindern verursacht RSV bei Jungtieren als auch Milchkühen Infektionen der Luftwege. Das Virus liegt hauptsächlich in den unteren Luftwegen (den Lungenlappen) vor, wo es die Flimmerepithelzellen beschädigt, die die Lunge normalerweise vor Mikrobenbefall schützen. Eine RSV-Infektion führt häufig zu einer sekundären bakteriellen Infektion, insbesondere mit Pasteurella haemolytica und Corynebacterium pyogenes.
Anzeichen
Zu den Anzeichen der Krankheit gehören Hyperthermie, Husten, Nasen- und Augenausfluss , Anorexie und Dyspnoe (wenn die Krankheit in eine tödliche Pneumonie übergeht). Bei Milchkühen kommt es zu verminderter Laktation.
Übertragung
RSV wird durch direkten Kontakt mit Nasensekreten übertragen und durch Nähe begünstigt, wie etwa bei Stallhaltung oder durch Lecken in der Melkanlage.
Die regulatorischen Anforderungen sind von Land zu Land unterschiedlich. Die Produkte können unter Umständen in Ihrem geografischen Gebiet nicht erhältlich sein.
Bovine Virusdiarrhö (BVD)Anfang
Epidemiologie
Das BVD-Virus ist ein kleines, einzelsträngiges RNA-Virus der Gattung Pestivirus. Zu dieser Gattung gehören zwei weitere Tierviren: das Virus, das bei Schafen Border Disease (BD) verursacht, und das Virus, das die klassische Schweinepest (CSF) bei Schweinen hervorruft. Das Bovine Virusdiarrhö (BVD)-Virus wurde erstmals 1946 identifiziert. Die Krankheit tritt weltweit auf, wobei die Prävalenz bei dem Virus ausgesetzten Tieren in unterschiedlichen Ländern und Regionen zwischen 30 bis 80 % variiert.
BVD beeinträchtigt die Fruchtbarkeit der Herde
Die Infektion kompromittiert die Fruchtbarkeit der Herde und leitet nach dem Tod des Embryos eine erneute Brunst ein, wenn die Kuh zwischen dem ersten und zweiten Trächtigkeitsmonat infiziert wurde. Während der gesamten Trächtigkeit sind Abort und Geburtsdefekte möglich.
BVD-PI-Tiere als Infektionsreservoir
Eine häufige Folge einer pränatalen Infektion mit einem Mitglied dieser Virusgattung ist die Geburt infizierter Nachkommen, die eine permanente Immuntoleranz besitzen (BVD-persistente Infektion (BVD-PI)), wodurch das Virus in der ganzen Herde verbreitet wird. BVD-PI-Tiere (d. h. solche, die zwischen dem zweiten und vierten Trächtigkeitsmonat infiziert wurden) sind zeitlebens Träger des Virus und scheiden andauernd große Mengen von Virenpartikeln ab. Diese Gruppe stellt daher eine wesentliche Infektionsquelle für den Rest der Herde dar. Außerdem bekommen BVD-PI-Tiere früher oder später die tödliche Form der BVD, die Mucosaerkrankung (MD). Eine infizierte Herde hat ungefähr 1 % BVD-PI-Tiere (bis zu 27 % sind möglich), deren Identifizierung für die Kontrolle der Pestivirus -Krankheit unerlässlich ist.
Die regulatorischen Anforderungen sind von Land zu Land unterschiedlich. Die Produkte können unter Umständen in Ihrem geografischen Gebiet nicht erhältlich sein.
Infektiöse bovine Rhinotracheitis (IBR)/Bovines Herpesvirus (BHV)Anfang
Epidemiologie
IBR wird von einem Herpesvirus (BHV-1) verursacht, das die Luftwege infiziert und Probleme mit dem Respirationstrakt (Tracheitis und Rhinitis) sowie Fieber, Abort und Unfruchtbarkeit hervorruft. Die Krankheit kann tödlich verlaufen, wenn sie sich in einer Herde schnell ausbreitet. IBR wird durch direkten Kontakt über Sekrete der Atemwege, Augen und Genitalien übertragen.
Das IBR-Virus hat eine immunosuppressive Wirkung, so dass der Host bei einer Infektion für sekundäre bakterielle Infektionen anfällig wird. Die Infektion kann außerdem latent sein: Auch wenn die primäre Infektion abgeklungen zu sein scheint, liegt das Virus weiterhin in den Lymphknoten vor und kann erneut aktiviert werden und sich im Körper verteilen.
Inzidenz und Prävalenz
Inzidenz und Prävalenz der Krankheit variieren zwar auf verschiedenen Kontinenten, die Krankheit ist jedoch weltweit verbreitet. Nahezu 50 % aller Herden adulter Rinder waren dem Virus bereits ausgesetzt.
Die regulatorischen Anforderungen sind von Land zu Land unterschiedlich. Die Produkte können unter Umständen in Ihrem geografischen Gebiet nicht erhältlich sein.
BrucelloseAnfang
Überblick
Brucellose ist eine infektiöse Krankheit, die von Brucella -Bakterien hervorgerufen wird. Besonders beunruhigendeBrucella -Spezies sind B. abortus, das vorwiegend Rinder befällt, B. melitensis, das sich vor allem auf Schafe und Ziegen auswirkt, sowie B. suis, das hauptsächlich Schweine befällt. Alle diese Brucella -Spezies sind nicht hostspezifisch und können unter den entsprechenden Bedingungen auf andere Tierarten oder auf den Menschen übertragen werden.
Brucellose wird normalerweise durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren auf anfällige Tiere übertragen oder in einer Umgebung, die mit den Absonderungen infizierter Tiere kontaminiert ist. Brucellose ist daher ein Problem für die gesamte Herde.
Brucellose ist eine meldepflichtige Krankeit; jegliches Auftreten muss den zuständigen Gesundheitsbehörden gemeldet werden. Je nach Spezies und Infektionsrate gibt es unterschiedliche Eradikationsprogramme, die wirksam sind. Bei hohen Inzidenzraten sind Schutzimpfungsprogramme erforderlich, um die Infektionsrate zu reduzieren. Nachdem dies erzielt wurde, werden Überwachungsprogramme in Verbindung mit der Notschlachtung infizierter Tiere durchgeführt. Diese Programme führen zum Status "Brucellosefrei" bzw. "Offiziell brucellosefrei" für bestimmte Regionen oder ganze Länder. In Europa ist die Überwachung in der EU-Richtlinie 2003/99/EG zur Zoonosenüberwachung festgelegt.
Anzeichen
Zu den Symptomen einer Brucella -Infektion gehören oft verminderte Laktation, Gewichtsverlust, Abort, Unfruchtbarkeit und Lahmheit. Die Aufnahme vonBrucella erfolgt oral, über verletzte Haut oder über Schleimhäute. Brucella -Bakterien werden hauptsächlich mit fetalem Gewebe und Plazentamaterial sowie mit Sperma und Milch ausgeschieden.
Gelegentlich kann es vorkommen, dass Tiere nach einiger Zeit wieder gesund werden. Häufiger ist jedoch der Fall, dass die Symptome abklingen, die Krankheit jedoch fortbesteht. Solche asymptomatischen Tiere stellen gefährliche Infektionsquellen dar.
Risiken für die menschliche Gesundheit
Die häufigsten Infektionsquellen für den Menschen sind Rohmilch und Rohmilchkäse. Landwirte und Veterinärmediziner haben aufgrund der direkten Exposition zu verworfenem infiziertem Material ein erhöhtes Infektionsrisiko. Beim Menschen verläuft die Krankheit zwar gewöhnlich nicht tödlich, kann aber unbehandelt viele Jahre andauern.
Die Inkubationszeit beträgt im Allgemeinen eine bis drei Wochen, in einigen Fällen mehrere Monate. Patienten haben nichtspezifische Symptome, wie undulierendes Fieber, Schüttelfrost, Krankheitsgefühl und Kopfschmerzen.
Wirtschaftliche Auswirkung
Brucellose stellt in vielen Regionen der Welt ein ernstes Problem der Volks- und Tiergesundheit dar. Obwohl infizierte Tiere der Krankheit selten erliegen, zählt die Brucellose aufgrund des wirtschaftlichen Schadens, den sie verursachen kann, weltweit zu den schwerwiegendsten Nutztierkrankheiten.
Diese auf den Menschen übertragbare Tierkrankheit konnte in einer Anzahl von Ländern bewältigt-, bzw. nahezu bewältigt werden, ist aber in der Mittelmeerregion, in Afrika, Asien und Südamerika nach wie vor verbreitet.
Die regulatorischen Anforderungen sind von Land zu Land unterschiedlich. Die Produkte können unter Umständen in Ihrem geografischen Gebiet nicht erhältlich sein.
ChlamydioseAnfang
Bei Wiederkäuern ist die Chlamydiose eine ansteckende Krankheit, die von einem Bakterium hervorgerufen wird, das auch Vögel und Menschen infiziert. Sie kann bei Wiederkäuern Abort, Frühgeburten, Pneumonie, Konjunktivitis und Arthritis verursachen. Die Infektion kann auf Neugeborene, Jungtiere oder adulte Wiederkäuer durch eine große Anzahl an Bakterien übertragen werden, die in fetalen Hüllen und Flüssigkeiten, Fäkalien, Urin und Milch ausgeschieden werden. Der Hauptübertragungsweg ist jedoch die Inhalation kontaminierter Aerosole. Chlamydia -Taxonomie wurde 1999 von Everett überarbeitet. In der neuen Klassifizierung sind die Spezies auf zwei Hauptgattung aufgeteilt:
- Die Gattung Chlamydia, die C. trachomatis (Menschen), C. suis (Schweine) und C. muridarum (Mäuse und Hamster) umfasst.
- Die Gattung Chlamydophila, die sich aus sechs Spezies zusammensetzt: Cp. abortus (Säugetiere), Cp. psittaci (Vögel), Cp. felis (Katzen), Cp. caviae (Meerschweinchen), Cp. pecorum (Säugetiere) und Cp. pneumoniae (Menschen).
Bei Wiederkäuern wurden zwei Spezies identifiziert: Cp. abortus (das Abort verursacht) und Cp. pecorum (das eine asymptomatische Darminfektion, Pneumonie, Konjunktivitis, Arthritis, Abort und Unfruchtbarkeit hervorruft). Bei schwangeren Frauen kann es durch C. abortus auch zum Abort mit schweren Komplikationen kommen.
Die regulatorischen Anforderungen sind von Land zu Land unterschiedlich. Die Produkte können unter Umständen in Ihrem geografischen Gebiet nicht erhältlich sein.
Clostridium perfringensVerzeichnis
Überblick
Das sporenbildende anaerobische Bakterium Clostridium perfringens hält sich gewöhnlich in der Erde und im Verdauungstrakt verschiedener Haustiere auf und ist in sechs spezifische Typen (A, B, C, D, E und F) unterteilt, von denen B, C und D die häufigste Form der Krankheit darstellen.
Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich geringe Mengen C. perfringens im Verdauungstrakt eines Tieres aufhalten oder ihn durchlaufen, ohne dass dadurch die Krankheit zum Ausbruch kommt. Wenn jedoch einem Tier plötzlich wesentlich erhöhte Mengen von Kohlenhydraten (Milch, Zusatzkonzentrate usw.) zugeführt werden, können sich die C. perfringens -Bakterien sehr schnell vermehren und große Mengen Toxine produzieren, die oft umgehend zum Tod führen.
Typ B, auch als Lämmerdysenterie bekannt, verursacht bei jungen Lämmern eine hohe Mortalitätsrate und wird außerdem mit Erkrankungen junger Kälber in Verbindung gebracht.
Typ C betrifft typischerweise Rinder, kleine Wiederkäuer sowie Schweine, bei denen es an hämorrhagischer und nekrotischer Enteritis beteiligt sein kann.
Typ D, auch als Breinierenkrankheit oder Überfressen bekannt, kommt bei kleinen Wiederkäuern und Rindern vor. C. perfringens Typ A und C kann außerdem Enterokolitis (Schwellung des Dick- und Dünndarms) bei Fohlen hervorrufen, wobei landwirtschaftliche Gebrauchspferde wie das Quarter Horse besonders anfällig sind.
Zeichen
Aufgrund der Aggressivität der Krankheit und des schnellen Eintretens des Todes kann es schwierig sein, klinische Zeichen bei infizierten Tieren zu beobachten. Bei näherer Untersuchung eines Tieres vor Eintreten des Todes kann die C. perfringens -Infektion von einer Reihe von Zeichen begleitet sein, wie Erregtheit, Kreisen, Kopfpressen, Krämpfe, Teilnahmslosigkeit, Diarrhö, Kolik oder Desinteresse am Säugen.
Risiken für die menschliche Gesundheit
C. perfringens scheint kein Zoonoserisiko aufzuweisen.
Rinder-Coronavirus (BCV)Verzeichnis
Überblick
BCV ist ein behülltes, einzelsträngiges und positiv orientiertes RNA-Virus der Familie Coronaviridae, das weltweit bei Wiederkäuern Darm- und Atemwegsinfektionen verursacht. Bei Infektion kann es bei adulten Tieren zu Winterdysenterie und bei Kälbern zu Kälberenteritis und enzootischem Pneumoniekomplex kommen. Das Rinder-Coronavirus wird über den fäkal-oralen oder den respiratorischen Weg übertragen. Infizierte Tiere sondern das Virus typischerweise in den Fäkalien ab, insbesondere während des Geburtsvorgangs.
BCV kann sich außerdem in den oberen Luftwegen vermehren, wodurch es beim betroffenen Tier zu wiederkehrenden respiratorischen oder gastrointestinalen Infektionen kommt. Infizierte Wildwiederkäuer können die Krankheit potentiell auf Nutzwiederkäuer übertragen.
Zeichen
Zu den Zeichen von BCV gehören Diarrhö, Teerstuhl, Dyspepsie, mangelnder Appetit, Gewichtsabnahme, Anorexie, Gewichtsabnahmedepression und Dehydrierung. Zusätzlich kann es bei BCV zu verschiedenen respiratorischen Symptomen kommen, wie nasale Sekretion, Husten, Kurzatmigkeit (Dyspnoe) und schnelle Atmung (Tachypnoe).
Risiken für die menschliche Gesundheit
BCV scheint kein Zoonoserisiko aufzuweisen.
Wirtschaftliche Auswirkung
Boviner respiratorischer Komplex bei Mastrindern sowie akute intestinale Erkrankung bei Milchkühen können zu finanziellen Einbußen und erheblichen wirtschaftliche Folgen beitragen.
Coxiella burnetii/Q-FieberVerzeichnis
Epidemiologie
Q (Query)-Fieber ist eine ubiquitäre Zoonose, die weltweit (mit Ausnahme von Neuseeland) vorkommt. Es wird von Coxiella burnetiiverursacht, einem obligaten intrazellulären Bakterium, das viele verschiedene Tierspezies, z. B. Wiederkäuer, Hunde, Katzen, Vögel und Arthropoden, sowie den Menschen befallen kann. Bei Wiederkäuern (die als Hauptreservoir für die Infektion von Menschen gelten) steht die Krankheit vor allem in Verbindung mit einer reproduktiven Dysfunktion. Sie verläuft gewöhnlich asymptomatisch und wird normalerweise nicht gescreent, es sei denn, ein Tier hat mehrmals abortiert oder weist Fortpflanzungsprobleme auf. Coxiella burnetii besiedelt die Plazenta und verursacht Frühgeburten, geringes Geburtsgewicht und Abort.
Auswirkungen von Q-Fieber auf den Menschen
Der Hauptinfektionsweg beim Menschen ist die Inhalation kontaminierter Aerosole; schwangere Frauen sollten außerdem vom Genuss von Rohmilch und Rohmilchprodukten absehen. Q-Fieber bleibt oft unbemerkt, da es fälschlicherweise für ein Influenza-ähnliches Syndrom gehalten werden kann. Die Folgen können für schwangere Frauen (Abort oder Frühgeburt) und für immungeschwächte Personen oder Patienten mit Herzklappenkrankheit schwerwiegend sein.
Gesetzliche Bestimmungen sind von Land zu Land unterschiedlich, und Produkte können unter Umständen in Ihrem geografischen Gebiet nicht erhältlich sein.
CryptosporidioseVerzeichnis
Überblick
Cryptosporidiose wird durch mikroskopisch kleine Darmparasiten verursacht, die über die Fäkalien des infizierten Tieres ausgeschieden werden. Die weltweit vorkommenden Parasiten bewirken gewöhnlich in Verbindung mit weiteren Enteropathogenen Diarrhö und Darmverletzungen bei neonatalen Nutztieren wie Ferkeln, Zicklein, Lämmern und Fohlen.
Studien haben gezeigt, dass gleichzeitige Infektionen mit anderen Pathogenen, wie Coronavirus und Rotavirus, zu noch schwererer Diarrhö führen kann. Die Mortalitätsraten bei Cryptosporidiose sind zwar gewöhnlich gering; es kann jedoch durch andere Faktoren zu Komplikationen kommen, die zum Tode führen können, wie etwa bei Energiedefizit aufgrund einer geringen Aufnahme von Kolostrum oder Milch, gleichzeitigen Infektionen oder Unterkühlung bei schlechtem Wetter.
Die Übertragung der Krankheit erfolgt direkt von Tier zu Tier oder indirekt durch Umgebungskontamination, fekale Kontamination der Wasser- oder Futterversorgung oder durch den Menschen. Bei Kälbern kann die Infektion bereits 5 Tage nach der Geburt festgestellt werden; Diarrhö setzt zwischen dem 5. und 15. Tag ein.
Bei kleinen Wiederkäuern kann die Infektion mit schweren Anfällen von Diarrhö verbunden sein, was bei 4 bis 10 Tage alten Lämmern und 5 bis 21 Tage alten Zicklein zu hohen Mortalitätsraten führt.
Obwohl Cryptosporidiose im Allgemeinen nicht als wichtiges enterisches Pathogen bei Schweinen gilt, kann die Infektion über einen breiteren Altersbereich hinweg (1 Woche bis Schlachtalter) beobachtet werden und bei infizierten Schweinen ein Faktor bei der malabsorptiven Diarrhö nach dem Absetzen sein.
Bei Fohlen ist Cryptosporidiose weniger prävalent. Auftretende Infektionen kommen typischerweise im Alter von 5 bis 8 Wochen vor.
Zeichen
Zu den Zeichen der Cryptosporidiose gehören mehrtägige Diarrhö, deutliche Gewichtsabnahme, Auszehrung, Apathie, Anorexie und Dehydrierung.
Risiken für die menschliche Gesundheit
Cryptosporidium kann bei immunkompetenten Personen (z. B. Kindern) eine häufige nicht-virale Ursache der Diarrhö darstellen und sich schwer auf die Gesundheit von immungeschwächten Personen auswirken. Infizierte Tiere können die Krankheit direkt auf den Menschen übertragen. Außerdem besteht das Risiko, dass Cryptosporidiose über mit den Fäkalien eines infizierten Tieres kontaminiertes Oberflächen- und Trinkwasser übertragen werden kann.
E. coli F5 (K99)Verzeichnis
Überblick
Escherichia coli ist eine bakterielle Ursache von Diarrhö bei Kälbern. Es gibt mindestens zwei klar abgegrenzte Typen von Durchfallerkrankungen, die mit unterschiedlichen Stämmen des Organismus in Zusammenhang gebracht werden können. Eine Art besitzt zwei Virulenzfaktoren in Zusammenhang mit dem Auftreten von Diarrhö, und fimbriale Antigene wie K99 oder F41 ermöglichen ihnen das Besiedeln der Dünndarmzotten.
Diese Enteropathogene, die auch als sich anlagernde und vernichtende E. colibezeichnet werden, produzieren unter Umständen Verotoxine, die zu schwerwiegendem hämorrhagischen Durchfall beitragen können. Die Infektion kann im Dickdarm, Blinddarm und distalen Dünndarm ansässig sein und schwere Infektionen verursachen, die Ödeme, Schleimhauterosionen und Geschwüre hervorrufen können.
Übertragungswege sind respiratorische und fäkale Aerosole sowie Oralkontakt mit Fäkalien. Gesunde Infektionsträger-Rinder können den Organismus in regelmäßigen Abständen in den Fäkalien ausscheiden, und unter Geburtsstress kann sich der Ausscheidungsgrad erhöhen. Diese Bedingungen können zu einer Infektion des Euters und des Perineums des Muttertiers führen und die Kalbungsumgebung kontaminieren. Alternativ kann der Kälberaufzuchtsbereich auch durch die Anwesenheit mehrerer umherstreifender Kälber stark kontaminiert werden.
Zeichen
K99-tragende E. coli kann bei Kälbern, die typischerweise <5 Tage alt sind, einen plötzlichen Anfall starker Diarrhö verursachen, der dazu führt, dass die Kälber deprimiert werden und nicht mehr aufstehen. Kälber können innerhalb von 24 Stunden einen deutlichen Gewichtsverlust (>12 % des Körpergewichts) sowie potentiell einen hypovolämischen Schock erleiden und verenden.
Risiken für die menschliche Gesundheit
Rinder können Überträger verotoxischer E. coli -Serotypen sein, die mit hämolytisch-urämischem Syndrom und hämorrhagischer Kolitis beim Menschen in Verbindung gebracht werden. Die Infektion kann durch den Verzehr kontaminierter Lebensmittel auftreten, aber in Vieh auftretende enterale Krankheitserreger sind auch über direkten Kontakt, der bei Besuchen von Streichelzoos, Bauernhöfen oder Viehmessen erfolgt, auf den Menschen übertragbar.
Enzootische bovine Leukose (EBL)Verzeichnis
Überblick
EBL ist eine chronische Rinderkrankheit, die durch das Retrovirus Bovine Leukämie-Virus (BLV) verursacht wird. Die Krankheit wird entweder direkt durch Übertragung von Lymphozyten in Blut, Sperma oder Milch oder indirekt über Insekten übertragen. Die Krankheit verbreitet sich zwar nicht schnell, dennoch können in infizierten Herden 80 % der Tiere seropositiv sein.
Die Krankheit tritt weltweit auf, wobei ihre Prävalenz von Land zu Land unterschiedlich ist.
Zeichen
Klinische Zeichen der EBL treten bei einem kleinen Anteil der infizierten Tiere auf und werden bei Rindern gewöhnlich bei 4- bis 8-jährigen Tieren offensichtlich. Bei Tieren, die unter 2 Jahre alt sind, sind diese Zeichen selten. Klinische Zeichen sind Verlust der Körperkondition, persistierende Lymphozytose und Schwellung von Milz und Leber.
Erkrankungen des Immunkomplexes können später folgen; nur bei 1 bis 10 % der infizierten Tiere kommt es zum lymphatischen Sarkom. Klinisch betroffene Tiere bauen ab und verenden schließlich.
Wie bei anderen Retrovirus-Infektionen bleiben infizierte Tiere auf Lebenszeit infiziert. BLV hat schwerwiegende Konsequenzen für Gesundheit und Wohl von Tieren. In vielen Ländern ist EBL meldepflichtig.
Risiken für die menschliche Gesundheit
EBL scheint kein Zoonoserisiko aufzuweisen.
Wirtschaftliche Auswirkung
Diese Krankheit ist wirtschaftlich bedeutsam für den Produzenten, da lymphatisches Sarkom die Keulung erforderlich macht bzw. zum Tod führt und die Kadaver unverwertbar sind, was erhebliche Auswirkungen auf die Milch- und Fleischindustrie hat.
Ein weiterer wirtschaftlicher Nachteil der Krankheit erwächst aus Verlusten durch Ausfuhrbeschränkungen.
Epizootische hämorrhagische Krankheit (EHD)Verzeichnis
Epidemiologie
EHD ist eine vektorübertragene Infektionskrankheit, die von einem Virus der Gattung Orbivirus der Familie Reoviridae (wie das Blauzungenvirus) verursacht wird. Es wurden zwischen acht und 10 unterschiedliche Serotypen identifiziert.
Übertragung
Das Virus wird fast ausschließlich durch den Biss eines kleinen hämatophagen Zweiflüglers der Gattung Culicoides der Familie Ceratopogonidae übertragen. Der Vektor wird infiziert, wenn er das Blut eines infizierten Tiers aufnimmt. Anschließend repliziert sich das Virus, bis die für die Übertragung auf ein anderes suszeptibles Tier erforderliche Dichte erreicht ist.
Zeichen
Das EHD-Virus kann Rinder infizieren und Zeichen hervorrufen, die denen der Blauzungenkrankheit ähneln (d. h. Fieber, erosive Läsionen und Geschwüre der oropharyngealen Schleimhäute, Steifheit, Kollaps und Hautödeme). Bei trächtigen Kühen kann die Infektion zu Abort oder Hydranenzephalie führen, wenn sie zwischen dem 70. und 120. Trächtigkeitstag auftritt.
Gesetzliche Bestimmungen sind von Land zu Land unterschiedlich, und Produkte können unter Umständen in Ihrem geografischen Gebiet nicht erhältlich sein.
Fasciola hepaticaVerzeichnis
Überblick
Fasciola hepatica wird weltweit bei einer großen Vielfalt an Wirtstieren beobachtet, einschließlich Rindern und Schafen, bei denen die Infektion in drei unterschiedlichen Formen auftritt: chronisch, was bei Schafen zu einer hohen Mortalitätsrate beiträgt, bei Rindern jedoch wenig Todesfälle verursacht; akut, was bei Schafen oft tödlich verläuft; sowie in Kombination mit einer sekundären Infektion wie infektiöse nekrotisierende Hepatitis, was bei Schafen oft den Tod zu Folge hat.
Die Krankheit wird durch Ingestion von Wasservegetation übertragen, die aus infizierten Schlammschnecken (Lymnaeidae) geschlüpfte enzystierte Cercariae enthält. Im Anschluss an die Ingestion werden junge Egel in das Duodenum des Tieres freigesetzt, die zur Leber wandern und sich schließlich mehrere Wochen im Parenchym aufhalten, wo sie heranwachsen und das Gewebe zerstören.
Die meisten Egel werden von Rindern innerhalb von <6 Monaten abgesondert; bei Schafen können adulte Egel jedoch mehrere Jahre im Gallengang überleben.
Zeichen
In Fällen akuter Fasziolose können die Zeichen einen aufgetriebenen Leib, Anämie und plötzlichen Tod umfassen, der gewöhnlich innerhalb von 6 Wochen nach der Infektion eintritt. Zu den subakuten Krankheitszeichen zählen gewöhnlich Anämie und Hämorrhagie, die 7 bis 10 Wochen nach der Infektion zum Tod führen.
Anämie, Ödem und verringerte Laktation können Zeichen einer chronischen Fasziolose sein.
Risiken für die menschliche Gesundheit
Fasziolose kann durch Ingestion von kontaminiertem Trinkwasser und Süßwasserpflanzen in endemischen Gebieten oder durch den Verzehr von unzureichend gebratener Schafsleber übertragen werden. Nachdem infiziertes Material ingestiert wurde, enzystieren sich Cercariae im Duodenum, entwickeln sich zu Larven und wandern schließlich durch das Lebergewebe hindurch in den Gallengang.
Wirtschaftliche Auswirkung
Leberegel können signifikante wirtschaftliche Folgen haben, da sie sowohl bei Rindern als auch bei Schafen Futtereffizienz, Wachstum und Fruchtbarkeit stark beeinträchtigen.
Maul- und Klauenseuche (MKS)Nach oben
Überblick
MKS ist eine hochgradig ansteckende Viruserkrankung, die alle paarhufigen Tiere befällt und auf der ganzen Welt verbreitet ist. MKS kann klinisch nicht von anderen vesikulären Krankheiten wie der vesikulären Schweinekrankheit (SVD) unterschieden werden.
Das Virus gehört zu der Gattung der Aphtoviren aus der Familie der Picornaviridae. Es gibt sieben Serotypen des MKS-Virus: O, A, C, SAT 1, SAT 2, SAT 3 und Asia 1. Die Infektion mit einem Serotyp verleiht keine Immunität gegenüber Viren eines anderen Serotyps.
Unter den domestizierten Arten sind Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen anfällig für MKS.
Anzeichen
Klinische Anzeichen von MKS sind das Auftreten von Vesikeln (kleinen Bläschen) an den Füßen, in und rund um die Mundhöhle und bei weiblichen Tieren auf den Milchdrüsen. Vesikel können auch in den Nasenlöchern sowie an Druckpunkten an den Gliedmaßen auftreten, insbesondere bei Schweinen.
Die Übertragung tritt durch Kontakt mit infizierten und anfälligen Tieren auf. Das Virus kann während der akuten Infektionsphase in die Luft ausgeschieden werden.
Risiken für die menschliche Gesundheit
MKS scheint kein Zoonoserisiko aufzuweisen.
Wirtschaftliche Auswirkung
Das Auftreten von MKS ist durch die Ausmerzung der Tierbestände und durch die Restriktionen für den Fleischexport aus den betroffenen Gebieten eine sehr ernste wirtschaftliche Bedrohung für die Existenz der Nutztierindustrie.
Gesetzliche Bestimmungen sind von Land zu Land unterschiedlich, und Produkte können unter Umständen in Ihrem geografischen Gebiet nicht erhältlich sein.
LeptospiroseNach oben
Überblick
Leptospirose tritt weltweit auf. Während sie typischerweise in tropischen Klimaverhältnissen vorherrscht, kann sie dennoch in gemäßigten Klimata während Regenperioden vorkommen. Leptospirose befällt vor allem Schweine, Rinder und Pferde und ist mit einer Breite an klinischen Auswirkungen, von einer leichten Infektion bis hin zu Organversagen und Tod, verbunden.
Die Krankheit ist bei Wildsäugetieren stark verbreitet, was jedoch oft erst bemerkt wird, wenn diese Tiere die Infektionsquelle für Haus- und Nutztiere darstellen. Leptospirose kann transplazentar oder venerisch übertragen werden; der häufigste Übertragungsweg ist jedoch der direkte Kontakt mit infiziertem Material wie Milch, Urin oder Plazentaflüssigkeit.
Anzeichen
Die Anzeichen von Leptospirose können je nach Immunität der Herde, Alter des infizierten Tieres und infizierendem Serovar stark variieren. Hinsichtlich des infizierenden Serovars gibt es >220 pathogene Serovare vonLeptospira, die Leptospirose hervorrufen können.
Beispielsweise sind Rinder der Erhaltungswirt für Leptospira hardjo-bovis, das sich auf die Nieren des Tieres auswirken und eine langfristige Abgabe über den Urin zur Folge haben kann. L. hardjo-bovis steht außerdem mit persistierenden Infektionen des Fortpflanzungstrakts im Zusammenhang, die bei Rindern zur Unfruchtbarkeit führen können.
Für andere Leptospira -Serovare, wie L. grippotyphosa, L. icterohaemorrhagiae oder L. pomona stellen Rinder Zufallswirte dar und können verschiedene klinische Anzeichen, wie Lethargie, Hepatitis, Fieber, Anämie und roten Urin, aufweisen. Während adulte Rinder gewöhnlich nicht an Leptospirose verenden, kann die Krankheit für Kälber tödlich sein und bei trächtigen Kühen Abort, Totgeburten und schwache Nachkommen hervorrufen.
Risiken für die menschliche Gesundheit
Leptospirose wird als zoonotisch erachtet und kann auf den Menschen übertragen werden, wenn die Person mit Wasser oder Erde in Kontakt kommt, das bzw. die durch Urin oder Körperflüssigkeit eines infizierten Tieres kontaminiert ist.
Wirtschaftliche Auswirkung
Die aus persistierenden Infektionen des Fortpflanzungstrakts resultierende Unfruchtbarkeit ist möglicherweise der Aspekt der Leptospirose, der den meisten wirtschaftlichen Schaden verursacht.
Gesetzliche Bestimmungen sind von Land zu Land unterschiedlich, und Produkte können unter Umständen in Ihrem geografischen Gebiet nicht erhältlich sein.
Bovine MykoplasmoseNach oben
Epidemiologie
Mykoplasmen, von denen die meisten wirtsspezifisch sind, verursachen eine chronische Erkrankung, die sowohl beim Menschen als auch bei Tieren langsam progressiv ist. Das Bakterium Mycoplasma agalactiae ist ein bei kleinen Wiederkäuern häufig auftretendes Pathogen, das in der Veterinärmedizin einen großen Stellenwert einnimmt. Bei Schafen wird diese Krankheit stets von M. agalactiaehervorgerufen, während die Mykoplasma-Spezies M. mycoides und M. capricolumeine ähnliche Krankheit bei Ziegen verursachen.
Anzeichen
Mycoplasma agalactiae ist der Erreger der infektiösen Agalaktie, der Hauptform der Mykoplasmose bei europäischen Schafen und Ziegen, die ernsthafte Auswirkungen auf die Milchindustrie hat. Diese Infektionen können oft nicht durch Antibiotika ausgemerzt werden. Bei für die Fleischverarbeitung vorgesehenen Tieren verursacht Mykoplasmose erhebliche wirtschaftliche Verluste.
Transmission
Die Infektion erfolgt oft oral oder über die Milchdrüsen, wobei die Inkubationszeit zwei Wochen bis zwei Monate betragen kann.
Nah verwandt mit M. agalactiae
M. bovis, das nah mit M. agalactiaeverwandt ist, verursacht eine respiratorische und mammilläre Pathologie bei Rindern und ist ebenfalls wirtschaftlich bedeutsam (als Erreger der Kälberpneumonie, Mastitis und Arthritis). Diese beiden Pathogene sind so nah verwandt und rufen bei ihren Wirten jeweils ähnliche Zeichen hervor, dass sie mit herkömmlichen Diagnosemethoden nur schwer voneinander zu unterscheiden sind.
NeosporoseNach oben
Epidemiologie
Neospora caninum ist ein parasitisches Protozoon, das ursprünglich bei Hunden beobachtet wurde, wo es Myositis und Enzephalitis hervorruft. In den 1990er Jahren wurde jedoch beobachtet, dass Neospora bei Kühen eine Hauptursache von Aborten darstellte, die gewöhnlich zwischen dem vierten und siebten Trächtigkeitsmonat eintraten. Je nach Anzahl der infizierten Kühe in einer Herde liegt die Abortrate zwischen 5 und 30 %; die höheren Raten stellen aufeinanderfolgende Aborte da, die innerhalb von weniger als einem Monat auftreten.
Transmission
Wie der Parasit übertragen wird, ist nicht vollständig bekannt. Da mindestens 80 % der Kälber seropositiver Kühe infiziert sind, wird angenommen, dass er hauptsächlich vom Muttertier an die Nachkommen übertragen wird. Außerdem wurde darauf hingedeutet, dass Hunde an der Übertragung von Neospora auf Rinder beteiligt sein könnten. Diese Infektion ist auf allen Kontinenten bekannt und stellt in manchen Ländern die Hauptursache für Aborte bei Rindern dar (noch vor BVD und IBR).
Gesetzliche Bestimmungen sind von Land zu Land unterschiedlich, und Produkte können unter Umständen in Ihrem geografischen Gebiet nicht erhältlich sein.
Paratuberkulose (Johne‘sche Krankheit)Nach oben
Überblick
Paratuberkulose, auch Johne’sche Krankheit genannt, wird durch Myobacterium avium spp. paratuberculosis (MAP) im Dünndarm von Wiederkäuern hervorgerufen. Es handelt sich dabei um ein weltweit verbreitetes Problem, das insbesondere Fleisch- und Milchrinderherden befällt.
Paratuberkulose ist eine chronisch belastende Enteritis, die in einer Tierherde ernste Auswirkungen auf die Produktion haben kann.
Die Diagnose einer klinischen Infektion wird gewöhnlich durch Nachweis des verursachenden Organismus, M. avium ssp. paratuberculosis, in den Fäkalien oder postmortal im Darmgewebe bestätigt. Schwieriger ist die Identifizierung einer subklinischen Erkrankung bei Tieren, die den Erreger über einen langen Zeitraum hinweg absondern und somit andere Tiere in der Herde anstecken können. Die Prävalenz der bovinen Paratuberkulose in Europa ist von Land zu Land unterschiedlich und liegt zwischen 7 und 55 %.
Anzeichen
Chronische Darmentzündung, mesenterische Lymphknotenläsionen, Diarrhö, Gewichtsverlust und Ödem treten gewöhnlich bei über 2 Jahre alten Tieren mit fortgeschrittenem Krankheitsstadium auf.
Risiken für die menschliche Gesundheit
Das Paratuberkulose verursachende Bakterium, M. avium ssp. paratuberculosis, kann die Pasteurisierung von Milch und Milchprodukten überleben und stellt daher potentiell ein Risiko für die menschliche Gesundheit dar. Es häufen sich wissenschaftliche Beweise, die besagen, dass zwischen Paratuberkulose in Milchkuhherden und Morbus Crohn ein Zusammenhang besteht. Morbus Crohn ist eine unheilbare chronisch entzündliche Darmerkrankung.
Wirtschaftliche Auswirkung
Paratuberkulose bei Nutztieren kann aufgrund mehrerer Faktoren wesentliche wirtschaftliche Verluste verursachen. Dazu zählen verringerte Produktion, frühzeitige Keulung und Kosten für veterinärmedizinische Betreuung. In den USA erregt Paratuberkulose in der Rinderindustrie anwachsende Besorgnis, da sie sich auf die internationale Vermarktung von Rindern und Rinderprodukten auswirkt und wirtschaftliche Verluste für die Produzenten verursacht. Aufgrund dessen wurde bezüglich der Johne‘schen Krankheit ein freiwilliges Herdenstatusprogramm für Rinder (Voluntary Johne's Disease Herd Status Program for Cattle; VJDHSP) ins Leben gerufen. Im April 2002 nahm der USDA-APHIS-Veterinary Service Teile dieser Initiative in seine Normen für nationale Programme auf.
In der Europäischen Union gibt es zwar keine offiziellen Programme; es gelten jedoch länderspezifische Richtlinien. Australien verfügt über eine nationales Kontrollprogramm für Johne‘sche Krankheit (National Johne’s Disease Control Program; NJDCP), das darauf abzielt, die Ausbreitung und Auswirkungen der Johne´schen Krankheit zu reduzieren. Es handelt sich dabei um ein kooperatives Programm, an dem die australischen Nutztierbranchen, der Staat und die Veterinärmedizin beteiligt sind. Das Programm wird im Auftrag der wichtigsten Interessenvertreter von Animal Health Australia verwaltet.
Gesetzliche Bestimmungen sind von Land zu Land unterschiedlich, und Produkte können unter Umständen in Ihrem geografischen Gebiet nicht erhältlich sein.
Rifttalfieber (RVF)Nach oben
Überblick
RVF wird als von einem Bunyavirus hervorgerufen kategorisiert und ist eine akute zoonotische Krankheit, die Wiederkäuer auf der Arabischen Halbinsel, in Afrika und Madagaskar befällt. Während einer Epidemie können hohe Abortraten sowie hohe Mortalitätsraten bei Jungtieren auftreten, während Menschen oft grippeähnliche Erkrankungen erleiden.
RVF kann durch die Migration von virusinfizierten Tieren oder über verschiedene Spezies vom Wind getragener Stechmücken übertragen werden. Die Inzidenz von RVF erreicht ihren Höhepunkt im Allgemeinen während der Sommermonate; bei den ersten Anzeichen von Frost verschwinden normalerweise sowohl die Vektorinsekten als auch die Krankheit. In wärmeren Regionen können die Vektoren und die Krankheit das ganze Jahr über vorhanden sein.
Anzeichen
Zu den häufigsten Zeichen von RVF gehören Lethargie, Fieber, Fressunlust, Leibschmerzen, Hepatitis und Diarrhö. In manchen Fällen ist Abort das einzige Zeichen einer Infektion, das an einem Tier zu erkennen ist.
Risiken für die menschliche Gesundheit
Menschen können sich durch Kontakt mit infiziertem Tiergewebe oder abortierten Föten sowie durch Mückenstiche oder durch bei der Schlachtung eines infizierten Tieres entstehende Blutaerosole infizieren.
RotavirusNach oben
Überblick
Das Rinder-Rotavirus wird in der Virenfamilie Reoviridae angesiedelt und trägt zusammen mit dem Coronavirus zu > 50 % aller Diarrhöprobleme bei Kälbern bei. Das Rotavirus kommt in Rinderherden häufig vor, und auch andere Tiere, wie Schweine, Hühner, Schafe, Pferde und Kaninchen sind auf die Krankheit anfällig.
Das Virus dringt durch den Dünndarm ein, wo es die Zotten angreift und die effiziente Absorption der Nahrung in den Körper des Tieres erschwert. Dieser Zustand führt zu Wasserverlust aus Epithelzellen und Körper, was Dehydration und bei signifikanter Dehydration und Auszehrung potentiell den Tod zur Folge hat.
Die Übertragung erfolgt im Allgemeinen, wenn ein nicht betroffenes Tier oralen Kontakt mit infizierten Fäkalien oder kontaminiertem Futter hat oder sich in Stallungen aufhält, in denen schlechte hygienische Bedingungen herrschen. Kühe mit Krankheitszeichen und Symptomen können das Virus bis zu einer Woche lang absondern; einige Kühe können sich erneut infizieren, bleiben asymptomatisch und sondern das Virus über ihre gesamte Lebenszeit ab.
Anzeichen
Das wichtigste Zeichen des Rotavirus ist dünne, oft gelb gefärbte Diarrhö, die Schleim und/oder Blut enthält. Außerdem kann das Tier lethargisch werden und das Interesse an Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme verlieren, was je nach Tier und Umständen zu leichter bis schwerer Dehydration führen kann.
Risiken für die menschliche Gesundheit
Der bovine und der humane Rotavirus-Stamm sind jeweils wirtsspezifisch und gelten nicht als Übertragungsrisiko von einer Spezies zur anderen.
Wirtschaftliche Auswirkung
Aufgrund der erhöhten Morbidität und Mortalität bei neugeborenen Wiederkäuern sowie der Behandlungskosten und verringerten Wachstumsraten kann es zu signifikanten wirtschaftlichen Verlusten kommen.
SalmonelloseNach oben
Überblick
Salmonellose ist eine vom Salmonella-Bakterium hervorgerufene Infektion. Salmonellose wurde in Ländern auf der ganzen Welt nachgewiesen; besonders prävalent scheint die Krankheit jedoch in Gebieten mit intensiver Tierhaltung, insbesondere von Schweinen, Kälbern und einigen Geflügelarten, zu sein.
Die Krankheit kann zwar alle Nutztiere befallen; Jungtiere und trächtige oder säugende Tiere sind dafür jedoch am anfälligsten. Die auftretenden klinischen Anzeichen sind Abort, Arthritis, Atemwegserkrankungen und akute Septikämie. Die am häufigsten beobachtete klinische Manifestation ist eine enterische Erkrankung, die sich oft als blutige, wässrige Diarrhö mit Fieber darstellt.
Viele Tiere, insbesondere Schweine, Rinder und Geflügel, können sich ebenfalls infizieren, zeigen jedoch kein kritisches Krankheitsbild. Solche Tiere spielen möglicherweise eine wichtige Rolle bei der Ausbreitung der Infektion auf andere Scharen und Herden sowie auch als Quelle der Kontamination von Nahrungsmitteln und Infektionen beim Menschen.
Anzeichen
Zu den typischen klinischen Anzeichen gehören Fieber und starke wässrige Diarrhö mit nachfolgendem schnellen Einsetzen von Dehydration. Die Diarrhö hat gewöhnlich einen faulen Geruch und kann Blut und Schleim enthalten. Salmonellae produzieren Toxine, die zur Beschädigung des Darms beitragen und systemische Auswirkungen haben können. Wenn die Darmauskleidung ausreichend beschädigt wird, können die Bakterien in den Blutkreislauf eindringen, was eine Septikämie zur Folge hat, und die Bakterien können Hirn, Lunge, Gelenke, Uterus (was bei trächtigen Kühen zum Abort führt) sowie andere Organe befallen.
Risiken für die menschliche Gesundheit
Salmonellose ist eine der wichtigsten zoonotischen Krankheiten, die beim Menschen schwere klinische Symptome hervorrufen kann. Als hauptsächliche Quellen dieser Salmonella -Infektionen wurden Schweine, Rinder, Geflügel und Eier identifiziert. Diese Krankheit stellt für den Menschen ein großes Gesundheitsrisiko dar. Salmonella -Infektionen bei für den Verzehr vorgesehenen Tieren spielen für die öffentliche Gesundheit eine große Rolle, da diese Tiere als die größte Quelle von Salmonella -Infektionen des Menschen gelten.
Wirtschaftliche Auswirkung
Salmonellosis hat ernsthafte ökonomische Auswirkungen auf die Rinderzucht weltweit. Nutztierortalität, Behandlungskosten, Aborte, geringere Produktion, entsorgte Milch und vermindertes Konsumentenvertrauen tragen alle zu den Kosten von Salmonellen -Infektionen in den Viehzuchten bei.
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Schmallenberg-VirusNach oben
Epidemiologie
Das Schmallenberg-Virus gehört der Familie Bunyaviridae und Gattung Orthobunyaviridae an und ist nah mit dem Akabane-, Aino- und Shamonda-Virus verwandt. Dieses Virus wurde erstmals im November 2011 in Deutschland identifiziert. Es wurde in mehreren Proben von Rinder- und Schafswirten gefunden, die atypische Symptome aufwiesen, die für keine derzeit bekannte Krankheit charakteristisch waren.
Anzeichen
Dieses Virus ruft schwache klinische Symptome hervor, die den gesamten Gesundheitszustand des Tieres beeinträchtigen, wie Hyperthermie, Appetitlosigkeit, verminderte Laktation und in manchen Fällen Diarrhö. Die Infektion von weiblichen Wiederkäuern während der Trächtigkeit kann außerdem zu Missbildungen (z. B. Hydrozephalus) bei den Nachkommen führen.
Diagnose
Der Virusnachweis erfolgt im Optimalfall anhand des Hirns eines abortierten Fötus. Das Virus kann aber auch in Blut, Serum und in der Milz (FLI – Deutsches nationales Referenzlabor) nachgewiesen werden.
Transmissible spongiforme Enzephalopathie (TSE)Nach oben
Überblick
TSEs sind Infektionskrankheiten des Hirns, die Tierarten in verschiedenen Formen angreifen, wie Bovine Spongiforme Enzephalopathie (BSE; Rinder), Scrapie (Ziegen und Schafe) und die chronisch zehrende Krankheit (CWD; Hirsche). Die Krankheiten werden durch modifizierte Prion-Proteine verursacht, die gegen Chemikalien und Hitze resistent sind. Sie lassen sich nur sehr schwer biologisch zersetzen und überleben mehrere Jahre im Boden.
Erkrankungen werden weltweit gemeldet, wobei BSE am häufigsten in Europa auftritt, während CWD in Nordamerika prävalent ist. TSE-Erkrankungen verursachen eine langsame Degeneration des zentralen Nervensystems, was schließlich zum Tod des Tiers führt. Oft liegt zwischen Infektion des Tiers und Auftreten der ersten Symptome eine große Zeitspanne. Rinder können beispielsweise ab dem Zeitpunkt der Infektion bis zu 6 Jahre ohne Auftreten klinischer Anzeichen leben, während Schafe bis zu 4 Jahre ohne Anzeichen leben können.
Die Übertragung von BSE beim Rind erfolgt über den Verzehr von Futter mit kontaminiertem Knochen- und Fleischmehl. Die Übertragung scheint auf natürlichem Weg beim Rind nicht aufzutreten. Einige Hinweise lassen jedoch vermuten, dass ein gewisses Risiko für Kälber, die von infizierten Kühen geboren wurden, bestehen kann. Während genaue Daten zu der Pathogenese nicht bekannt sind, haben Studien nachgewiesen, dass sich der Erreger nach Eintreten durch orale Exposition in das Tier in den Peyerschen Plaques des Ileum reproduziert und über periphere Nerven zum zentralen Nervensystem wandert.
Anzeichen
Klinische Anzeichen von TSE-Erkrankungen sind häufig subtil und können unter anderem folgende Symptome umfassen: Nervosität, Aggressivität, tiefe Kopfhaltung, Ataxie, Tremor und verstärkte Berührungsempfindlichkeit (Hyperästhesie). Die Tiere können auch Widerwillen gegen das Melken zeigen und einen Gewichtsverlust sowie eine reduzierte Milchproduktion aufweisen.
Risiken für die menschliche Gesundheit
Menschen können durch Verzehr von mit BSE-verseuchten Lebensmitteln eine als Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJD) bekannte TSE-Variante entwickeln. Es gibt Initiativen zur Beseitigung von hoch risikoreichem Rindergewebe aus der menschlichen Lebensmittelkette. Für Produkte mit Rinderproteinen (Kosmetika, Pharmazeutika usw.) wurden Maßnahmen zur Sicherstellung, dass die Rohstoffe aus BSE-freien Gebieten stammen, eingerichtet.
Wirtschaftliche Auswirkung
TSE-Erkrankungen können zu bedeutenden wirtschaftlichen Verlusten führen. Diese Verluste können durch Opfern von mit BSE oder mit Fällen von Scrapie in Verbindung gebrachten Tieren, von der Zerstörung von spezifiziertem Risikomaterial (SRM) von Wiederkäuern (Rinder, Schafe und Ziegen) oder durch die Auswirkung von Exportrestriktionen in den betroffenen Bereichen verursacht werden und können die Fleischindustrie als ganze betreffen.
Gesetzliche Bestimmungen sind von Land zu Land unterschiedlich, und Produkte können unter Umständen in Ihrem geografischen Gebiet nicht erhältlich sein.
TrichomoniaseNach oben
Überblick
Trichomoniase (Trich) ist eine Deckseuche, die weltweit bei Rindern vorkommt und typischerweise bei Kühen und primiparen Kühen mit Unfruchtbarkeit und Aborten einhergeht, was verlängerte Kalbungsintervalle zur Folge hat.
Diese Krankheit wird von Tritrichomonas foetus (T foetus) hervorgerufen, einem kleinen, motilen Protozoon, das sich im Fortpflanzungstrakt von Kühen und am Penisschaft von Bullen aufhält. Der Krankheitserreger wird beim Decken vom Bullen in die Vagina der Kuh übertragen, von wo er in den Uterus wandert und dabei eine Infektion verursacht, die von einem weißen, klebrigen Ausfluss aus der Vulva der Kuh gekennzeichnet ist.
Wenn ein infizierter Bulle Kühe auf natürliche Weise deckt, werden 30 bis 90 % der Kühe infiziert, was auf das Vorhandensein von Unterschieden zwischen Stämmen sowie auf eine variierende Anfälligkeit verschiedener Rassen gegenüber der Krankheit hindeutet. Bullen jedes Alters können unbegrenzt lange infiziert bleiben, wobei dieses Szenario bei jüngeren Bullen weniger wahrscheinlich ist. Im Gegensatz dazu sind Kühe gewöhnlich innerhalb von drei Monaten nach dem Decken infektionsfrei, dennoch für eine erneute Infektion anfällig. T foetus kann auch übertragen werden, wenn das Sperma infizierter Bullen zur künstlichen Befruchtung verwendet wird.
Anzeichen
Das wichtigste Anzeichen ist Unfruchtbarkeit durch Absterben des Embryos, was zu wiederholter Paarung und dazu beiträgt, dass Kühe paarungsbereit sind, wenn sie eigentlich trächtig sein sollten. Neben reduzierten Geburtsraten und über 3 bis 6 Monate ausgedehnten Kälbererträgen ist bei einer wachsenden Anzahl von nicht trächtigen Kühen eine abnormale reproduktive Diagnose zu verzeichnen, wie etwa Endometritis und Pyometra. Bullen zeigen keine Anzeichen von T foetus, können den Erreger jedoch auf unbegrenzte Zeit abgeben. Um die Krankheit bei Bullen zu diagnostizieren, muss eine Probe der Präputialflüssigkeit vom Penisschaft des Bullen entnommen und getestet werden.
Risiken für die menschliche Gesundheit
Trichomoniase scheint kein Zoonoserisiko aufzuweisen.
Wirtschaftliche Auswirkung
Die mit betroffenen Herden verbundenen wirtschaftlichen Verluste erwachsen vorwiegend aus kleineren, weniger gleichmäßigen Kälbererträgen und erhöhten Kosten für Keulung, Tests und Prophylaxe. Anhand verschiedener Studien und Modelle wurde die Verringerung der Erlöse aufgrund von Trichomoniase in einer Herde mit 20 bis 40 % beziffert.
Gesetzliche Bestimmungen sind von Land zu Land unterschiedlich, und Produkte können unter Umständen in Ihrem geografischen Gebiet nicht erhältlich sein.
Rindertuberkulose (TB)Nach oben
Überblick
Rindertuberkulose ist eine Atemwegserkrankung, die vom Bakterium Mycobacterium bovishervorgerufen wird. Es handelt sich dabei um eine bedeutende Infektionskrankheit, die weltweit bei Nutztieren, insbesondere Rindern, sowie in bestimmten Wildtierpopulationen vorkommt.
Der hauptsächliche Infektionsweg von M. bovis innerhalb und zwischen Spezies ist die Übertragung durch die Luft, wobei sich Tiere ebenfalls durch Ingestion großer Mengen des Bakteriums infizieren können.
Anzeichen
Rindertuberkulose stellt vorwiegend eine Atemwegserkrankung dar, die die Lunge und die damit verbundenen Lymphknoten befällt. Die Infektion verläuft oft subklinisch. Wenn klinische Zeichen vorliegen, sind diese nicht besonders charakteristisch für die Krankheit. Zu den Symptomen können insbesondere bei fortgeschrittenen Fällen der Rindertuberkulose körperliche Schwäche, Anorexie, Auszehrung, vergrößerte Lymphknoten und Husten gehören.
Risiken für die menschliche Gesundheit
Rindertuberkulose stellt eine signifikante Zoonose und damit ein ernstes Gesundheitsrisiko für den Menschen dar. Das Bakterium kann durch Aerosole oder durch den Verzehr von Rohmilch oder Rohmilchprodukten von infizierten Kühen vom Tier auf den Menschen übertragen werden.
Wirtschaftliche Auswirkung
Ein Ausbruch der Rindertuberkulose kann sich aufgrund verringerter Milcherträge, Keulung von Herden und Ausfuhreinschränkungen für Fleisch aus betroffenen Gebieten merklich negativ auf die Landwirtschaft auswirken.
Gesetzliche Bestimmungen sind von Land zu Land unterschiedlich, und Produkte können unter Umständen in Ihrem geografischen Gebiet nicht erhältlich sein.
Parainfluenza 3 (PI3)Nach oben
Epidemiologie
Das Parainfluenza-Virus Typ 3 (PI3) ist ein RNA-Virus, das zur Familie der Paramyxoviridae gehört, die weltweit bei Nutztieren extrem häufig vorkommt. PI3 wurde sowohl in respiratorischer als auch digestiver Form nachgewiesen und kann bei jungen Rindern respiratorische Probleme verursachen. PI3 wird außerdem als Kofaktor bei Erkrankungen durch Infektion mit bestimmten Bakterien (Mycoplasma bovis und Pasteurella haemolytica) sowie mit anderen Viren (einschließlich derer, die BVD und IBR verursachen) angesehen.
Anzeichen
Die Anzeichen dieser Krankheit sind Hyperthermie, Husten, Nasen- und Augenausfluss, Anorexie, Dyspnoe und Diarrhö. PI3 hat außerdem eine immunsuppressive Wirkung, so dass infizierte Tiere für sekundäre Infektionen anfällig sind.
Übertragung
PI3 wird gewöhnlich in Nasensekreten übertragen, wobei die Übertragung durch den Transport von Tieren (direkter Kontakt, schlechte Lüftung und verbrauchte Luft) begünstigt wird. Zur Bestätigung einer PI3-Infektion wird ein serologischer Test unbedingt empfohlen.
Gesetzliche Bestimmungen sind von Land zu Land unterschiedlich, und Produkte können unter Umständen in Ihrem geografischen Gebiet nicht erhältlich sein.
Nur für veterinärische Zwecke.
