Tierkrankheiten – Schwein
Krankheit im Fokus
Alle Krankheiten in alphabetischer Reihenfolge
- Actinobacillus pleuropneumoniae
- Afrikanisches Schweinefieber (ASF)
- Aujeszky-Krankheit
- Brachyspirose
- Brucellose
- Klassische Schweinepest (KSP)
- Clostridium perfringens
- Rinder-Coronavirus (BCV)
- Cryptosporidiose
- E. coli F4 (K88)
- E. coli F5 (K99)
- Erysipel
- Maul- und Klauenseuche (MKS)
- Haemophilus parasuis/ Glässersche Krankheit
- Hepatitis E-Virus (HEV)
- Lawsonia intracellularis
- Mycobacterium avium
- Mycoplasma hyopneumoniae (M.hyo)
- Parvovirose/Porcines Parvovirus (PPV)
- Pasteurellose
- Porcines Circovirus Typ 2 (PCV2)
- Porcine Epidemische Diarrhö
- Seuchenhafter Spätabort der Schweine (SSS)
- Porcines respiratorisches Coronavirus (PRCV)
- Rotavirus
- Salmonellose
- Brachyspira hyodysenteriae/
Schweinedysenterie - Schweinegrippe (SIV)
- Vesikuläre Schweinekrankheit (SVD)
- Toxoplasmose
- Übertragbare Gastroenteritis
- Trichinellose
Actinobacillus pleuropneumoniaeNach oben
Überblick
Actinobacillus pleuropneumoniae bewirkt eine weltweit auftretende ansteckende Erkrankung der Atemwege, die in der Regel über <6 Monate alte Schweine befällt, bei einem Erstausbruch aber auch ausgewachsene Tiere infizieren kann. Obwohl A. pleuropneumoniae per Tröpfcheninfektion übertragbar ist, wird die Krankheit jedoch in der Regel durch Nase-zu-Nase-Kontakt übertragen, und klinische Symptomen bilden sich in unter 4 Stunden aus. Die Krankheit zeigt einen aggressiven Beginn und kurzen Verlauf, was zu hohen Morbiditäts- und Mortalitätsraten führt.
Anzeichen
Zu den klinischen Symptomen von A. pleuropneumoniae gehören hohes Fieber, Lethargie, erschwerte Atmung, blutiger Ausfluss (nasal und oral) und Anorexie; einige Schweine können jedoch wegen des raschen Krankheitsverlaufs sterben, ehe sie klinische Symptome zeigen. Die Morbidität kann über 50 % betragen, und wenn die Krankheit unbehandelt bleibt, ist das Todesrisiko sehr hoch, und überlebende Tiere zeigen anhaltenden Husten und verringerte Wachstumsraten.
Risiken für die menschliche Gesundheit
A. pleuropneumoniae ist eine Zoonose und über Tierbisse auf den Menschen übertragbar.
Wirtschaftliche Auswirkung
Eine Schweinezucht kann infolge eines Ausbruchs von A. pleuropneumoniae aufgrund der Behandlungskosten, geringerer Wachstumsrate der Tiere, die den Ausbruch überlebt haben, der Mortalität und dem Schlachten von Tieren durch Abszesse an Infektionsstellen erhebliche wirtschaftliche Verluste erleiden.
Afrikanisches Schweinefieber (ASF)Nach oben
Überblick
ASF wird von dem afrikanischen Schweinefiebervirus (ASFV) verursacht. ASFV infiziert Hausschweine, Warzenschweine und Buschschweine. Die Übertragung findet durch direkten Kontakt zwischen gesunden und kranken Tieren statt sowie indirekt durch infiziertes Futter und durch biologische Vektoren (Lederzecken).
Die Krankheit ist in der südlichen Hemisphäre Afrikas sowie auf der iberischen Halbinsel und auf Sardinien endemisch. In anderen europäischen Ländern fanden sporadische Ausbrüche statt (Belgien 1985, Niederlande 1986) sowie außerhalb Europas (Karibik, Brasilien).
Anzeichen
Es treten perakute, akute, subakute und chronische Formen von ASF auf, wobei die Sterblichkeitsraten je nach Virulenz des die Schweine infizierenden Virus von 0 bis 100 % variieren. Akute Erkrankungen zeichnen sich durch eine kurze Inkubationszeit von 3 bis 7 Tagen aus, die von hohem Fieber (bis zu 42 °C) mit Todesfolge innerhalb von 5 bis 10 Tagen gefolgt werden.
Die am wenigsten variablen klinischen Zeichen sind Appetitlosigkeit, Depression und Festliegen. Zu den weiteren Zeichen zählen unter Anderem Hyperämie der Haut an Ohren, Abdomen und Beinen, Atemnot, Erbrechen, Bluten aus Nase oder Rektum sowie in einigen Fällen Durchfall. Bisweilen sind Aborte erstes Zeichen eines Ausbruchs. Die chronische Krankheit zeichnet sich durch Auszehrung, geschwollene Gelenke und Atemprobleme aus. Diese Form der Krankheit wird bei Ausbrüchen selten beobachtet.
Risiken für die menschliche Gesundheit
ASF scheint kein Zoonoserisiko aufzuweisen.
Wirtschaftliche Auswirkung
Die Auswirkung auf eine Schweineherde kann je nach Stamm von einer Sterblichkeitsrate von nahezu 100 % bis hin zu Fällen geringfügiger Virulenz, die schwer zu diagnostizieren sein können, variieren. Wenn ein Ausbruch auftritt, können die finanziellen und physischen Folgen unabhängig von der Region und von dem Land für die Schweinebranche und den damit verbundenen Unternehmen verheerend sein.
Bei Ausbrüchen auf Malta und in der Dominikanischen Republik zum Beispiel wurden die Schweineherden des gesamten Landes völlig dezimiert.
Gesetzliche Bestimmungen sind von Land zu Land unterschiedlich, und Produkte können unter Umständen in Ihrem geografischen Gebiet nicht erhältlich sein.
Aujeszky-KrankheitNach oben
Überblick
Die Aujeszky-Krankheit ist eine durch das Pseudorabies-Herpesvirus (PRV) verursachte ansteckende Viruserkrankung. Die häufigste Form ist ein akutes Fiebersyndrom, das hauptsächlich Schweine (Hauptwirt für das Virus) befällt, obwohl aber auch viele andere Tierarten betroffen sein können.
Das Virus breitet sich auf die Atemwege, das Nervensystem, und bei trächtigen weiblichen Schweinen auf den Fötus aus. Es ist auf der ganzen Welt weit verbreitet und hat erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen.
Anzeichen
Das Krankheitsbild hängt vom Alter und der physiologischen Entwicklung des infizierten Tieres ab. Bei Ferkeln verursacht es Nervensystemstörungen (kreisende Bewegungen und Anfälle) mit baldigem Tod. Bei heranwachsenden Tieren sind die Hauptwirkungen Störungen der Atemwege und des Magen-Darm-Traktes mit verringerten Wachstumsraten. Bei weiblichen Schweinen wurden Probleme des Fortpflanzungssystems wie Abgang des Fötus, erneute Läufigkeit und kleine Würfe beobachtet. Nach der Infektion mit dem in der Luft befindlichen Virus kann es latent im Körper verbleiben und sich später in Stressperioden oder bei Immunsuppression reaktivieren.
Risiken für die menschliche Gesundheit
Obwohl dies selten vorkommt, ist die Aujeszky-Krankheit von einem infizierten Tier auf den Menschen übertragbar.
Wirtschaftliche Auswirkung
Ein weitläufiger PRV-Befall von Schweineherden kann zu ernsthaften wirtschaftlichen Verlusten in der Schweinefleischindustrie führen. Zum Minimieren potenzieller wirtschaftlicher Schäden durch einen Ausbruch dieser Krankheit ist es wichtig, sensitive und spezifische Tests für die Früherkennung bereitzuhalten, die eine Ausbreitung der Infektion verhindern.
Gesetzliche Bestimmungen sind von Land zu Land unterschiedlich, und Produkte können unter Umständen in Ihrem geografischen Gebiet nicht erhältlich sein.
BrachyspiroseNach oben
Epidemiologie
Frei bewegliches, spiralförmiges Bakterium, Erreger der Schweinedysenterie (auch als hämorrhagische Diarrhö oder hämorrhagische Enteritis bezeichnet). Infiziert Schweine, kann aber auch transiente asymptomatische Infektionen anderer Tierarten wie z. B. Ratten, Mäuse, Hunde und Vögel auslösen, wenn diese mit Schweinekot in Kontakt kommen.
Die Erkrankung tritt in allen Ländern mit entwickelter Schweinezucht auf. Sie befällt vor allem Schweine im Maststadium, obwohl weibliche Schweine und entwöhnte Ferkel ebenfalls Symptome zeigen können. Die häufigste Infektionsart ist das Einbringen eines infizierten Tieres in eine Anlage, Mäuse können jedoch auch eine wichtige Rolle spielen, weil sie sich aus einem kleinen Inokulum (102 KbE) infizieren können und das Bakterium dann sechs Monate lang ausscheiden.
Anzeichen
Hauptsymptome für Brachyspirose sind Diarrhö, Gewichtsverlust, verzögertes Wachstum und in den schwersten Fällen Dehydration.
Wirtschaftliche Auswirkung
Aufgrund der hohen Mortalitätsrate und der Behandlungskosten hat Schweinedysenterie schwerwiegende wirtschaftliche Auswirkungen (bis zu 50 % in einer Anlage) und führt zu stark verzögertem Wachstum (die Schlachtung kann sich um bis zu 28 Tage verzögern). Darüber hinaus stellen genesene Tiere unter Umständen eine Gefahr dar, da sie das Bakterium immer noch ausscheiden können.
Gesetzliche Bestimmungen sind von Land zu Land unterschiedlich, und Produkte können unter Umständen in Ihrem geografischen Gebiet nicht erhältlich sein.
BrucelloseNach oben
Überblick
Brucellose ist eine infektiöse Krankheit, die von Brucella -Bakterien hervorgerufen wird. Besonders beunruhigendeBrucella -Spezies sind B. abortus, das vorwiegend Rinder befällt, B. Melitensis, das sich vor allem auf Schafe und Ziegen auswirkt, sowie B. suis, das hauptsächlich Schweine befällt. Alle diese Brucella -Spezies sind nicht wirtsspezifisch und können unter den entsprechenden Bedingungen auf andere Tierarten oder auf den Menschen übertragen werden.
Brucellose wird normalerweise durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren auf anfällige Tiere übertragen oder in einer Umgebung, die mit den Absonderungen infizierter Tiere kontaminiert ist. Brucellose ist daher ein Problem für die gesamte Herde.
Brucellose ist eine meldepflichtige Krankheit; jegliches Auftreten muss den zuständigen Gesundheitsbehörden gemeldet werden. Je nach Spezies und Infektionsrate gibt es unterschiedliche Eradikationsprogramme, die wirksam sind. Bei hohen Inzidenzraten sind Schutzimpfungsprogramme erforderlich, um die Infektionsrate zu reduzieren. Nachdem dies erzielt wurde, werden Überwachungsprogramme in Verbindung mit der Notschlachtung infizierter Tiere durchgeführt. Diese Programme führen zum Status "Brucellosefrei" bzw. "Offiziell brucellosefrei" für bestimmte Regionen oder ganze Länder. In Europa ist die Überwachung in der EU-Richtlinie 2003/99/EG zur Zoonosenüberwachung festgelegt.
Anzeichen
Zu den Symptomen einer Brucella -Infektion gehören oft verminderte Laktation, Gewichtsverlust, Abort, Unfruchtbarkeit und Lahmheit. Die Aufnahme vonBrucella erfolgt oral, über verletzte Haut oder über Schleimhäute. Brucella -Bakterien werden hauptsächlich mit fetalem Gewebe und Plazentamaterial sowie mit Sperma und Milch ausgeschieden.
Gelegentlich kann es vorkommen, dass Tiere nach einiger Zeit wieder gesund werden. Häufiger ist jedoch der Fall, dass die Symptome abklingen, die Krankheit jedoch fortbesteht. Solche asymptomatischen Tiere stellen gefährliche Infektionsquellen dar.
Risiken für die menschliche Gesundheit
Die häufigsten Infektionsquellen für den Menschen sind Rohmilch und Rohmilchkäse. Landwirte und Veterinärmediziner haben aufgrund der direkten Exposition zu verworfenem infiziertem Material ein erhöhtes Infektionsrisiko. Beim Menschen verläuft die Krankheit zwar gewöhnlich nicht tödlich, kann aber unbehandelt viele Jahre andauern.
Die Inkubationszeit beträgt im Allgemeinen eine bis drei Wochen, kann sich aber auf mehrere Monate ausdehnen. Patienten haben nichtspezifische Symptome, wie undulierendes Fieber, Schüttelfrost, Krankheitsgefühl und Kopfschmerzen.
Wirtschaftliche Auswirkung
Brucellose stellt in vielen Regionen der Welt ein ernstes Problem der Volks- und Tiergesundheit dar. Obwohl infizierte Tiere der Krankheit selten erliegen, zählt die Brucellose aufgrund des wirtschaftlichen Schadens, den sie verursachen kann, weltweit zu den schwerwiegendsten Nutztierkrankheiten.
Diese Zoonose wurde in einer Reihe von Ländern ausgemerzt bzw. fast ausgemerzt, ist aber in der Mittelmeerregion, in Afrika, Asien und Südamerika nach wie vor verbreitet.
Klassische Schweinepest (KSP)Nach oben
Überblick
KSP wird nach der Maul- und Klauenseuche als zweit schlimmste aller ansteckender Schweine und Wildschweine befallenden Krankheiten betrachtet. Sie ist eine starke Bedrohung mit ernsten sozioökonomischen Folgen für die Schweineproduktion.
Die Krankheit wird von einem behüllten RNA-Virus der Gattung Pestivirus der Familie Flaviviridae verursacht. KSP kann nicht auf den Menschen übertragen werden und äußert sich je nach Virulenz des infizierenden Virus und je nach Entwicklungszustand des Tieres auf unterschiedliche Weise.
In allen Fällen sind Laboruntersuchungen (virologisch bzw. serologisch) zur Bestätigung bzw. zum Ausschluss bei KSP-Verdacht von grundlegender Bedeutung.
Anzeichen
Eine superakute Form kann innerhalb von 48 Stunden praktisch ohne jegliche Zeichen zum Tod führen. Die häufigere akute Form weist jedoch eine anfängliche Phase mit hohem Fieber (bis zu 42 °C) auf, während der das Tier durch lethargisches Verhalten auffällt, nicht mehr isst und eine Bindehautentzündung mit eitrigem Augenausfluss entwickelt.
Die Krankheit führt auch zu Magen-Darm- sowie Atemwegsproblemen, zu einem Ungleichgewicht der Blutwerte und zu neurologischen Störungen. Das Tier stirbt innerhalb von 5 bis 15 Tagen. Einige Zeichen können mit denen der zahlreichen anderen Schweinekrankheiten verwechselt werden, was die Diagnose von KSP erschwert.
Die chronische Form der Krankheit ist noch schleichender, da die Zeichen eine milden Verlauf aufweisen und die infizierten Tiere Wochen und sogar Monate leben können. Darüber hinaus kann das Auftreten anderer Krankheiten oder Infektionen die Differenzialdiagnose erschweren.
Risiken für die menschliche Gesundheit
Das klassische Schweinfiebervirus (KSP) scheint kein Zoonoserisiko aufzuweisen.
Wirtschaftliche Auswirkung
Das Auftreten des KSP-Virus in Schweineherden kann durch die zahlreichen Todesfälle der Tiere bei Erkrankung sowie durch die Handelseinschränkungen für den Export des Fleisches beträchtliche wirtschaftliche Auswirkungen auf die Fleisch produzierende Industrie haben.
Gesetzliche Bestimmungen sind von Land zu Land unterschiedlich, und Produkte können unter Umständen in Ihrem geografischen Gebiet nicht erhältlich sein.
Clostridium perfringensNach oben
Überblick
Das Sporen bildende anaerobische Bakterium Clostridium perfringens hält sich gewöhnlich in der Erde und im Verdauungstrakt verschiedener Haustiere auf und ist in sechs spezifische Typen (A, B, C, D, E und F) unterteilt, von denen B, C und D die häufigste Form der Krankheit darstellen.
Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich geringe Mengen C. perfringens im Verdauungstrakt eines Tieres aufhalten oder ihn durchlaufen, ohne dass dadurch die Krankheit zum Ausbruch kommt. Wenn jedoch einem Tier plötzlich wesentlich erhöhte Mengen von Kohlenhydraten (Milch, Zusatzkonzentrate usw.) zugeführt werden, können sich die C. perfringens-Bakterien sehr schnell vermehren und große Mengen Toxine produzieren, die oft umgehend zum Tod führen.
Typ B, auch als Lämmerdysenterie bekannt, verursacht bei jungen Lämmern eine hohe Mortalitätsrate und wird außerdem mit Erkrankungen junger Kälber in Verbindung gebracht.
Typ C befällt typischerweise Rinder, kleine Wiederkäuer sowie Schweine, bei denen es an hämorrhagischer und nekrotischer Enteritis beteiligt sein kann.
Typ D, auch als Breinierenkrankheit oder Überfressen bekannt, kommt bei kleinen Wiederkäuern und Rindern vor. C. perfringens Typ A und C kann außerdem Enterokolitis (Schwellung des Dick- und Dünndarms) bei Fohlen hervorrufen, wobei landwirtschaftliche Gebrauchspferde wie das Quarter Horse besonders anfällig sind.
Anzeichen
Aufgrund der Aggressivität der Krankheit und des schnellen Eintretens des Todes kann es schwierig sein, klinische Anzeichen bei infizierten Tieren zu beobachten. Bei näherer Untersuchung eines Tieres vor Eintretens des Todes kann die C. perfringens -Infektion von einer Reihe von Anzeichen begleitet sein, wie Erregtheit, Kreisen, Kopfpressen, Krämpfe, Teilnahmslosigkeit, Diarrhö, Kolik oder Desinteresse am Säugen.
Risiken für die menschliche Gesundheit
C. perfringens scheint kein Zoonoserisiko aufzuweisen.
CryptosporidioseNach oben
Überblick
Cryptosporidiose wird durch mikroskopisch kleine Darmparasiten verursacht, die über die Fäkalien des infizierten Tieres ausgeschieden werden. Die weltweit vorkommenden Parasiten bewirken gewöhnlich in Verbindung mit weiteren Enteropathogenen Diarrhö und Darmverletzungen bei neonatalen Nutztieren wie Ferkeln, Zicklein, Lämmern und Fohlen. Studien haben gezeigt, dass gleichzeitige Infektionen mit anderen Pathogenen, wie Coronavirus und Rotavirus, noch schwerwiegendere Diarrhö auslösen kann.
Die Mortalitätsraten bei Cryptosporidiose sind zwar gewöhnlich gering; es kann jedoch durch andere Faktoren zu Komplikationen kommen, die zum Tode führen können, wie etwa bei Energiedefizit aufgrund einer geringen Aufnahme von Kolostrum oder Milch, gleichzeitigen Infektionen oder Unterkühlung bei schlechtem Wetter.
Die Übertragung der Krankheit erfolgt direkt von Tier zu Tier oder indirekt durch Umgebungskontamination, fäkale Kontamination der Wasser- oder Futterversorgung oder durch den Menschen. Bei Kälbern kann die Infektion bereits 5 Tage nach der Geburt festgestellt werden; Diarrhö setzt zwischen dem 5. und 15. Tag ein. Bei kleinen Wiederkäuern kann die Infektion mit schweren Anfällen von Diarrhö verbunden sein, was bei 4 bis 10 Tage alten Lämmern und 5 bis 21 Tage alten Jungziegen zu hohen Mortalitätsraten führt.
Obwohl Cryptosporidiose im Allgemeinen nicht als wichtiges enterisches Pathogen bei Schweinen gilt, kann die Infektion über einen breiteren Altersbereich hinweg (1 Woche bis Schlachtalter) beobachtet werden und bei infizierten Schweinen ein Faktor bei der malabsorptiven Diarrhö nach dem Absetzen sein. Bei Fohlen ist Cryptosporidiose weniger prävalent. Auftretende Infektionen kommen typischerweise im Alter von 5 bis 8 Wochen vor.
Anzeichen
Zu den Anzeichen der Cryptosporidiose gehören mehrtägige Diarrhö, deutliche Gewichtsabnahme, Auszehrung, Apathie, Anorexie und Dehydrierung.
Risiken für die menschliche Gesundheit
Cryptosporidium kann bei immunkompetenten Personen (z. B. Kindern) eine häufige nicht-virale Ursache der Diarrhö darstellen und sich schwer auf die Gesundheit von immungeschwächten Personen auswirken. Infizierte Tiere können die Krankheit direkt auf den Menschen übertragen. Außerdem besteht das Risiko, dass Cryptosporidiose über mit den Fäkalien eines infizierten Tieres kontaminiertes Oberflächen- und Trinkwasser übertragen werden kann.
E. coli F4 (K88)Nach oben
Überblick
Escherichia coli wird mit Diarrhö bei jungen Ferkeln in Verbindung gebracht und kann innerhalb weniger Tage nach der Geburt während der Stillzeit oder 1 bis 2 Wochen nach Ablauf der Entwöhnungsperiode auftreten. Es gibt mindestens zwei klar voneinander abgegrenzte Arten an Durchfallerkrankungen, die mit verschiedenen Stämmen des Organismus in Zusammenhang gebracht werden können. Eine Art besitzt zwei Virulenzfaktoren in Zusammenhang mit dem Auftreten von Durchfall, und fimbriale Antigene wie F4 (K88) oder F5 (K99) ermöglichen ihnen das Besiedeln der Dünndarmzotten. Diese Enteropathogene, die auch als sich anlagernde und vernichtende E. coli bezeichnet werden, produzieren Verotoxine, die schwerwiegenden hämorrhagischen Durchfall verursachen können. Die Infektion kann im Dickdarm, Blinddarm und distalen Dünndarm ansässig sein und schwere Infektionen verursachen, die Ödeme, Schleimhauterosionen und Geschwüre hervorrufen können.
Übertragungswege sind respiratorische und fäkale Aerosole sowie Oralkontakt mit Fäkalien. Infektionsträgertiere können den Organismus in regelmäßigen Abständen im Kot ausscheiden, und unter Geburtsstress kann sich der Ausscheidungsgrad erhöhen. Säugende Ferkel sind unter solchen Bedingungen anfällig, wenn sie mit infizierten Muttertieren (deren Haut oder Milchdrüsen) oder kontaminierten Aufzuchtbereichen in Kontakt kommen, die das Potenzial zum Kontaminieren nachfolgender Würfe besitzen.
Anzeichen
E. coli kann das plötzliche Auftreten von reichlich Diarrhö in Schweinen verursachen, was zum Dehydrieren und Aufrauhen des Tierhaars führen kann. Bei infizierten Schweinen treten gelegentlich Erbrechen, unterhalb des Normalwertes liegende Körpertemperaturen und Zittern auf. Durchfall bleibt in der Regel bis zu einer Intervention bestehen, und Mortalitätsraten können hoch sein, wenn Bewirtschaftungs- und Umweltbedingungen ungünstig sind. Obwohl diese Symptome bei Schweinen aller Altersgruppen konsistent sind, sind sie generell bei Neugeborenen schwerwiegender.
Risiken für die menschliche Gesundheit
Tiere können Überträger verotoxischer E. coli -Serotypen sein, die mit hämolytisch-urämischem Syndrom und hämorrhagischer Kolitis beim Menschen in Verbindung gebracht werden. Die Infektion kann durch den Verzehr kontaminierter Lebensmittel auftreten, aber in Vieh auftretende enterale Krankheitserreger sind auch über direkten Kontakt, der bei Besuchen von Streichelzoos, Bauernhöfen oder Viehmessen erfolgt, auf den Menschen übertragbar.
Wirtschaftliche Auswirkung
Boviner respiratorischer Komplex bei Mastrindern sowie akute intestinale Erkrankung bei Milchkühen können zu finanziellen Einbußen und erheblichen wirtschaftliche Folgen beitragen.
E. coli F5 (K99)Nach oben
Überblick
Escherichia coli wird mit Diarrhö bei jungen Ferkeln in Verbindung gebracht und kann innerhalb weniger Tage nach der Geburt während der Stillzeit oder 1 bis 2 Wochen nach Ablauf der Entwöhnungsperiode auftreten. Es gibt mindestens zwei klar voneinander abgegrenzte Arten an Durchfallerkrankungen, die mit verschiedenen Stämmen des Organismus in Zusammenhang gebracht werden können. Eine Art besitzt zwei Virulenzfaktoren in Zusammenhang mit dem Auftreten von Durchfall, und fimbriale Antigene wie F4 (K88) oder F5 (K99) ermöglichen ihnen das Besiedeln der Dünndarmzotten. Diese Enteropathogene, die auch als sich anlagernde und vernichtende E. colibezeichnet werden, produzieren unter Umständen Verotoxine, die zu starker hämorrhagischer Diarrhö beitragen können. Die Infektion kann im Dickdarm, Blinddarm und distalen Dünndarm ansässig sein und schwere Infektionen verursachen, die Ödeme, Schleimhauterosionen und Geschwüre hervorrufen können.
Übertragungswege sind respiratorische und fäkale Aerosole sowie Oralkontakt mit Fäkalien. Infektionsträgertiere können den Organismus in regelmäßigen Abständen im Kot ausscheiden, und unter Geburtsstress kann sich der Ausscheidungsgrad erhöhen. Säugende Ferkel sind unter solchen Bedingungen anfällig, wenn sie mit infizierten Muttertieren (deren Haut oder Milchdrüsen) oder kontaminierten Aufzuchtbereichen in Kontakt kommen, die das Potenzial zum Kontaminieren nachfolgender Würfe besitzen.
Anzeichen
E. coli kann das plötzliche Auftreten von vermehrter Diarrhö bei Schweinen verursachen, was zum Dehydrieren und Aufrauhen des Tierhaars führen kann. Bei infizierten Schweinen treten gelegentlich Erbrechen, unterhalb des Normalwertes liegende Körpertemperaturen und Zittern auf. Durchfall bleibt in der Regel bis zu einer Intervention bestehen, und Mortalitätsraten können hoch sein, wenn Bewirtschaftungs- und Umweltbedingungen ungünstig sind. Obwohl diese Symptome bei Schweinen aller Altersgruppen konsistent sind, sind sie generell bei Neugeborenen schwerwiegender.
Risiken für die menschliche Gesundheit
Tiere können Überträger verotoxischer E. coli -Serotypen sein, die mit hämolytisch-urämischem Syndrom und hämorrhagischer Kolitis beim Menschen in Verbindung gebracht werden. Die Infektion kann durch den Verzehr kontaminierter Lebensmittel auftreten, aber in Vieh auftretende enterale Krankheitserreger sind auch über direkten Kontakt, der bei Besuchen von Streichelzoos, Bauernhöfen oder Viehmessen erfolgt, auf den Menschen übertragbar.
SchweinerotlaufNach oben
Überblick
Schweinerotlauf ist eine der ältesten Schweineerkrankungen, wird von Erysipelothrix rhusiopathiaeverursacht und geht vom Tonsillengewebe heranwachsender und ausgewachsener Schweine aus. Es wurden über 28 einzelne Serotypen nachgewiesen, und es wird vermutet, dass Schweine auf mindestens 15 davon anfällig sind. In Umfeldern, in denen E. rhusiopathiae endemisch ist, gewährleisten vom Muttertier erhaltene Antikörper passive Immunität für Jungschweine und helfen beim Unterdrücken eines Ausbruchs.
Boden und Wasser eines Umfeldes können kontaminiert werden, wenn infizierte Schweine den Organismus durch nasale Sekrete und Kot abgeben. Chronisch infizierte, genesene und gesunde Schweine können sämtlich Träger von E. rhusiopathiaewerden. Dieser Erreger wird in der Regel durch die Einnahme von kontaminiertem Futter, Wasser oder Kot übertragen. Nach der Einnahme dringt der Organismus über den Magen-Darm-Trakt, das Lymphgewebe oder die Tonsillen in den Tierkörper ein.
Anzeichen
Mit E. rhusiopathiae infizierte Schweine zeigen eine Vielzahl klinischer Symptome wie Durst, Fieber, Depressionen, übermäßiges Quieken und Abmagern. Betroffene Tiere können auch steif gehen und verschiedene Arten an Hautverfärbungen von lila Verfärbungen im Bauchraum, an den Ohren und der Schnauze bis hin zu über den gesamten Körper verteilten Läsionen der Haut ausbilden. Bei Nichtbehandlung kann großflächige Hautnekrose und Ablösung auftreten, und Schwänze und Ohrenspitzen können nekrös werden.
Die Mortalität für E. rhusiopathiae variiert zwischen 0 und 100 %, wenn aber der Tod eintritt, passiert dies oft innerhalb der ersten 6 Tage nach dem ersten Auftreten klinischer Symptome am Tier. Bei trächtigen Säuen besteht aufgrund des mit der Krankheit verbundenen hohen Fiebers die Gefahr von Aborten, und unbehandelte Schweine können eine sich durch Arthritis auszeichnende chronische Form von E. rhusiopathiae entwickeln. Im Laufe der Zeit schwellen betroffene Gelenke an und schmerzen bei Berührung.
Risiken für die menschliche Gesundheit
Erysipel (Rotlauf) ist eine Zoonose, die beim Menschen eine lokale Hautinfektion verursacht.
Maul- und Klauenseuche (MKS)Nach oben
Überblick
MKS ist eine hochgradig ansteckende Viruserkrankung, die alle paarhufigen Tiere befällt und auf der ganzen Welt verbreitet ist. MKS kann klinisch nicht von anderen vesikulären Krankheiten wie der vesikulären Schweinekrankheit (SVD) unterschieden werden. Das Virus gehört zu der Gattung der Aphtovirenaus der Familie der Picornaviridae. Es gibt sieben Serotypen des MKS-Virus: O, A, C, SAT 1, SAT 2, SAT 3 und Asia 1. Die Infektion mit einem Serotyp verleiht keine Immunität gegenüber Viren eines anderen Serotyps.
Unter den domestizierten Arten sind Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen anfällig für MKS.
Anzeichen
Klinische Zeichen von MKS sind das Auftreten von Vesikeln (kleine Bläschen) an den Füßen, in und rund um die Mundhöhle und bei weiblichen Tieren auf den Milchdrüsen. Vesikel können auch in den Nasenlöchern sowie an Druckpunkten an den Gliedmaßen auftreten. Das gilt insbesondere für Schweine.
Die Übertragung tritt durch Kontakt mit infizierten und verdächtigen Tieren auf. Das Virus kann während der akuten Infektionsphase in die Luft ausgeschieden werden.
Risiken für die menschliche Gesundheit
MKS scheint kein Zoonoserisiko aufzuweisen.
Wirtschaftliche Auswirkung
Das Auftreten von MKS ist durch die Dezimierung der Tierbestände und durch die Restriktionen für den Fleischexport aus den betroffenen Gebieten eine sehr ernste wirtschaftliche Bedrohung für die Existenz der Nutztierindustrie.
Gesetzliche Bestimmungen sind von Land zu Land unterschiedlich, und Produkte können unter Umständen in Ihrem geografischen Gebiet nicht erhältlich sein.
Haemophilus parasuis /Glässersche KrankheitNach oben
Überblick
Vor der Entwöhnung können Schweine von verschiedenen Mikroorganismen besiedelt werden, und einige der besiedelnden Erreger haben pathogenes Potenzial. So verursacht Haemophilus parasuis beispielsweise eine als Glässersche Krankheit bekannte systemische Erkrankung mit aggressivem Beginn, schnellem Verlauf und hoher Mortalitätsrate, die durch Arthritis, fibrinöse Polyserositis und Meningitis gekennzeichnet ist. H. parasuis tritt weltweit auf, und die Glässersche Krankheit befällt in erster Linie Jungschweine im Alter von < 8 Wochen, obwohl die Krankheit manchmal auch bei ausgewachsenen Schweinen beobachtet wird.. Bei genesenen Tieren kann Fibrose im Bauch- und Brustraum auftreten, was zu einer verminderten Wachstumsrate und Schlachtkörperabwertung bei der Schlachtung führen kann.
H. parasuis wird in der Regel während der Stillzeit zwischen einer infizierten Sau und Ferkeln übertragen und ist darüber hinaus auch zwischen Ferkeln übertragbar, die sich aus Futterkrippen und an Masteinheiten ernähren.
Anzeichen
Zu den typischen Symptomen einer Infektion mit H. parasuis gehören übermäßiges Husten, Fieber, Bauchatmung, geschwollene Gelenke, Depressionen, Appetitlosigkeit und Symptome des Zentralnervensystems wie Zittern und Ruderbewegungen.
Zu den typischen klinischen Symptomen der akuten Glässerschen Krankheit gehören hohes Fieber (41,5 °C), schwerer Husten, Bauchatmung, geschwollene Gelenke und Anzeichen des Zentralnervensystems wie laterale Dekubitus, Ruderbewegungen und Zittern. Diese Symptome können gemeinsam oder unabhängig voneinander auftreten.
Infolge schwerer Fibrose im Brust- und Bauchraum kann bei chronisch betroffenen Tiere eine verringerte Wachstumsrate und plötzlicher Tod eintreten.
Risiken für die menschliche Gesundheit
H. parasuis scheint kein Zoonoserisiko aufzuweisen.
Wirtschaftliche Auswirkung
Akute Ausbrüche von H. parasuis innerhalb nativer Herden aufgrund der mit der Krankheit verbundenen hohen Mortalität zu hohen Produktions- und Kontrollkosten beitragen.
Hepatitis E-Virus (HEV)Nach oben
Überblick
HEV gehört zu der Familie Hepeviridae. HEV besteht aus einem in vier Genotypen unterteilten Serotyp. Nur bei den Genotypen 3 und 4 wurde nachgewiesen, dass sie Schweine infizieren. Genotyp 3 kommt bei Schweinen in den industrialisierten Ländern am häufigsten vor.
Infektionen bei Schweinen sind meist ohne Symptome. Schweine scheiden das Virus über Urin und Kot aus. Es wurde nachgewiesen, dass sich das Virus bei Schweinen in Muskelgewebe und mehreren Organen ansammelt.
Anzeichen
Mögliche Anzeichen sind Appetitlosigkeit, Asthma, hohes Fieber (ca. 41 °C) und erhebliche neurologische Symptome.
Risiken für die menschliche Gesundheit
Beim Menschen können einem asymptomatischen bzw. subklinischen Verlauf HEV-Infektionen folgen, sie können aber auch akut werden. Akute Hepatitis E ist eine schwere Krankheit; ihre medizinische Manifestation ist mit Hepatitis A mit einer geschätzten Mortalitätsrate von 0,5 bis 4,0 % vergleichbar.
Es wurde lange angenommen, dass HEV-Infektionen beim Menschen nur bei Personen auftreten, die in HEV-endemische Regionen reisen. In den letzten Jahren wurden jedoch immer mehr sporadische HEV-Infektionen in nicht-endemischen Regionen gemeldet, die nicht mit Reisen in Verbindung gebracht werden können, und es gibt zunehmende Belege für eine Übertragung von Zuchtschweinen auf den Menschen. In den meisten Ländern gibt es nur geringes Wissen zum Auftreten von HEV-Infektionen bei Schweinen und das damit verbundene Risiko für Verbraucher. Daher müssen unbedingt weitere Informationen gewonnen werden, und es sind Kontrollstrategien zum frühzeitigen Bekämpfen potenzieller Risiken für die Lebensmittelsicherheit umzusetzen.
Wirtschaftliche Auswirkung
Die meisten Infektionen bei Schweinen sind subklinisch, und die wirtschaftliche Auswirkungen für Schweinezüchter sind gering. HEV-Infektionen bei Schweinen stellen ein potenzielles Problem für die Lebensmittelsicherheit dar. Es werden mehr Informationen zu ihren Auswirkungen auf die Kosten des Gesundheitswesens benötigt.
Gesetzliche Bestimmungen sind von Land zu Land unterschiedlich, und Produkte können unter Umständen in Ihrem geografischen Gebiet nicht erhältlich sein.
Lawsonia intracellularisNach oben
Epidemiologie
L. intracellularis ist ein obligat intrazellulärer gramnegativer Bazillus und Erreger der proliferativen Enteritis (PE). PE tritt am häufigsten bei Schweinen auf, kann aber auch bei Pferden, Hunden und Kaninchen vorkommen. Bei Schweinen tritt PE am häufigsten bei Tieren auf, die zwischen 6 und 20 Wochen alt sind, kann aber auch bei jüngeren oder mehrere Jahre alten Tiere vorkommen.
PE ist in der Regel chronisch und verursacht graue Diarrhö sowie verzögertes Wachstum. Manchmal gibt es auch akute Formen mit Magen-Darm-Blutungen (weicher schwarzer Stuhl) mit anschließendem Todesfall. PE findet sich bei Schweinen auf der ganzen Welt und hat erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen.
Anzeichen
PE entspricht einer Gruppe von Funktionsstörungen mit Verdickung der Schleimhaut des Dünndarms (und manchmal des Dickdarms) aufgrund übermäßiger Verbreitung von Darm-Epithelzellen. Das resultierende Epithel ist unreif und besitzt keine Becherzellen, und manchmal kommen traumatische Schleimhautschäden vor.
Gesetzliche Bestimmungen sind von Land zu Land unterschiedlich, und Produkte können unter Umständen in Ihrem geografischen Gebiet nicht erhältlich sein.
Mycoplasma hyopneumoniae (M.hyo)Nach oben
Überblick
Mycoplasma hyopneumoniae kommt weltweit vor und verursacht chronische infektiöse Lungenentzündung bei Schweinen, die durch anhaltenden trockenen Husten, verminderte Wachstumsrate und sporadische Atemnot gekennzeichnet ist. M. hyopneumoniae kann durch Muttertiere und andere Tiere im Stall oder durch Kontakt mit älteren Schweinen sowie Husten und Nase-zu-Nase-Kontakt mit Infektionsträgern übertragen werden.
Anzeichen
Husten ist das primäre Symptom von M. hyopneumoniae, und in Herden, wo die Krankheit endemisch ist, liegt die Morbidität hoch, die Mortalitätsraten sind jedoch in der Regel gering.
Risiken für die menschliche Gesundheit
M. hyopneumoniae scheint kein Zoonoserisiko aufzuweisen.
Wirtschaftliche Auswirkung
M. hyopneumoniae kann insbesondere dann eine erhebliche wirtschaftliche Belastung sein, wenn das Schweinegrippenvirus (SIV) oder der Seuchenhafte Spätabort der Schweine (SSS) endemisch ist.
Gesetzliche Bestimmungen sind von Land zu Land unterschiedlich, und Produkte können unter Umständen in Ihrem geografischen Gebiet nicht erhältlich sein.
Mycobacterium aviumNach oben
Überblick
Mycobacterium avium gehört zu dem aus 28 Serotypen bestehenden M. avium -Komplex (MAC). Die Serotypen 1-6, 8-1 und 21 gehören zu M. avium subsp. avium (MAA), von denen die meisten Menschen und Schweine infizieren können. MAA-Infektionen bei Schweinen sind meist subklinisch. Die einzige sichtbaren Symptome sind granulomatöse Läsionen an den Lymphknoten der meisten Tiere.
Zur Zeit basiert die Diagnose von MAA-Infektionen bei Schweinen auf Palpation und dem Lymphknotenschnitt bei der Schlachtung. Dieses traditionelle Verfahren hat einen Nachteil, da MAA aus Lymphknoten ohne Läsionen isoliert wurde und diese infizierten Tiere somit nicht erkannt werden würden. Darüber hinaus können Infektionen mit nicht zu den Mykobakterien gehörenden Spezies wie z. B. Rhodococcus equi ebenfalls granulomatöse Läsionen auslösen und zu Fehldiagnosen an Tieren führen. Darüber hinaus ist das aktuelle Nachweisverfahren umständlich und zeitaufwändig.
Eine auf Serologie beruhende risikobasierte Überwachung von MAA kann die MAA-Eindämmung verbessern und daher den Gesundheitszustand der Herde in Bezug auf M. aviumverbessern. Im Vergleich zur herkömmlichen Methode lassen sich MAA-Infektionen mit Serologietests erheblich effizienter und effektiver kontrollieren.
Anzeichen
Zu den allgemeinen Symptomen zählen fortschreitende Kachexie, Lethargie, Schwäche, Appetitlosigkeit und schwankendes Fieber auf niedrigem Niveau.
Risiken für die menschliche Gesundheit
Mehrere Untersuchungen deuten auf eine zoonotische Übertragung von Schweinen auf den Menschen hin, wo der Erreger in immungeschwächten Personen eine Vielzahl an Symptomen und bei immunkompetenten Menschen Lungenerkrankungen hervorrufen kann.
Wirtschaftliche Auswirkung
Die meisten Infektionen bei Schweinen sind subklinisch, und die wirtschaftliche Auswirkungen für Schweinezüchter sind gering. Es werden mehr Informationen zum Auftreten von MAA-Infektionen beim Menschen und deren Auswirkungen auf die Kosten für das Gesundheitswesen benötigt.
Gesetzliche Bestimmungen sind von Land zu Land unterschiedlich, und Produkte können unter Umständen in Ihrem geografischen Gebiet nicht erhältlich sein.
PasteurelloseNach oben
Epidemiologie
Pasteurella multocida ist ein unbewegliches, gramnegatives Kapsel-Kugelbakterium, das keine Sporen aufweist. In der Veterinärmedizin ist es die wichtigste Spezies. Es ist eigentlich ein Parasit bzw. Saprophyt, der in den Schleimhäuten der Atemwege und des Verdauungstrakts von verschiedenen Tiergattungen vorkommt. Meist wird es in Stresssituationen pathogen.
Man findet diese Spezies rund um in die Welt, und sie verursacht Geflügelcholera und atrophische Rhinitis bei Schweinen, Kaninchen und Kleinvieh sowie hämorrhagische Sepsis bei Rinderarten, Pneumonie bei Kleinvieh und Schweinen und Atmungsschwierigkeiten bei Karnivoren, Nagern und Hasentieren. Toxinogene (dermatonekrotische) P. multocida erzeugen ein Protein, das in den Atemwegen von Schweinen und Kaninchen das Bindegewebe zersetzt.
Symptome
Die Hauptanzeichen von Spirochätose sind Diarrhö, Gewichtsabnahme, verzögertes Wachstum und in schweren Fällen Dehydration.
Wirtschaftliche Auswirkung
Schweinedysenterie hat ernsthafte wirtschaftliche Auswirkungen aufgrund der Mortalität (bis zu 50 % bei einer Einheit) und noch schwerwiegender aufgrund des verzögerten Wachstums (die Schlachtung kann um bis zu 28 Tage verzögert werden) sowie der Behandlungskosten. Außerdem stellen gesundete Tiere weiterhin eine Gefahr dar, da das Bakterium nach wie vor ausgeschieden werden könnte.
ParvoviroseNach oben
Epidemiologie
Totgeburt, Mumifikation, embryonaler Tod, Unfruchtbarkeit (SMEDI-Syndrom) ist weltweit eine häufige und ansteckende Krankheit bei Schweinen. Sie wird verursacht durch den einsträngigen Porcinen Parvovirus (PPV), der zur Familie der Parvoviridae zählt. Die Infektion beginnt bei einem oder mehreren Föten und breitet sich dann im Uterus über einen Großteil des gesamten Wurfs aus, das heißt, es können lebende und mumifizierte Ferkel geboren werden.
Symptome
Nach der Infektion einer Sau verursacht das PPV Reproduktionsprobleme durch Totgeburten, Mumifizierung, embryonalen Fruchttod, Infertilität, unregelmäßige Brunstzyklen und verringerte Wurfgröße.
Die regulatorischen Anforderungen sind von Land zu Land unterschiedlich. Die Produkte sind in Ihrem geografischen Gebiet unter Umständen nicht erhältlich.
Porcines Circovirus (PCV2) Typ 2Nach oben
Epidemiologie
PCV2 ist ein DNA-Virus, das zur Circovirus -Gattung der Circoviridae -Familie zählt. Dieses Virus wird mittlerweile als Hauptursache für PMWS (Postweaning Multisystemic Wasting Syndrome) betrachtet. PCV2 wird hauptsächlich im Kot und Urin ausgeschieden, man findet es jedoch auch im Bronchial- und Nasensekret. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich horizontal über gesunde Träger und kranke Tiere.
Symptome
Die Hauptanzeichen sind Wachstumsstörung, Kurzatmigkeit, Diarrhö und Gelbsucht, die oft mit superinfizierenden Bakterien assoziiert ist. PMWS befällt Absetzferkel, die zwischen 5 und 18 Wochen alt sind, wobei jedoch Reproduktionsstörungen (Abort, Totgeburt, Frühgeburt) auch bei Sauen beobachtet werden konnten.
Prävalenz und Auswirkungen auf die Herde
PMWS kommt überall auf der Welt vor (viele Länder in Europa, Nordamerika und Asien) und verursacht erhebliche ökonomische Schäden aufgrund der eingeschränkten Vermehrungszucht.
Epizootische Virusdiarrhoe (EVD)Nach oben
Überblick
Epizootische Virusdiarrhoe (EVD) ist in China und in europäischen Ländern am weitesten verbreitet und wurde in den USA zum ersten Mal im April 2013 diagnostiziert. Diese Erkrankung betrifft ausschließlich Schweine und wird durch einen Coronavirus verursacht, der transmissible Gastroenteritis (TGE) auslöst. Das Virus schädigt die Zotten im Darm des Tieres und führt zu akuten und schweren Diarrhöepisoden, die rasch auf Schweine allen Alters übertragen werden. Bei anfälligen Populationen können Diarrhöausbrüche bis zu 100 % der Sauen betreffen und in zwei klinischen Szenarien resultieren: EVD Typ I betrifft wachsende Schweine und EVD Typ II Tiere allen Alters von säugenden Ferkeln bis zu erwachsenen Sauen. Das Diarrhöproblem kann bis zu 14 Tage andauern und bei Ferkeln zu Mortalitätsraten zwischen 60 und 100 % führen.
Die Übertragung erfolgt primär über eine direkte Fäkal-Oral-Route, und es konnten keine Vektoren bzw. Reservoirs mit der Verbreitung assoziiert werden. Es besteht zudem ein Potenzial für eine Krankheitsübertragung auf indirektem Wege über die Kleidung, das Personal und Transportfahrzeuge.
Symptome
Die klinischen Symptome der EVD ähneln einem TGE-Ausbruch und umfassen typischerweise wässrige Diarrhö bei Schweinen sowie Erbrechen, Fieber, Kolik und Tod je nach Alter des Tieres. In Aufzuchtbetrieben wird EVD meist langsamer übertragen als TGE. Die Erkrankung wird zudem mit einer längeren Inkubationsperiode von 3 bis 4 Tagen assoziiert. Obwohl EVD und TGE durch ähnliche Coronaviren verursacht werden, besteht keine Kreuzimmunität bei einer Infektion mit einem der Viren.
Risiken für die menschliche Gesundheit
EVD scheint kein Zoonoserisiko aufzuweisen.
Wirtschaftliche Auswirkung
Epizootische Virusdiarrhoe ist höchst infektiös und kann aufgrund der signifikanten Mortalitätsraten und von Produktionsausfällen substanzielle wirtschaftliche Schäden verursachen. Außerdem sind finanzielle Verluste infolge der Behandlungs- und Biosicherheitskosten möglich. Konsumenten können zudem durch höhere Preise für Schweineprodukte finanziell betroffen sein.
Seuchenhafter Spätabort der Schweine (SSS)Nach oben
Überblick
SSS ist eine höchst ansteckende Erkrankung bei Schweinen (Schweine und Wildschweine). Sie wird verursacht durch ein Virus der Familie der Arteriviren, die auch die Erreger für Equine Arteriitis und hämorrhagisches Affenfieber umfasst. Das SSS-Virus ist ein kleines (50 bis 60 nm), behülltes RNA-Virus mit mindestens zwei unterschiedlichen Membranproteinen an seiner Oberfläche, bei denen es sich vermutlich um die Antigene handelt, die bei infizierten Schweinen feststellbare serologische Reaktionen verursachen.
Das SSS-Virus hat eine immunsuppressive Aktivität und tötet die Makrophagen in den Lungen ab, in denen es sich reproduziert. Dies beeinträchtigt vermutlich den pulmonalen Widerstand gegenüber anderen infektiösen Viren und Bakterien. Virale Partikel werden in allen Körpersekretionen ausgeschieden, einschließlich Nasensekret, Kot und Sperma sowie in verworfenem Fetalgewebe und Plazenta. Diese Krankheit kommt überall auf der Welt vor und befällt hauptsächlich domestizierte Schweine.
Symptome
Das Virus verursacht respiratorische und influenza-ähnliche Symptome sowie Fertilitätsprobleme, Aborte und unterentwickelt geborene Tiere.
Risiken für die menschliche Gesundheit
SSS scheint kein Zoonoserisiko aufzuweisen.
Wirtschaftliche Auswirkung
SSS ist bei der Schweinehaltung eine der ökonomisch schädlichsten Erkrankungen. Verringerte Reproduktionsraten und eine geringere Gewichtszunahme der infizierten Tiere können zu erheblichen ökonomischen Schäden für landwirtschaftliche Betriebe führen.
Die regulatorischen Anforderungen sind von Land zu Land unterschiedlich. Die Produkte sind in Ihrem geografischen Gebiet unter Umständen nicht erhältlich.
Porcines respiratorisches Coronavirus (PRCV)Nach oben
Überblick
Als relativ neues Virus trat das PRCV vor rund 10 Jahren in Europa zum ersten Mal auf und hat sich bis heute in die meisten Länder der Welt verbreitet. Das PRCV wird über die Atemwege weit übertragen und erschwert somit die Aufrechterhaltung einer PRCV-freien Herde.
Das PRCV infiziert Schweine allen Alters, und die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt über den Luftweg. Verlauf und Ausmaß der Infektion in einer Herde variieren stark je nach Jahreszeit, Populationsdichte der Schweine und Distanz zwischen den Aufzuchtbetrieben.
Symptome
Mit PRCV infizierte Schweine können durch vorübergehendes Husten betroffen sein, das einige Stunden lang anhält. Obwohl diese Erkrankung oftmals zusammen mit SSS-Infektionen, Mykoplasmen und Influenza auftritt, ist unklar, ob bzw. welche Rolle die Erkrankung in diesen Infektionsszenarien spielt.
Risiken für die menschliche Gesundheit
PRCV scheint kein Zoonoserisiko aufzuweisen.
RotavirusNach oben
Überblick
Von Rotaviren sind Schweinepopulationen weltweit betroffen. Die Erkrankung verursacht Diarrhö bei säugenden und entwöhnten Schweinen mit hoher Morbidität aber niedriger Mortalität, wenn die Diarrhö durch andere Faktoren nicht verschlimmert wird. Eine Infektion zusammen mit anderen Diarrhöerkrankungen wie transmissibler Gastroenteritis und Salmonellose kann extremere klinische Symptome und höhere Mortalitätsraten verursachen.
Rotaviren werden anhand sieben antigenisch verschiedenartiger Serogruppen (A, B, C, D, E, F, G) unterschieden, von denen sich vier (A, B, C, E) direkt auf Schweine auswirken. Typ A ist der bekannteste und prävalenteste dieser Serogruppen, wobei auch Typ C mit Ausbrüchen in Zusammenhang gebracht wurde. Rotaviren zirkulieren höchstwahrscheinlich in großen Schweineherden, wo Jungtiere der Krankheit durch eine kontaminierte Umgebung oder infizierte Träger ausgesetzt sind.
Rotaviren werden über eine Fäkal-Oral-Route übertragen und bewegen sich nach der Aufnahme in den Dünndarm, wo sie die Epithelzellen auf den Zottenspitzen befallen und Zottenatrophie auslösen.
Symptome
Primäres Anzeichen einer Rotavireninfektion ist weiß-gelbe Diarrhö, die mehrere Tage anhält, bis das Schwein eine aktive Immunität entwickelt. Zusätzliche Symptome sind moderate Dehydration und Erbrechen. Die Morbidität variiert, und die Mortalitätsraten sind bei guter Haltung und Unterbringung meist niedrig, wobei diese Raten größer sein können bei mangelhafter Haltung, kalter Umgebungstemperatur und Auftreten anderer Erkrankungen.
Risiken für die menschliche Gesundheit
Rotaviren werden als zoonotisch betrachtet und können auf Menschen übertragen werden.
Wirtschaftliche Auswirkung
Größere Morbidität, Mortalität und Behandlungskosten sowie geringere Reproduktionsraten aufgrund von Diarrhö bei Schweinen können erhebliche ökonomische Verluste verursachen.
SalmonelloseNach oben
Überblick
Salmonellose ist eine durch Salmonellenbakterien verursachte Infektionskrankheit. Salmonellose ist ein weltweites Problem, kommt jedoch in Regionen mit intensiver Viehzucht scheinbar am häufigsten vor, insbesondere wenn es sich um Schweine, Kälber und bestimmte Geflügelarten handelt.
Diese Erkrankung kann alle Zuchttiere betreffen, wobei jedoch Jungtiere und trächtige oder säugende Tiere am anfälligsten sind. Zu den klinischen Symptomen, die beobachtet werden können, zählen Aborte, Arthritis, Atemwegserkrankungen und akute Sepsis. Eine enterische Erkrankung, die sich als blutige, wässrige Diarrhö mit Pyrexie präsentiert, ist das häufigste klinische Krankheitsbild.
Viele Tiere, insbesondere Schweine, Rinder und Geflügel, können zudem ohne klinische Symptome infiziert sein. Solche Tiere können bezüglich der Verbreitung der Infektion zwischen Herden und Geflügelbeständen als Quelle einer Futterkontamination und Infektion des Menschen eine Rolle spielen.
Symptome
Zu den typischen klinischen Symptomen zählen unter anderem Fieber und starke wässrige Diarrhö mit nachfolgender, rasch einsetzender Dehydration. Die Diarrhö ist normalerweise faulig und kann Blut und Mukus enthalten. Salmonellae produzieren Toxine, die zur Schädigung des Darms beitragen und systemische Auswirkungen haben können. Bei einer entsprechenden Schädigung des Darminneren können Bakterien in den Blutstrom gelangen und Sepsis verursachen. Zudem können diese Bakterien bis in Gehirn, Lungen, Gelenke, Uterus (wo sie bei trächtigen Kühen Aborte verursachen) und andere Organe vordringen.
Risiken für die menschliche Gesundheit
Salmonellose ist eine der bekanntesten zoonotischen Erkrankungen und kann ernsthafte klinische Symptome bei Menschen verursachen. Schweine, Rinder, Geflügel und Eier werden als hauptsächliche Ursachen für Salmonellen -Infektionen anerkannt. Die Präsenz dieser Erkrankung stellt ein großes Risiko für die Gesundheit des Menschen dar. Salmonellen -Infektionen bei Tieren, die für die Nahrungsmittelindustrie vorgesehen sind, spielen eine wichtige Rolle bei der öffentlichen Gesundheit, da diese Tiere als Hauptquelle für Salmonellen -Infektionen bei Menschen betrachtet werden.
Wirtschaftliche Auswirkung
Salmonellose hat ernsthafte ökonomische Auswirkungen auf die Rinderzucht weltweit. Mortalität, Behandlungskosten, Aborte, geringere Produktion, entsorgte Milch und vermindertes Konsumentenvertrauen tragen alle zu den Kosten von Salmonellen -Infektionen in den Viehzuchten bei.
Die regulatorischen Anforderungen sind von Land zu Land unterschiedlich. Die Produkte sind in Ihrem geografischen Gebiet unter Umständen nicht erhältlich.
Brachyspira hyodysenteriae /SchweinedysenterieNach oben
Überblick
Brachyspira hyodysenteriae verursacht im Dickdarm von Schweinen eine mukohämorrhagische Diarrhö-Erkrankung, die als Schweinedysenterie bezeichnet wird. B. hyodysenteriae wachsen im Dickdarm und bewirken eine Degeneration der Oberflächenschleimhaut, Mukushypersekretion und multifokale Blutungen der Schleimhautoberfläche. Da die Schleimhaut keine endogenen Sekretionen des Dünndarms reabsorbieren kann, führt dies zu Diarrhö.
Die Übertragung vonB. hyodysenteriae kann über die Aufnahme von infiziertem Kot von Trägerschweinen erfolgen, die diesen Organismus über längere Zeit im Kot ausscheiden.
Symptome
Symptome einer Infektion mit B. hyodysenteriae umfassen typischerweise Fieber, schleimige Diarrhö, Anorexie, Dehydration, Kräfteverfall und ausgeprägte Schwäche.
Risiken für die menschliche Gesundheit
B. hyodysenteriae scheint kein Zoonoserisiko aufzuweisen.
Wirtschaftliche Auswirkung
Größere Morbidität, Mortalität und Behandlungskosten sowie geringere Reproduktionsraten aufgrund von Diarrhö bei Schweinen können erhebliche ökonomische Verluste verursachen.
SchweinegrippeNach oben
Epidemiologie
Schweinegrippe ist eine höchst ansteckende virale Infektion bei Schweinen. Die Infektion wird übertragen, wenn ein Tier in Kontakt kommt mit Sekretionen, die virale Partikel enthalten, meist bei Aerosolen nach Husten und Niesen sowie dem Versprühen von Nasensekreten.
Symptome
Schweineinfluenzaviren (SIV) verursachen eine Atemwegserkrankung, die sich durch Husten, Niesen, Nasalsekrete, hohe Rektaltemperatur, Lethargie, Atmungsschwierigkeiten und Appetitverlust bemerkbar macht. In einigen Fällen kann eine SIV-Infektion Reproduktionsprobleme und Aborte verursachen.
Symptome und Verbreitung des Virus über Nasalsekrete beginnen innerhalb von 24 Stunden nach der Infizierung. Trotz tendenziell geringer Mortalität kann die Mortalität bis zu 100 % erreichen, und bakterielle Sekundärinfektionen können die Symptome der SIV-Infektion weiter verstärken.
Die regulatorischen Anforderungen sind von Land zu Land unterschiedlich. Die Produkte sind in Ihrem geografischen Gebiet unter Umständen nicht erhältlich.
Vesikuläre Schweinekrankheit (SVD)Verzeichnis
Überblick
SVD ist eine stark ansteckende Schweinekrankheit. Das auslösende Virus (SVDV) gehört zur Gattung Enterovirus der Familie der Picornaviridae. Auch wenn die Symptome der Krankheit oftmals mild verlaufen, gehört sie zu den Krankheiten der Liste A der Office International des Epizooties (OIE), da sie klinisch nicht von der Maul- und Klauenseuche (MKS) zu unterscheiden ist. Aus diesem Grund wird bei Ausbrüchen von SVD solange davon ausgegangen, dass es sich um MKS handelt, bis durch Labordiagnose gegenteiliges bewiesen wird.
Das Virus kann durch Exkrete aus Nase und Mund in die Umgebung abgegeben werden und lässt sich auch in den Fäkalien nachweisen.
Symptome
SVD zeichnet sich normalerweise durch das Auftreten von Vesikeln auf Kronsaum, Fersen und gelegentlich auf Lippen, Zunge, Schnauze und Zähnen von infizierten Tieren aus.
Risiken für die menschliche Gesundheit
SVDV scheint kein Zoonoserisiko aufzuweisen.
Wirtschaftliche Auswirkung
Ein Ausbruch von SVD kann erhebliche wirtschaftliche Folgen auf die Fleischproduktionsbranche haben, da infizierte Tiere geopfert werden müssen, um die Krankheit zu eliminieren. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden Handelsrestriktionen für den Fleischexport auferlegt.
Die regulatorischen Anforderungen sind von Land zu Land unterschiedlich. Die Produkte sind in Ihrem geografischen Gebiet unter Umständen nicht erhältlich.
ToxoplasmoseNach oben
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Toxoplasmose wird verursacht durch den protozooischen Parasit Toxoplasma gondii, der zur Familie der Sarcocystiidae zählt. Toxoplasmoseinfektionen sind bei Menschen und vielen anderen warmblütigen Spezies, wie auch Schweinen, Schafen und Ziegen, weit verbreitet. Infektionen treten weltweit auf, wobei jedoch die Prävalenz bei Menschen und Viehbeständen je nach Land stark variiert.
Ursachen für die Infektion sind der Verzehr von rohem oder halbgarem Fleisch, das Gewebezysten und Tachyzoiten enthält, bzw. Nahrungsmittel oder Wasser, welche mit Oozyten verseucht sind. Toxoplasmainfiziertes Fleisch und Fleischprodukte werden als einer der Hauptgründe für Infektionen beim Menschen betrachtet.
Symptome
Die meisten Infektionen bei Schweinen sind subklinisch, wobei jedoch Toxoplasmose durchaus klinische Symptome bei Schweinen jeden Alters auslösen kann. Klinische Toxoplasmose wurde am häufigsten bei säugenden Schweinen berichtet. Infizierte Ferkel werden tot oder krank geboren oder werden innerhalb von 3 Wochen nach der Geburt krank; einige bleiben klinisch betrachtet normal. Schwere Atmung ist das häufigste klinische Anzeichen für Toxoplasmose. Weitere klinische Symptome umfassen Fieber, generelle Schwäche, Diarrhö, Nervosität und in selten Fällen Sehverlust.
Risiken für die menschliche Gesundheit
Bei Menschen verlaufen Toxoplasmoseinfektionen ebenfalls meist asymptomatisch. Klinische Symptome sind bei Personen mit geschwächtem Immunsystem am ehesten möglich. In diesen Fällen kann eine Infektion schwere neurologische Erkrankungen auslösen. Neuere Studien haben jedoch gezeigt, dass immunkompetente Personen klinische Toxoplasmose häufiger entwickeln können als bisher angenommen. Das Panel on Biological Hazards betrachtet Toxoplasmose in der Europäischen Union als unzureichend erkannt und berichtet (EFSA J 583:1-64, 2007) und hat kürzlich Toxoplasma gondii und pathogene verocytotoxin-produzierende Escherichia coli (VTEC) als "„relevanteste biologische Gefahr für Fleischinspektionen bei Schafen und Ziegen“" eingestuft (EFSA J 11:3265, 2013).
Das Emerging Pathogens Institute der University of Florida klassifiziert Toxoplasmose als Nummer Zwei bei den Gefahren für die öffentliche Gesundheit unter nahrungsmittelbedingten Infektionen in ihrer Publikation "„Ranking the Risks: The 10 Pathogen-Food Combinations with The Greatest Burden on Public Health“."
Wirtschaftliche Auswirkung
Aufgrund des Risikos von Infektionen bei Menschen können Toxoplasmoseinfektionen schwerwiegende Auswirkungen auf die fleischverarbeitende Industrie haben. Die Überwachung und Diagnose von infizierten Schweine-, Schaf- und Ziegenherden ist problemlos möglich durch Prüfungen des Serums, Plasmas oder Fleischsaftes der Tiere auf Toxoplasma -Antikörper.
Toxoplasma verursacht selbst in kleinen Restmengen Verluste bei den Herden aufgrund von Aborten, Totgeburten und Geburten von schwachen Lämmern. Die Implementierung geeigneter Maßnahmen basierend auf den Testergebnissen kann den Gesundheitszustand einer Herde signifikant verbessern.
Die regulatorischen Anforderungen sind von Land zu Land unterschiedlich. Die Produkte sind in Ihrem geografischen Gebiet unter Umständen nicht erhältlich.
Transmissible GastroenteritisNach oben
Überblick
TGE zerstört villöse Epithelzellen im Dünndarm von Schweinen und führt zu Zottenatrophie, Malabsorption, Diarrhö, Erbrechen und Dehydration. Die Inkubationszeit beträgt rund 18 Stunden, und die Infektion kann sich über Kontakt oder Aerosolexposition rasch verbreiten.
Da sich kältere Temperaturen nicht auf den ursächlichen Virus auswirken, sind schwere Epidemien auch während der Wintermonate möglich.
Symptome
Die klinischen Symptome von TGE umfassen Erbrechen, starke Diarrhö, Dehydration und übermäßigen Durst. Bei Ferkeln, die weniger als 1 Woche alt sind, beträgt die Mortalität fast 100 %; Ferkel, die älter sind als 1 Monat, sterben selten aufgrund dieser Erkrankung. Die Mortalität beträgt bei Ferkeln, die >1 Woche alt sind, 100 %; Ferkel von < 1 Monat sterben selten. Trächtige Sauen sind oftmals von Erbrechen und Diarrhö betroffen, und gelegentlich sind Aborte möglich.
Risiken für die menschliche Gesundheit
TGE scheint kein Zoonoserisiko aufzuweisen.
Wirtschaftliche Auswirkung
TGE kann bei Aufzuchtherden erhebliche ökonomische Verluste verursachen – hauptsächlich aufgrund der hohen Ferkelmortalität – hat jedoch weniger starke Auswirkungen auf Zucht- und Endmastbestände.
TrichinelloseNach oben
Überblick
Trichinellose ist eine zoonotische Erkrankung, die weltweit auftritt und durch den Nematoden Trichinellaverursacht wird. Der Fadenwurm Trichinella spp. kann viele fleisch- und allesfressende Tierarten infizieren, darunter auch Zuchtschweine. Bei dieser Gattung werden gegenwärtig 11 verschiedene Unterarten unterschieden. In Europa stehen insbesondere Trichinella spiralis, Trichinella britovi, Trichinella pseudospiralisund Trichinella nativaim Mittelpunkt. T. spiralis ist von besonderer Bedeutung, da Zuchtschweine auf diesen Genotyp äußerst anfällig sind. T. britovi findet man hauptsächlich bei Wildtieren.
T. pseudospiralis ist eine Gattung ohne Kapselbildung, das heißt, sie bildet keine charakteristische Kapsel wie andere Gattungen, beispielsweise T. spiralis. Eine weitere Eigenschaft von T. pseudospiralis ist die Fähigkeit, Vögel zu infizieren. T. nativa findet man meist bei Wildtieren. Diese Spezies hat sich an kalte Temperaturen angepasst und ist widerstandsfähig gegen Einfrieren. Der Wurm kann jegliche Säugetierart befallen, die Larvenzysten aufnimmt.
In der Europäischen Union wird Trichinellose häufig in Regionen mit traditioneller Agrikultur beobachtet, wo Schweine in kleinen Ställen mit unzureichenden Kontrollmaßnahmen gehalten werden. Manche Fälle treten jedoch auch in Zuchtbetrieben mit guten Zuchtpraktiken auf.
Symptome
Die meisten Infektionen bei Wild- und Zuchttieren bleiben undiagnostiziert. Obwohl Diagnosen bei lebenden Tieren (mit Ausnahme von Menschen) selten sind, liegt Trichinellose nahe, wenn eine Vorgeschichte mit Verzehr von Nagetieren, Wildtierkadavern oder rohem infiziertem Fleisch vorliegt.
Risiken für die menschliche Gesundheit
Menschen können von allen Trichinella-Spezies betroffen sein. Die Infektion von Menschen ist über den Verzehr von rohem oder halbgarem Fleisch möglich. Die Symptome einer Trichinella -Infektionen umfassen anfänglich Diarrhö, Erbrechen, Fatigue, Fieber und Bauchschmerzen. In späteren Phasen sind Kopfschmerzen, Fieber, Schüttelfrost, Husten, geschwollene Augen, Gelenk- und Muskelschmerzen, juckende Haut, Diarrhö und Darmträgheit möglich.
In fortgeschrittenen Infektionsphasen hat der Patient wahrscheinlich Schwierigkeiten bei der Bewegungskoordination sowie Herz- und Atmungsbeschwerden. In einigen Fällen kann die Infektion zum Tod führen. In der Europäischen Union und den EEA/EFTA-Ländern werden jährlich mindestens 90 Infektionen bei Menschen gemeldet.
Wirtschaftliche Auswirkung
Die Europäische Union gibt jährlich Millionen Euro für das Testen von Schweinefleisch auf Trichinellaaus. Diese Kosten werden wahrscheinlich weiter ansteigen, da die EG-Verordnung 2075/2005, die 2006 wirksam wurde, Trichinellose-Tests bei allen Schweinekadavern erfordert.
Die regulatorischen Anforderungen sind von Land zu Land unterschiedlich. Die Produkte sind in Ihrem geografischen Gebiet unter Umständen nicht erhältlich.
Nur für veterinärmedizinische Zwecke.
