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Krankheiten im Fokus

Blauzungenkrankheit (BT)

Border Disease (BD)

Caprine Arthritis-Encephalitis (CAE)

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Epidemiologie
Blauzungenkrankheit (auch Katarrhalfieber) wird von einem doppelsträngigen RNA-Virus der Gattung Orbivirus der Familie Reoviridae hervorgerufen. Es handelt sich um eine nicht ansteckende Krankheit, die von Insekten auf wilde und domestizierte Wiederkäuer, insbesondere Schafe, übertragen wird.

Anzeichen
Schafe entwickeln sieben oder acht Tage nach der Infektion akute Anzeichen, zu denen Fieber, Lethargie und Selbstisolation von der Herde zählen. Kurz nach Anstieg der Temperatur schwillt die Maulschleimhaut an und wird rot, und es kommt zur Produktion großer Mengen schäumenden Speichels. Die Zunge schwillt an und kann mitunter blau werden (daher der Name der Krankheit). Die Kuppe des Nagelkörpers wird rot und schmerzt. Betroffene Tiere können lahmen und Auen abortieren möglicherweise. In den meisten Fällen treten Wachstumsverzögerung und Fellverlust auf. Schwer erkrankte Schafe können acht bis zehn Tage nach der Infektion verenden.

Bei Rindern und Ziegen verläuft die Infektion gewöhnlich asymptomatisch. Wenn bei Rindern Anzeichen vorliegen, sind dies meistens Hyperthermie, Abort gegen Ende der Tragzeit (im achten Monat), Ödem (des Euters, der Zitzen, Vulva und der Sprunggelenke) sowie Erythem (Schleimhaut, Zitzen und Euter).

Verbreitung des BTV
Die Blauzungenkrankheit wurde zum ersten Mal 1876 in Südafrika gemeldet. Entgegen der früher vorherrschenden Annahme, dass sie nur in Afrika vorkommt, hat sich die Krankheit in den letzten 10 Jahren auf Asien, den Süden der USA, Australien und Südeuropa ausgebreitet. Insgesamt sind 24 unterschiedliche Serotypen des Blauzungenvirus bekannt, von denen acht in Europa beobachtet wurden (Serotypen 1, 2, 4, 6, 8, 9, 11 und 16).

Die regulatorischen Anforderungen sind von Land zu Land unterschiedlich. Die Produkte sind u. U. in Ihrer Region nicht erhältlich.

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Border Disease (BD) wird durch den Pestivirus Border-Disease-Virus (BDV) verursacht. BD ist eine Viruserkrankung von Schafen und Ziegen, die zum ersten Mal im Jahr 1959 in der Grenzregion zwischen England und Wales gemeldet wurde und die seitdem weltweit verzeichnet wurde.

Die Prävalenzraten bei Schafen variieren von 5 bis 50 % zwischen den Ländern und von Region zu Region in den Ländern. Die vertikale Transmission spielt eine wichtige Rolle in der Epidemiologie der Krankheit. Eine Infektion der Feten kann zur Geburt von persistent infizierten (PI) Lämmern führen. Diese PI-Lämmer sind virämisch, Antikörper-negativ und scheiden konstant Viren aus. Der Virus breitet sich von Schaf zu Schaf aus, wobei PI-Tiere die stärkste Infektionsquelle sind.

Eine Infektion ist bei Ziegen weniger verbreitet, wobei Aborte die hauptsächlich auftretenden Symptome sind.

Es ist wichtig, virämische PI-Tiere zu identifizieren, damit sie nicht zur Zucht verwendet oder gehandelt werden.

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Überblick
Brucellose ist eine infektiöse Krankheit, die von Brucella-Bakterien hervorgerufen wird. Die wichtigsten Brucella-Spezies sind: B. abortus, infiziert hauptsächlich Rinder; B. melitensis, infiziert hauptsächlich Schafe und Ziegen; und B. suis, infiziert hauptsächlich Schweine. Diese Brucella-Spezies sind nicht wirtsspezifisch und können bei geeigneten Bedingungen auf andere Tierarten oder Menschen übertragen werden.

Brucellose wird am häufigsten durch direkten Kontakt anfälliger Tiere mit infizierten Tieren oder in einer kontaminierten Umgebung mit Ausscheidungen von infizierten Tieren übertragen. Brucellose ist daher ein Herden- oder Kleinvieh-Problem.

Brucellose ist eine meldepflichtige Krankheit; jegliches Auftreten muss den zuständigen Gesundheitsbehörden gemeldet werden. Je nach Spezies und Infektionsrate gibt es unterschiedliche Eradikationsprogramme, die wirksam sind. Bei hohen Inzidenzraten sind Schutzimpfungsprogramme erforderlich, um die Infektionsrate zu reduzieren. Nachdem dies erzielt wurde, werden Überwachungsprogramme in Verbindung mit der Notschlachtung infizierter Tiere durchgeführt. Die Programme führen dann zu einem Status „Brucellosefrei“ oder „Amtlich frei von Brucellose“ für spezifische Regionen oder ganze Länder. In Europa ist die Überwachung in der EU-Richtlinie 2003/99/EG zur Zoonosenüberwachung festgelegt.

Anzeichen
Häufige Symptome von Brucella-Infektionen sind reduzierte Milchproduktion, Gewichtsverlust, Aborte, Unfruchtbarkeit und Lahmheit. Die Aufnahme von Brucella geschieht oral oder über Wunden der Haut oder der Schleimhäute. Brucella-Bakterien werden hauptsächlich über abgegangene Plazentas und Föten sowie über Sperma und Milch ausgeschieden.

Mitunter können sich Tiere von der Krankheit nach einer gewissen Zeitspanne erholen. Es ist aber häufiger der Fall, dass die Symptome verschwinden, die Erkrankung aber verbleibt. Diese asymptomatischen Tiere stellen eine gefährliche Infektionsquelle dar.

Gesundheitsrisiko für Menschen
Die häufigsten Infektionsquellen für den Menschen sind Rohmilch und Rohmilchkäsesorten. Landwirte und Veterinärmediziner haben aufgrund der direkten Exposition zu verworfenem infiziertem Material ein erhöhtes Infektionsrisiko. In Menschen ist die Krankheit normalerweise nicht tödlich, kann sich aber über Jahre hinausziehen, wenn sie nicht behandelt wird.

Die Inkubationszeit liegt normalerweise bei 1 bis 3 Wochen, kann aber auch manchmal auch mehrere Monate betragen. Patienten zeigen nicht-spezifische Symptome, wie z. B. schubweise Fieberanfälle, Schüttelfrost, Unwohlsein und Kopfschmerzen.

Ökonomische Auswirkung
Brucellose stellt in vielen Regionen der Welt ein ernstes Problem der Volks- und Tiergesundheit dar. Obwohl infizierte Tiere der Krankheit selten erliegen, zählt die Brucellose aufgrund des wirtschaftlichen Schadens, den sie verursachen kann, weltweit zu den schwerwiegendsten Nutztierkrankheiten.

Diese Zoonose wurde in einer Reihe von Ländern ausgemerzt bzw. fast ausgemerzt, ist aber in der Mittelmeerregion, in Afrika, Asien und Südamerika nach wie vor verbreitet.

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Epidemiologie
CAE und Maedi-Visna sind hartnäckige Virusinfektionen, die durch nah verwandte Lentiviren der Retroviridae-Familie verursacht werden. Auch wenn nur wenige Fälle von Interspezies-Übertragung dokumentiert wurden, kann CAEV Schafe und Maedi-Visna Ziegen infizieren.

Die Infektion wird sehr früh an das Lamm oder Kitz über die Mutter über das Kolostrum oder die Milch oder über Atemwegssekrete infizierter Tiere übertragen. Das Lamm oder Kitz ist nun ein ständiger Krankheitsträger und kann den Virus für den Rest seines Lebens auf die Herde übertragen.

Anzeichen
CAE ist eine Krankheit, die Ziegen befällt und Arthritis und Mastitis in erwachsenen Tieren und Enzephalitis in jüngeren Tieren verursacht. Maedi-Visna befällt Schafe und verursacht Kurzatmigkeit oder Atemnot, Arthritis und Gewichtsverlust. Zusätzlich können manche Schafe Läsionen unterschiedlicher Schwere in den Lungen oder an den Eutern entwickeln. CAEV und Maedi-Visna sind nah verwandte Viren.

Prävalenz
Auch wenn ovine Lentiviren in den meisten Ländern, in denen Schafe gehalten werden (mit Ausnahme von Australien und Neuseeland), identifiziert wurden, ist CAEV in industrialisierten Ländern weiter verbreitet.

Erreichen des krankheitsfreies Status erfordert serologische Tests
Serologisches Screening nach beiden Viren ist für die Zertifizierung von Züchtungseinrichtungen für Ziegen und Schafe erforderlich. Symptome werden nur in einem Bruchteil der seropositiven Tiere (9 bis 38 %, je nach Studie) beobachtet.

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Bei Wiederkäuern ist Chlamydiose eine ansteckende Krankheit, die durch Bakterien, die auch Vögel und Menschen infizieren, hervorgerufen wird. Die Krankheit kann bei Wiederkäuern zu Aborten, Frühgeburten, Lungenentzündung, Konjunktivitis und Arthritis führen. Die Infektion kann auf Neugeborene, Jungtiere oder adulte Wiederkäuer durch eine große Anzahl an Bakterien übertragen werden, die in fetalen Hüllen und Flüssigkeiten, Fäkalien, Urin und Milch ausgeschieden werden. Der Hauptübertragungsweg ist jedoch die Inhalation kontaminierter Aerosole. Die Chlamydia-Taxonomie wurde durch Everett im Jahr 1999 revidiert. In dieser neuen Klassifizierung werden die Spezien in zwei Hauptgattungen eingeteilt:

  • Die Gattung Chlamydia, die C. trachomatis (Menschen), C. suis (Schweine) und C. muridarum (Mäuse und Hamster) umfasst
  • Die Gattung Chlamydophila, die aus sechs Spezien besteht: Cp. abortus (Säugetiere), Cp. psittaci (Vögel), Cp. felis (Katzen), Cp. caviae (Meerschweinchen), Cp. pecorum (Säugetiere) und Cp. pneumoniae (Menschen)

Bei Wiederkäuern wurden zwei Spezies entdeckt: Cp. abortus (verursacht Aborte) und Cp. pecorum (verursacht asymptomatische Darmentzündungen, Pneumonie, Konjunktivitis, Arthritis, Aborte und Unfruchtbarkeit). Bei schwangeren Frauen kann C. abortus Aborte mit schweren Komplikationen verursachen.

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Überblick
Maul- und Klauenseuche (MKS) ist eine hochgradig ansteckende Viruserkrankung, die alle paarhufigen Tiere befällt und auf der ganzen Welt verbreitet ist. MKS kann klinisch nicht von anderen vesikulären Krankheiten wie der Vesikulären Schweinekrankheit (SVD) unterschieden werden.

Das Virus gehört zu der Gattung der Apthoviren und zur Familie der Picornaviridae. Es gibt sieben Serotypen des MKS-Virus: O, A, C, SAT 1, SAT 2, SAT 3 und Asia 1. Die Infektion mit einem Serotyp verleiht keine Immunität gegenüber Viren eines der anderen Serotypen.

Unter den domestizierten Arten sind Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen anfällig für MKS.

Anzeichen
Klinische Anzeichen von MKS sind das Auftreten von Vesikeln (kleine Bläschen) an den Füßen, in und rund um die Mundhöhle und bei weiblichen Tieren auf den Milchdrüsen. Vesikel können auch in den Nasenlöchern sowie an Druckpunkten an den Gliedmaßen auftreten. Das gilt insbesondere für Schweine.

Die Übertragung tritt durch Kontakt mit infizierten und anfälligen Tieren auf. Das Virus kann während der akuten Infektionsphase in die Luft ausgeschieden werden.

Gesundheitsrisiko für Menschen
MKS scheint kein Zoonoserisiko aufzuweisen.

Ökonomische Auswirkung
Das Auftreten von MKS ist durch die Dezimierung der Tierbestände und durch die Restriktionen für den Fleischexport aus den betroffenen Gebieten eine sehr ernste wirtschaftliche Bedrohung für die Nutztierindustrie.

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Überblick
Maedi-Visna (MV), Ovine Progressive Pneumonie (OPP) und Caprine Arthritis-Enzephalitis (CAE) sind chronische Krankheiten bei Schafen und Ziegen, die typischerweise zusammen als Kleinwiederkäuer-Lentiviren (Small Ruminant Lentiviruses, SRLVs) bezeichnet werden. Maedi-Visa ist der isländische Name, der zwei der Symptome des MV-Virus beschreibt. „Maedi“ bedeutet „Atemnot“ und hängt mit der interstitiellen Pneumonie, die bei der Krankheit entsteht, zusammen; „Visna“ bedeutet „Auszehrung“ und ist ein Symptom der lähmenden Meningoenzephalitis.

Ovine Lentiviren wurden weltweit in Ländern mit Schafhaltung entdeckt, mit der Ausnahme von Neuseeland und Australien. CAEV ist hauptsächlich in industrialisierten Ländern verbreitet, was sich mit dem internationalen Transport von Milchziegen (europäische Rassen) überschneidet.

Das Virus befällt alle Schaf- und Ziegenrassen, allerdings haben Studien gezeigt, dass einige Rassen eine größere Resistenz gegen Lentivirusinfektionen aufweisen könnten. Die Übertragung von MV und CAEV erfolgt hauptsächlich oral durch Aufnahme von infiziertem Kolostrum oder infizierter Milch oder durch Einatmung von infizierten Aerosoltröpfchen.

Anzeichen
Die vorwiegenden Anzeichen bei einem klinisch befallenen Schafs sind Auszehrung und Atemnot, wobei Polyarthritis das überwiegende Anzeichen bei Ziegen ist. Fieber, Husten und bronchiale Ausscheidungen sind mögliche, aber selten beobachtete Anzeichen, solange keine sekundäre bakterielle Infektion vorliegt. Kreisen, Muskelzittern und Lähmung stehen typischerweise im Zusammenhang mit der enzephalitischen Form des Virus.

Gesundheitsrisiko für Menschen
MV scheint kein Zoonoserisiko aufzuweisen.

Ökonomische Auswirkung
Bekämpfungsprogramme haben bei der Verringerung der MV-Inzidenz in einigen Ländern geholfen, allerdings ist die Krankheit in einigen Teilen der Welt immer noch weit verbreitet. In einigen Gebieten der USA können die Infektionsraten von Schafen bei über 50 % liegen. Staaten im Westen und Mittleren Westen melden einige der höchsten Raten. Infektionen sind normalerweise asymptomatisch. Sobald klinische Anzeichen auftreten, ist MV typischerweise progressiv und tödlich.

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Epidemiologie
Diarrhö ist eine der Haupttodesursachen bei Kälbern und anderen jungen Wiederkäuern. Diese Art der neonatalen Gastroenteritis wird von Mikroorganismen verursacht, die aufgenommen werden und den Darm erreichen. Viele verschiedene Mikroorganismen können neonatale Diarrhö verursachen, einschließlich Viren (Rotavirus, Coronavirus), Bakterien (Salmonella, Enterotoxin-bildender Escherichia coli K99) sowie Einzeller (Cryptosporidium parvum, Coccidia).

Anzeichen
Eine Virusinfektion ebnet oft den Weg für eine bakterielle Superinfektion, die das Problem verschlimmert und so das Endergebnis bestimmt. Die ersten Anzeichen von Diarrhö sind Appetitverlust, Zusammenziehen und Anspannung des Bauches sowie Lethargie. Bei Tieren kann Diarrhö schnell zu Dehydrierung, gefolgt von Lähmung, Kreislaufversagen und Tod, führen.

Laboruntersuchungen werden für eine Diagnose benötigt
Der Erreger der Diarrhö bei Kälbern kann nicht aufgrund der Symptome alleine identifiziert werden; Labortests sind erforderlich. Die beste Prophylaxe gegen neonatale Diarrhö ist zu gewährleisten, dass das Kalb nach der Geburt so schnell wie möglich eine ausreichende Menge an Kolostrum erhält.

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Epidemiologie
Neospora caninum ist ein einzelliger Parasit, der erstmals bei Hunden entdeckt wurde, in denen er Myositis und Enzephalitis verursacht. In den 1990er Jahren wurde jedoch beobachtet, dass Neospora eine Hauptursache von Aborten bei Kühen darstellte, die gewöhnlich zwischen dem vierten und siebten Trächtigkeitsmonat eintraten. Abhängig von der Anzahl der infizierten Kühe in der Herde liegt die Abortrate bei 5 bis 30 %; die höheren Raten sind durch serielle Aborte, die in weniger als einem Monat auftreten, charakterisiert.

Transmission
Es ist nicht eindeutig bekannt, wie der Parasit übertragen wird. Da mindestens 80 % der Kälber seropositiver Kühe infiziert sind, wird angenommen, dass er hauptsächlich vom Muttertier an die Nachkommen übertragen wird. Außerdem wurde darauf hingedeutet, dass Hunde an der Übertragung von Neospora auf Rinder beteiligt sein könnten. Diese Infektion ist auf allen Kontinenten bekannt und stellt in manchen Ländern die Hauptursache für Aborte bei Rindern dar (noch vor BVD und IBR).

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Überblick
Paratuberkulose, auch Johnesche Krankheit genannt, wird durch die Anwesenheit des Myobacterium avium spp. paratuberculosis im Dünndarm von Wiederkäuern hervorgerufen. Es handelt sich dabei um ein weltweit verbreitetes Problem, das insbesondere Herden von Fleisch- und Milchrindern befällt.

Paratuberkulose ist eine chronisch schwächende Enteritis, die in einer Tierherde ernste Auswirkungen auf die Produktion haben kann.

Die Diagnose einer klinischen Infektion wird gewöhnlich durch Nachweis des verursachenden Organismus, M. avium ssp. paratuberculosis, in den Fäkalien oder im Darmgewebe nach einer Obduktion bestätigt. Schwieriger ist die Identifizierung einer subklinischen Erkrankung bei Tieren, die den Erreger über einen langen Zeitraum hinweg absondern und somit andere Tiere in der Herde anstecken können. Die Prävalenz der bovinen Paratuberkulose in Europa ist von Land zu Land unterschiedlich und liegt zwischen 7 und 55 %.

Anzeichen
Die Symptome – chronische Darmentzündung, mesenterische Lymphknotenläsionen, Diarrhö, Gewichtsverlust und Ödem – treten gewöhnlich bei über 2 Jahre alten Tieren mit fortgeschrittenem Krankheitsstadium auf.

Gesundheitsrisiko für Menschen
Das die Paratuberkulose verursachende Bakterium, M. avium ssp. paratuberculosis, kann die Pasteurisierung von Milch und Milchprodukten überleben und daher potentiell ein Risiko für die menschliche Gesundheit darstellen. Zunehmende wissenschaftliche Erkenntnisse weisen darauf hin, dass es eine Verbindung zwischen Paratuberkulose in Milchviehherden und Morbus Crohn beim Menschen gibt. Morbus Crohn ist eine unheilbare, chronisch-entzündliche Darmerkrankung.

Ökonomische Auswirkung
Paratuberkulose bei Nutztieren kann aufgrund mehrerer Faktoren wesentliche wirtschaftliche Verluste verursachen. Dazu zählen verringerte Produktion, frühzeitige Keulung und Kosten für veterinärmedizinische Betreuung. In den USA erregt Paratuberkulose in der Rinderindustrie anwachsende Besorgnis, da sie sich auf die internationale Vermarktung von Rindern und Rinderprodukten auswirkt und wirtschaftliche Verluste für die Produzenten verursacht. Aufgrund dessen wurde bezüglich der Johneschen Krankheit ein freiwilliger Herdenstatusplan für Rinder (Voluntary Johne's Disease Herd Status Program for Cattle; VJDHSP) ins Leben gerufen. Im April 2002 nahm der USDA-APHIS-Veterinary Service Teile dieser Initiative in seine Normen für nationale Programme auf.

In der Europäischen Union gibt es zwar keine offiziellen Programme; es gelten jedoch länderspezifische Richtlinien.

Australien verfügt über eine nationales Kontrollprogramm für Johnesche Krankheit (National Johne’s Disease Control Program; NJDCP), das darauf abzielt, die Ausbreitung und Auswirkungen der Johneschen Krankheit zu reduzieren. Es handelt sich dabei um ein kooperatives Programm, an dem die australischen Nutztierbranchen, der Staat und die Veterinärmedizin beteiligt sind. Das Programm wird im Auftrag der wichtigsten Interessenvertreter von Animal Health Australia verwaltet.

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Epidemiologie
Q(Query)-Fieber ist eine ubiquitäre Zoonose, die weltweit (mit Ausnahme von Neuseeland) vorkommt. Es wird von Coxiella burnetii verursacht, einem obligaten intrazellulären Bakterium, das viele verschiedene Tierspezies, z. B. Wiederkäuer, Hunde, Katzen, Vögel und Arthropoden, sowie den Menschen befallen kann. Bei Wiederkäuern (die als Hauptreservoir für die Infektion von Menschen gelten) steht die Krankheit vor allem mit einer reproduktiven Dysfunktion in Verbindung. Sie verläuft gewöhnlich asymptomatisch und wird normalerweise nicht gescreent, es sei denn, ein Tier hat mehrmals abortiert oder weist Fortpflanzungsprobleme auf. Coxiella burnetii besiedelt die Plazenta und verursacht Frühgeburten, geringes Geburtsgewicht und Abort.

Auswirkung von Q-Fieber auf Menschen
Der Hauptinfektionsweg beim Menschen ist die Inhalation kontaminierter Aerosole; schwangere Frauen sollten außerdem vom Genuss von Rohmilch und Rohmilchprodukten absehen. Q-Fieber bleibt oft unbemerkt, da es fälschlicherweise für ein Influenza-ähnliches Syndrom gehalten werden kann. Die Folgen können für schwangere Frauen (Abort oder Frühgeburt) und für immungeschwächte Personen oder Patienten mit Herzklappenkrankheit schwerwiegend sein.

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Überblick
Salmonellose ist eine durch Salmonellenbakterien verursachte Infektionskrankheit. Salmonellose wurde in Ländern auf der ganzen Welt nachgewiesen; besonders prävalent scheint die Krankheit jedoch in Gebieten mit intensiver Tierhaltung, insbesondere von Schweinen, Kälbern und einigen Geflügelarten, zu sein.

Die Krankheit kann zwar alle Nutztiere befallen; Jungtiere und trächtige oder säugende Tiere sind dafür jedoch am anfälligsten. Zu den klinischen Symptomen, die beobachtet werden können, zählen Aborte, Arthritis, Atemwegserkrankungen und akute Sepsis. Die am häufigsten beobachtete klinische Manifestation ist eine enterische Erkrankung, die sich oft als blutige, wässrige Diarrhö mit Fieber darstellt.

Viele Tiere, insbesondere Schweine, Rinder und Geflügel, können zudem ohne klinische Symptome infiziert sein. Solche Tiere spielen möglicherweise eine wichtige Rolle bei der Ausbreitung der Infektion auf andere Scharen und Herden sowie auch als Quelle der Kontamination von Nahrungsmitteln und Infektionen beim Menschen.

Anzeichen
Zu den typischen klinischen Symptomen zählen unter anderem Fieber und starke wässrige Diarrhö mit nachfolgender, rasch einsetzender Dehydration. Die Diarrhö hat gewöhnlich einen faulen Geruch und kann Blut und Schleim enthalten. Salmonellen produzieren Toxine, die zur Beschädigung des Darms beitragen und systemische Auswirkungen haben können. Wenn die Darmauskleidung ausreichend beschädigt wird, können die Bakterien in den Blutkreislauf eindringen, was eine Septikämie zur Folge hat, und die Bakterien können Hirn, Lunge, Gelenke, Uterus (was bei trächtigen Kühen zum Abort führt) sowie andere Organe befallen.

Gesundheitsrisiko für Menschen
Salmonellose ist eine der bekanntesten zoonotischen Erkrankungen und kann ernsthafte klinische Symptome bei Menschen verursachen. Schweine, Rinder, Geflügel und Eier wurden als hauptsächliche Ursachen für Salmonellen-Infektionen identifiziert. Die Präsenz dieser Erkrankung stellt ein großes Risiko für die Gesundheit des Menschen dar. Salmonellen-Infektionen bei Tieren, die für die Nahrungsmittelindustrie vorgesehen sind, spielen eine wichtige Rolle für die öffentliche Gesundheit, da diese Tiere als Hauptquelle für Salmonellen-Infektionen bei Menschen betrachtet werden.

Ökonomische Auswirkung
Salmonellose hat ernsthafte ökonomische Auswirkungen auf die Rinderzucht weltweit. Mortalität, Behandlungskosten, Aborte, geringere Produktion, entsorgte Milch und vermindertes Konsumentenvertrauen tragen alle zu den Kosten von Salmonellen-Infektionen in den Viehzuchten bei.

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Epidemiologie
Das Schmallenberg-Virus gehört zur Bunyaviridae-Familie, Genus Orthobunyaviridae und ist nahe mit den Akabane-, Aino- and Shamonda-Viren verwandt. Das Virus wurde zuerst in Deutschland im November 2011 identifiziert. Es wurde in einigen Proben von bovinen und ovinen Wirten mit atypischen Symptomen, die für keine der zu der Zeit bekannten Krankheiten charakteristisch waren, gefunden.

Anzeichen
Das Virus induziert schwache klinische Symptome, die gesamte Gesundheit des Tieres beeinflussen, wie z. B. Hyperthermie, Appetitverlust, reduzierte Milchproduktion und in manchen Fällen Diarrhö. Die Infektion weiblicher Wiederkäuern während der Trächtigkeit kann außerdem zu Missbildungen (z. B. Hydrozephalus) bei den Nachkommen führen.

Diagnostik
Der Nachweis des Virus wird am besten am Gehirn eines abgegangenen Fötus durchgeführt, das Virus kann aber auch im Blut, Serum und der Milz nachgewiesen werden (FLI – Deutsches Nationales Referenzlabor).

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Überblick
Toxoplasmose wird durch den protozooischen Parasit Toxoplasma gondii verursacht, der zur Familie der Sarcocystiidae zählt. Toxoplasmose-Infektionen sind beim Menschen und anderen Warmblütern, einschließlich Schweinen, Schafen und Ziegen, weit verbreitet. Toxoplasmose kommt weltweit vor; die Verbreitung in humanen und Tierpopulationen variiert stark je nach Land.

Infektionen treten in Folge des Verzehrs von rohem oder nicht garem Fleisch auf, das Gewebezysten und Tachyzoiten enthält, oder von Wasser oder Nahrung, die mit Oozysten kontaminiert sind, auf. Fleisch und Fleischprodukte, die mit Toxoplasma infiziert sind, werden als maßgebliche Infektionsquelle für den Menschen angesehen.

Anzeichen
Klinische Anzeichen umfassen Fieber, Diarrhö, Husten, Dyspnoe, Ikterus, Krämpfe und Tod. T gondii ist auch eine entscheidende Ursache für Aborte und Totgeburten bei Schafen und Ziegen, manchmal auch bei Schweinen. Nach der Infizierung des Mutterschafs verbreiten sich Tachyzoiten über das Blut in die Plazentalappen und verursachen Nekrose. Tachyzoiten können auch in den Fötus gelangen und dort Nekrose in verschiedenen Organen verursachen.

Gesundheitsrisiko für Menschen
Beim Menschen sind Toxoplasma-Infektionen meist asymptotisch. Klinische Anzeichen sind hauptsächlich bei immunsupprimierten Personen bekannt, bei denen die Infektion eine schwerwiegende neurologische Erkrankung verursachen kann. Aktuelle Studien haben gezeigt, dass immunkompetente Personen klinische Toxoplasmose doch häufiger als bisher gedacht entwickeln. Das Panel on Biological Hazards betrachtet Toxoplasmose in der Europäischen Union als unzureichend erkannt und berichtet (The EFSA Journal 2007; 583: 1-64) und hat kürzlichToxoplasma gondii und pathogene Verocytotoxin-produzierende Escherichia coli (VTEC) als „relevanteste biologische Gefahr für Fleischinspektionen bei Schafen und Ziegen“ eingestuft (The EFSA Journal 2013; 11(6): 3265).

Das Emerging Pathogens Institute der University of Florida stuft Toxoplasmose als Nummer 2 auf der Liste der Belastungen für die öffentliche Gesundheit durch lebensmittelbedingte Infektionen in der folgenden Veröffentlichung ein: „Ranking the Risks: The 10 Pathogen-Food Combinations with the Greatest Burden on Public Health.”

Ökonomische Auswirkung
Aufgrund des Infektionsrisikos für Menschen kann die Fleischindustrie beim Auftreten einer Toxoplasma-Infektion schwer betroffen sein. Überwachung und Diagnose infizierter Schweine-, Schaf- und Ziegen-Herden kann sehr leicht durch das Prüfen auf Toxoplasma-Antikörper im Serum, Plasma oder im Fleischsaft erreicht werden.

Toxoplasma verursacht in kleinen Wiederkäuern Verluste für die Herde aufgrund von Aborten, Totgeburten oder Geburten schwacher Lämmer. Die Implementierung geeigneter Maßnahmen basierend auf den Testergebnissen kann den Gesundheitszustand einer Herde signifikant verbessern.

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