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Über den Stich hinaus: Diagnostik von Insektengiftallergien verstehen

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Venom allergy

Veröffentlicht im: Oktober 2025


Die Ordnung der Hymenoptera (Hautflügler) umfasst weltweit mehr als 100.000 bekannte Insektenarten.1 Einige Bestandteile des Insektengifts sind potenzielle Allergene und können nach IgE-vermittelter Sensibilisierung lokale und/oder systemische allergische Reaktionen hervorrufen.1

Eine Allergie gegen Hymenopteren-Gift sollte nicht unterschätzt werden

Nach einem ersten Stich kann das Immunsystem betroffener Patienten mit der Produktion von allergenspezifischen IgE-Antikörpern (sIgE) reagieren. Bei einem erneuten Stich können diese dann eine schnellere Entzündungsreaktion auslösen. Eine Allergie gegen Hymenopteren-Gift ist aufgrund des hohen Risikos einer schweren und sogar tödlichen Anaphylaxie eine der schwerwiegendsten IgE-vermittelten Überempfindlichkeitsreaktionen. Sie ist Ursache von 48 % der schweren anaphylaktischen Reaktionen bei europäischen Erwachsenen und von 20% solcher Reaktionen bei Kindern.2

Die Rolle von Tests auf spezifisches IgE bei der Diagnose einer Allergie gegen Hymenopteren-Gift

Die Diagnose einer Insektengiftallergie wird durch den Nachweis von sIgE-Antikörpern unterstützt, entweder mithilfe von Allergenextrakten oder einzelner Allergenkomponenten, die im Allergenextrakt enthalten sind. Mehrere Bienen- und Wespenallergene wurden charakterisiert und sind als rekombinante Antigene für die komponentenbasierte Diagnostik (CRD) erhältlich.3

Eine CRD unterstützt darüber hinaus die Unterscheidung zwischen einer echten Sensibilisierung und einer Kreuzreaktivität zwischen Spezies.

Die genaue Identifizierung des allergieauslösenden stechenden Insekts ist unerlässlich für eine effektive Behandlung von Hymenopterengift-Allergikern mit einer spezifischen Insektengift- Immuntherapie (VIT). Die Diagnostik mit Insektengift-Allergenextrakten für Hauttests und serologische Analysen stellt bei Patienten mit positiver klinischer Anamnese die erste Differenzierungsstufe zwischen Bienengift- und Wespengiftsensibilisierung dar. Als weiterführende Diagnostik kann die serologische Testung mit rekombinanten Allergenen im Rahmen der komponentenbasierten Diagnostik zur weiteren Differenzierung einer echten Sensibilisierung beitragen (Bienengift: Api m 1, 3 und 10 und Wespengift/Feldwespengift: Ves v 1 und Ves v 5/Pol d 5) von einer Kreuzreaktivität zwischen Spezies (Hyaluronidase: Api m 2 und Dipeptidylpeptidase: Api m 5) beitragen.3

Bis zu 50 Prozent der Insektengiftallergiker testen positiv auf Bienen- und Wespengift .4

Die komponentenbasierte Diagnostik mit rekombinanten Insektengiftallergenen kann die diagnostische Spezifität verbessern5 – und damit die Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Insektengiftimmuntherapie steigern.

Durch die gezielte Identifizierung von sIgE-Antworten auf molekularer Ebene ermöglicht CRD eine präzisere Diagnose und hilft, spezies-spezifische, ko-reaktive oder kreuzreaktive Sensibilisierungen klar zu unterscheiden.

Allergenkomponenten aus Bienen- und Wespengift

Das ImmunoCAPTM  spezifische IgE-Portfolio bietet eine umfassende Diagnostik für Insektengiftallergien – einschließlich Bienengift, Wespengift und Feldwespengift.

 

Bienengift
(Apis mellifera)

i1

Wespengift
(Vespula vulgaris)
i1 Feldwespengift
(Polistes dominula)
i1

Markerallergene zur Differenzierung

Api m 1 (Phospholipase A2)

Api m 3 (saure Phosphatase)

Api m 10 (Icarpin)

i208
 

i215
 

i217

Ves v 1 (Phospholipase A1)

Ves v 5 (Antigen 5)
 

i211
 

i209

Pol d 5 (Antigen 5)

i210

Kreuzreaktive Allergene

Api m 2 (Hyaluronidase)

Api m 5 (Dipeptidylpeptidase)

i214
 

i216

       

So testen Sie mit ImmunoCAPTM Tests auf spezifisches IgE auf Allergien gegen Insektengifte

Testalgorithmus für Insektengiftallergien herunterladen

Die Diagnostik mit Insektengift-Komponenten unterstützt:

 

bei der Unterscheidung zwischen einer  speziesspezifischen Sensibilisierung  und Kreuzreaktivität2,3

 

bei der Identifizierung des/der relevanten Insektengifts/Gifte2,3

 

bei der Verordnung einer passenden
Immuntherapie (VIT)3

Die Rolle der Tryptase bei der Wahl der Insektengift-Immuntherapie (VIT)

Bei Patienten mit schwerer Anaphylaxie nach Insektenstichen in der Krankengeschichte und negativen Haut- und Serumtests auf Insektengift kann die Diagnose durch einen Serumtryptasetest präzisiert werden. 5

Ein erhöhter basaler Tryptasewert kann - in Kombination mit weiteren klinischen Befunden - ein bedeutender Risikofaktor für wiederholte schwere Reaktionen auf Insektengiftstiche sein und auf die Notwendigkeit einer Insektengift-Immuntherapie (VIT) hinweisen.1,6,7

Tryptase als Wegweiser für die Insektengift-Immuntherapie.1

Bei Insektengiftallergiker mit zugrunde liegender Mastozytose sollte eine lebenslange Immuntherapie in Betracht gezogen werden, da bei Absetzen der VIT ein erhöhtes Rückfallrisiko besteht.6,8  Führende allergologische Fachgesellschaften sind sich über den hohen Stellenwert der Tryptasebestimmung in der Diagnostik einig.

Bei Patienten mit starker Insektenstichreaktion in der Vorgeschichte sollte die Tryptase bestimmt werden.

– EAACI, AAAAI, WAO, ICON2
Vor der Einleitung einer VIT sollte bei Patienten die Tryptase bestimmt werden.

– EAACI, AAAAI, WAO, ICON7

Tryptase-Testergebnisse können entscheidend dazu beitragen:

  • die klinische Beurteilung der Therapieindikation zu unterstützen 6
  • die Insektengift-Immuntherapie (VIT) gezielt zu steuern 7
  • die Entscheidung für eine lebenslange Behandlung zu erleichtern 6,8

 

 

 


 

 

 

 

 

Diagnostische Tests liefern wichtige Antworten. Unsere Experten unterstützen Sie darüber hinaus gerne.

Literatur
  1. Rueff F, et al. Allergol Select 2023;7:154-190.
  2. Dramburg S, et al. Pediatr Allergy Immunol 2023;34(Suppl 28):e13854.
  3. Blank S, et al. J Allergy Clin Immunol Pract 2025;13(1):1-14.
  4. Kosnik M, Korosec P. Allergy Asthma Clin Immunol 2009;5(1):11.
  5. Golden DBK, et al. Ann Allergy Asthma Immunol 2017;118:28-54.
  6. Simons FE, et al. World Allergy Organ J 2014;7(1).
  7. Lange S, et al. Allergol Select 2024;8:299-303.
  8. Schuler CF, et al. J Allergy Clin Immunol 2021;148(5).