Neonatale, pädiatrische und geriatrische Patienten weisen besondere Charakteristika auf, die bei der Diagnose schwerer bakterieller Infektionen zu berücksichtigen sind. Beispiele:
- Bei Neugeborenen sind PCT-Werte unmittelbar nach der Geburt physiologisch erhöht. Daher haben Neugeborene während ihrer ersten drei Lebenstage andere PCT-Referenzwerte als Erwachsene.
- Fieber ist einer der häufigsten Gründe für das Aufsuchen der Notaufnahme und Ambulanz von Kleinkindern, von denen viele keine diagnostisch zuverlässigen Anzeichen und Symptome aufweisen und nach der ersten klinischen Beurteilung die Diagnose Fieber ohne Ursache (FWS) erhalten. Die meisten Patienten leiden unter leichten, klinisch irrelevanten Virusinfektionen. Bei einigen dieser Patienten ist jedoch eine schwere bakterielle Infektion (SBI) die zugrunde liegende Ursache für Fieber. Die frühzeitige Erkennung und Behandlung von Patienten mit SBI wird für die Sicherstellung optimaler Behandlungsergebnisse als unerlässlich erachtet.
- Bei älteren Patienten ist das Auftreten von Sepsis aufgrund von Komorbiditäten, wiederholten und verlängerten Krankenhausaufenthalten, verringerter Immunität, funktionellen Einschränkungen und Gebrechlichkeit viel höher als bei jüngeren Erwachsenen. Darüber hinaus kann das anfängliche klinische Bild mehrdeutig sein, und neben Verwirrung und Desorientierung kann die kognitive Funktion beeinträchtigt sein, was dazu führen kann, dass Patienten Schwierigkeiten haben, ihre Symptome zu beschreiben.
Zwar ist es wichtig, zu verstehen, wie eine Infektion bei Patienten in verschiedenen Lebensphasen aussieht, doch das Alter kann bei der Beurteilung der Infektion nicht die einzige Überlegung sein; der allgemeine physische Status des Patienten muss ebenfalls berücksichtigt werden.1 Mit einem umfassenden Überblick über Alter und Zustand der Patienten können Ärzte schneller und genauer diagnostizieren und gleichzeitig Eskalationen von sekundären Infektionen wie Pneumonie und sogar auch Sepsis verhindern.