Bei verschiedenen neurologischen Erkrankungen, wie z. B. Multipler Sklerose, wird eine intrathekale Immunglobulinsynthese beobachtet1.
Der traditionelle Ansatz zur Beurteilung der intrathekalen Immunglobulinsynthese ist der Nachweis von liquorspezifischen oligoklonalen IgG-Banden (OKB)2.
Die Bestimmung der OKB verwendet eine spezielle Gel-Technik, deren Auswertung hochqualifiziertes Personal erfordert.
Selbst wenn erfahrene Fachleute die Ergebnisse interpretieren, kann eine Variabilität zwischen Laboren und Begutachtern
beobachtet werden3.
“[…] one of the clear advantages of кFLC is the reliable and rater-independent determination, which should overcome technical difficulties and finally allow a widespread use.”
Hegen, Multiple Sclerosis 20224
Der Freelite Mx Kappa Assay auf dem Optilite®-Analyser misst die Konzentration der Freien Leichtketten (FLC) Kappa in Liquor und Serum. Diese Werte werden zusammen mit den Liquor- und Serumalbumin-Messungen zur Berechnung des Kappa-Index verwendet.
Der Kappa-Index wird in den McDonald-Kriterien 2024 für die Diagnose von Multipler Sklerose als austauschbar mit dem OKB-Nachweis eingestuft5.
Der Prozess zur Beurteilung der intrathekalen Immunglobulinsynthese kann mit dem Freelite Mx Assay, der auf dem Optilite-Analyser durchgeführt wird, im Labor vereinfacht werden.
Eine Studie von Sanz Diaz6 et al. bewertete die Reagenzkosten und den Zeitaufwand zur Bestimmung des Kappa-Index für 252 Serum-/Liquor-Probenpaare im Vergleich zum traditionellen Nachweis von OKB. Die Verwendung des Kappa-Index führte zu signifikanten Zeiteinsparungen und Kostensenkungen.
Adaptiert nach Sanz Diaz Front Neurol 2021.
Eine intrathekale Immunglobulinsynthese ist charakteristisch für Multiple Sklerose2. Eine erhöhte Konzentration von FLC Kappa im Liquor weist auf eine intrathekale Immunglobulinsynthese hin3.
Eine gestörte Blut-Hirn-Schranke kann jedoch auch dazu führen, dass FLC Kappa in den Liquor gelangen, so dass der Ursprung der FLC Kappa im Liquor identifiziert werden muss4.
Berechnungen, die FLC Kappa im Liquor/Serum und den Albumin-Quotienten im Liquor/Serum mit einbeziehen, wie z.°B. der Kappa-Index, helfen bei der Unterscheidung, ob FLC Kappa intrathekal produziert wurden oder aus dem Serum stammen3.
In Fällen, in denen auch der Albuminwert im Liquor erhöht ist, ist ein Anstieg von FLC Kappa im Liquor wahrscheinlich nicht auf eine intrathekale Synthese zurückzuführen, da ein erhöhter Albuminwert im Liquor auf eine gestörte Blut-Hirn-Schranke hindeutet3.
Insgesamt besteht eine gute Übereinstimmung zwischen dem Kappa-Index und der absoluten FLC-Kappa-Konzentration im Liquor. Der Kappa-Index scheint jedoch in Fällen mit einer geringen oder mäßigen intrathekalen Produktion von Freien Leichtketten Kappa überlegen zu sein3.
Bestimmen Sie den Liquor/Serum-Quotienten auf einem Analyser mit Assays, die für die Messung sowohl von Liquor- als auch Serumproben konzipiert sind.
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