Familiäres Risiko
bei Zöliakie

Zöliakie tritt bei Personen mit bestimmten prädisponierenden genetischen Faktoren auf, die sowohl HLA- als auch Nicht-HLA-Genvarianten einbeziehen.1,2


Durch diese genetische Veranlagung kann Zöliakie familiär gehäuft auftreten. Das Erkrankungsrisiko hängt davon ab, wie eng die Verwandtschaft zu einer betroffenen Person ist:1

In einer retrospektiven Kohortenstudie mit 104 Zöliakie-Patienten und deren Verwandten ersten Grades in den USA zeigte sich Folgendes:3

Von 360 gescreenten Verwandten ersten Grades wurde bei
44 %
Zöliakie diagnostiziert
Von 148 Verwandten ersten Grades, bei denen eine Zöliakie diagnostiziert wurde:
hatten 6 % klassische Symptome
hatten 66 % nicht-klassische Symptome
waren 28 % asymptomatisch


Mehr als 90 % der Personen mit Zöliakie weisen einen HLA-DQ2- oder HLA-DQ8-Haplotyp auf. Bis zu 40 % der Allgemeinbevölkerung sind Träger dieser DQ-Typen, aber bei nur ca. 3 % der Bevölkerung liegt eine Zöliakie vor. Das deutet darauf hin, dass es weitere Faktoren gibt, die mit den Haplotypen zusammenwirken und die Erkrankung auslösen.4

Genetischer HLA-Test

  • Bei Personen mit Zöliakie sind die häufigsten HLA-Haplotyp-Kombinationen in der Reihenfolge ihrer Prävalenz DQ2.5/DQ2.5, DQ2.5/DQ2.2 und DQ2.5/DQ2.85
  • Ein negativer HLA-Test kann für den Ausschluss von Zöliakie hilfreich sein, da die Wahrscheinlichkeit, ohne entsprechenden HLA-Haplotyp eine Zöliakie zu entwickeln, gering ist5

 

Leitlinien: Gewebetransglutaminase-IgA-Autoantikörper (IgA tTg) und DQ-Test bei Verwandten von Betroffenen mit Zöliakie

  1. Murch S, Jenkins H et al. Joint BSPGHAN and Coeliac UK guidelines for the diagnosis and management of coeliac disease in children. Arch Dis Child 2013;98:806-811
  2. Al-Toma A, Volta U et al. European Society for the Study of Coeliac Disease (ESsCD) guideline for coeliac disease and other gluten-related disorders. United European Gastroenterol J 2019;7:583-613
  3. Nellikkal S S, Hafed Y et al. High prevalence of celiac disease among screened first-degree relatives. Mayo Clin Proc 2019;94:1807-1813
  4. Sallese M, Lopetuso L R et al. Beyond the HLA genes in gluten-related disorders. Front Nutr 2020;7:575844
  5. Almeida L M, Gandolfi L et al. Presence of DQ2.2 associated with DQ2.5 increases the risk for celiac disease. Autoimmune Dis 2016;2016:5409653
  6. https://www.dgvs.de/leitlinien/oberer-gi-trakt/zoeliakie/
  7. Ludvigsson J F, Bai J C et al. Diagnosis and management of adult coeliac disease: guidelines from the British Society of Gastroenterology. Gut 2014;63:1210-1228
  8. European Society for Paediatric Gastroenterology, Heptology and Nutrition (ESPGHAN). 2022 ESPGHAN position paper on follow-up and management of coeliac disease. Auf: https://www.espghan.org/knowledge-center/publications/Gastroenterology/ESPGHAN-Position-Paper-on-Follow-up-of-Coeliac-Disease-. Stand: Januar 2025.
  9. Rubio-Tapia A, Hill I D et al. American College of Gastroenterology guidelines update: diagnosis and management of celiac disease. Am J Gastroenterol 2023;118:59-76

 

© NICE 2015 Coeliac disease: recognition, assessment and management. Auf: www.nice.org.uk/guidance/ng20. Alle Rechte vorbehalten. Vorbehaltlich der Rechtshinweise.

Die NICE-Leitlinie ist für den National Health Service in England vorgesehen. Jede NICE-Leitlinie unterliegt einer regelmäßigen Überprüfung und kann aktualisiert oder zurückgezogen werden. Das NICE übernimmt keine Verantwortung für die Verwendung seiner Inhalte in diesem Produkt/dieser Publikation.