Betroffene mit diagnostizierter Zöliakie können einiges tun, um ihre Beschwerden zu mildern und ein gesundes, normales Leben zu führen.
Die einzige Behandlung bei Zöliakie ist eine strikte glutenfreie Ernährung.1,2 Denn der Verzehr von Gluten kann die Darmschleimhaut schädigen.3 Erfahren Sie mehr über die Auswirkungen von Gluten auf den Darm >
Eine konsequente glutenfreie Ernährung ist wichtig, um Symptome zu lindern und kann zudem das Risiko weiterer gesundheitlicher Probleme senken:
Knochenerkrankungen
Personen mit Zöliakie haben ein erhöhtes Risiko, an einer Knochenerkrankung (Osteoporose) zu erkranken und Knochenbrüche zu erleiden, im Vergleich zu Menschen ohne Zöliakie. Im ersten Jahr einer glutenfreien Ernährung werden die Knochen aller Wahrscheinlichkeit nach wieder stärker, wodurch das Risiko für Knochenprobleme sinkt.2
Hautprobleme (Dermatitis herpetiformis)
Personen mit Zöliakie können Dermatitis herpetiformis entwickeln, einen stark juckenden Ausschlag mit Blasenbildung auf der Kopfhaut, an den Schultern, am Gesäß, an den Ellenbogen und an den Knien. Etwa 13 von 100 Personen mit Zöliakie leiden auch an Dermatitis herpetiformis. Dermatitis herpetiformis lässt sich in der Regel durch eine glutenfreie Ernährung gut kontrollieren.4
Autoimmunerkrankungen, die mit Zöliakie in Verbindung stehen
Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung, d. h. das Immunsystem schädigt irrtümlich den eigenen Körper.5 Personen mit Zöliakie haben ein erhöhtes Risiko, weitere Autoimmunerkrankungen zu entwickeln, insbesondere wenn solche in der Familie vorkommen oder die Zöliakie bereits in jungem Alter diagnostiziert wurde.5 Dies wird als Polyautoimmunität bezeichnet. Bis zu 15 von 100 Personen mit Zöliakie haben eine weitere Autoimmunerkrankung.5
Die Einhaltung einer glutenfreien Ernährung ist wichtig, da sie dazu beitragen kann, dieses Risiko zu senken.5
Milzprobleme (Hyposplenismus)
Etwa 30 % der Erwachsenen mit Zöliakie entwickeln ein Problem mit ihrer Milz, was bedeutet, dass sie nicht so funktioniert, wie sie sollte (sogenannter Hyposplenismus).6 Dieses Risiko kann durch eine strikte glutenfreie Ernährung reduziert werden.
Krebs
Eine langfristige Nichteinhaltung der glutenfreien Ernährung wird mit einem erhöhten Risiko für bestimmte Krebsarten in Verbindung gebracht. Eine strikt glutenfreie Ernährung kann das Risiko verringern, an Krebs im Dickdarm, im Mund und Rachen (oropharyngealer Krebs) und im Dünndarm zu erkranken.9
Manche Menschen fühlen sich schon wenige Tage nach dem Verzicht auf Gluten besser, bei anderen kann es jedoch länger dauern. Dies liegt daran, dass die durch den Verzehr von Gluten verursachten Darmschäden 6 Monate oder länger zur Heilung benötigen können.10,11 Wenn Ihre Beschwerden stärker werden oder Sie sich Gedanken wegen der glutenfreien Ernährung machen, sprechen Sie mit einem Mitglied Ihres Behandlungsteams.
In der Regel setzen die Beschwerden innerhalb weniger Stunden nach dem Verzehr von Gluten ein. Sie können Stunden bis Tage anhalten.12
Die glutenfreie Ernährung trägt nachweislich dazu bei, sowohl das körperliche als auch das seelische Wohlbefinden von Menschen mit Zöliakie zu verbessern.13
Regelmäßige ärztliche Kontrollen helfen dabei, die glutenfreie Ernährung langfristig erfolgreich einzuhalten und eine passende Unterstützung zu gewährleisten.2
Ihr Arzt wird Ihnen mitteilen, wie oft solche Kontrolluntersuchungen erforderlich sind, und deren Einhaltung ist sehr wichtig. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen stellen sicher, dass Sie gut betreut werden und über mögliche Änderungen im Umgang mit Ihrer Erkrankung informiert bleiben.2 Jährliche Nachsorgetermine können bei einem Hausarzt, einem Gastroenterologen (auf Probleme des Verdauungssystems spezialisierte Ärzte) oder einer Fachpflegekraft bzw. einem Ernährungsberater stattfinden.14
Bei jedem jährlichen Termin geschieht Folgendes:2
Wenn bei diesen Terminen Auffälligkeiten festgestellt werden, müssen Sie möglicherweise für weitere Untersuchungen einen Facharzt aufsuchen. Diese können weitere Blutuntersuchungen oder Knochenscans umfassen.2
Kinder sollten 6 bis 12 Monate nach der Diagnose einer Zöliakie und danach jährlich untersucht werden. Ihre Körpergröße und ihr Körpergewicht werden gemessen, um ihr Wachstum und ihre Entwicklung zu kontrollieren.15
Ihr Arzt sollte Sie an eine Ernährungsfachkraft überweisen, die auf glutenfreie Ernährung spezialisiert ist.2,8 Eine solche Fachperson kann Ihnen helfen:
Zöliakie-Fachgesellschaften und Selbsthilfegruppen bieten Unterstützung für ein Leben ohne Gluten. Dort gibt es auch hilfreiche Informationen und kostenlose Materialien für Betroffene mit Zöliakie.
Die wichtigsten gemeinnützigen Organisationen und Supportgruppen für Zöliakie sind:
In Deutschland: Deutsche Zöliakie Gesellschaft e.V.
In Österreich: Österreichische Arbeitsgemeinschaft Zöliakie
In der Schweiz: IG Zöliakie der Deutschen Schweiz
Eine glutenfreie Ernährung, regelmäßige Kontrolltermine und der Austausch in einer Selbsthilfegruppe sind gute Wege, um langfristig beschwerdefrei zu bleiben.
Für weitere medizinische Beratung wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt.