Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Zöliakie

Haben Sie Fragen zum Thema Zöliakie? Sehen Sie sich die folgenden Antworten an, um mehr über Zöliakie zu erfahren.

Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung, die durch den Verzehr von Gluten hervorgerufen wird. Das bedeutet, dass das Immunsystem die Gewebe im Darm angreift, wenn die Betroffenen Gluten zu sich nehmen. Dies kann zu Schäden am Darm führen, die es dem Körper erschweren, Nährstoffe richtig aufzunehmen.1,2

 

Weitere Informationen darüber, was bei Verzehr von Gluten mit dem Darm passiert >

Zu den häufigen Symptomen einer Zöliakie gehören:3

  • Durchfall
  • Obstipation
  • Bauchschmerzen
  • Blähbauch

Es gibt auch Zöliakie-Symptome, die nicht das Magen-Darm-System betreffen.1

 

Weitere Informationen über die Symptome von Zöliakie >

Zöliakie ist häufig und betrifft etwa 1 von 100 Erwachsenen und Kindern in Europa.1,4 Allerdings ist bei drei Vierteln (75 %) der Betroffenen die Erkrankung nicht diagnostiziert.5*

 

Weitere Informationen über das Risiko, von Zöliakie betroffen zu sein >

 

*Diese Statistiken stammen aus einer in Norwegen durchgeführten Studie.5

Wenn Sie vermuten, von Zöliakie betroffen zu sein, sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihren Verdacht und Ihre Beschwerden. Bestätigt sich dieser, wird ein Test auf Zöliakie angeordnet.

 

Zöliakie kann mit Hilfe einer Blutuntersuchung diagnostiziert werden. Ihr Arzt entnimmt Ihnen eine Blutprobe, die anschließend in einem Labor untersucht wird; die Ergebnisse werden dann an Ihren Arzt zurückgeschickt.

 

Es ist wichtig weiterhin Gluten zu sich zu nehmen, bevor Sie sich untersuchen lassen. Wenn Sie dies nicht tun, sind die Testergebnisse möglicherweise ungenau und es kann keine korrekte Diagnose gestellt werden.2

 

Weitere Informationen über Tests auf Zöliakie >

Es gibt keine Heilung für Zöliakie. Die einzige Behandlung ist eine strikte lebenslange glutenfreie Ernährung.1 Der konsequente Verzicht auf Gluten in der Ernährung ist wichtig, um die Beschwerden zu lindern, und kann auch das Risiko anderer gesundheitlicher Probleme im Zusammenhang mit der Zöliakie senken.

 

Erfahren Sie mehr darüber, warum eine glutenfreie Ernährung bei Betroffenen mit Zöliakie wichtig ist >

Unbehandelt kann Zöliakie im Laufe der Zeit zu Mangelernährung2 und anderen schwerwiegenden chronischen gesundheitlichen Komplikationen führen. Zöliakie kann andere Gesundheitsprobleme verursachen, wie zum Beispiel:

  • Brüchige Knochen (Osteoporose)2
  • Hautprobleme (Dermatitis herpetiformis)6
  • Erhöhtes Infektionsrisiko (Hyposplenismus)2,7
  • Erhöhtes Risiko für Probleme mit dem Fortpflanzungssystem (bei Frauen und Männern)8–10
  • Erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen (Dickdarm, Mund und Rachen, Dünndarm)11

Normalerweise beginnen die Beschwerden innerhalb weniger Stunden nach dem Verzehr von Gluten und können Stunden bis Tage anhalten. Bei den meisten Betroffenen treten Reaktionen auf Gluten innerhalb einer Stunde nach dem Verzehr von Gluten auf und klingen innerhalb von 2 Tagen ab.12

Nein. Obwohl Zöliakie und Glutenunverträglichkeit ähnliche Beschwerden verursachen (wie Blähbauch und Durchfall), handelt es sich um unterschiedliche Erkrankungen.13

Bei Zöliakie reagiert das Immunsystem des Körpers auf Gluten und verursacht Probleme. Es handelt sich um eine sogenannte Autoimmunerkrankung, d. h. das Immunsystem schädigt den Körper irrtümlich.1

Bei einer Glutenunverträglichkeit treten nach dem Verzehr von Gluten Beschwerden auf. Es handelt sich aber nicht um eine allergische Reaktion oder Autoimmunreaktion.14

Es gibt Zöliakie-Fachgesellschaften und Support- bzw. Selbsthilfegruppen, an die Sie sich wenden können, wenn Sie Hilfe beim Verzicht auf Gluten in der Ernährung benötigen. Dort gibt es auch hilfreiche Informationen und kostenlose Ressourcen für Betroffene mit Zöliakie sowie deren Familien und Freunde.

Die wichtigsten gemeinnützigen Organisationen und Supportgruppen für Zöliakie sind:

In Deutschland: Deutsche Zöliakie Gesellschaft e.V.

In Österreich: Österreichische Arbeitsgemeinschaft Zöliakie

In der Schweiz: IG Zöliakie der Deutschen Schweiz

 

 

  1. Gujral N, Freeman H J, Thomson A B. Celiac disease: prevalence, diagnosis, pathogenesis and treatment. World J Gastroenterol 2012;18:6036-6059
  2. Al-Toma A, Volta U et al. European Society for the Study of Coeliac Disease (ESsCD) guideline for coeliac disease and other gluten-related disorders. United European Gastroenterol J 2019;7:583-613
  3. Frissora C L, Koch K L. Symptom overlap and comorbidity of irritable bowel syndrome with other conditions. Curr Gastroenterol Rep 2005;7:264-271
  4. European Society for Paediatric Gastroenterology, Heptology and Nutrition (ESPGHAN). Paediatric coeliac disease. Earlier diagnosis for better lifelong health: a manifesto for change. Auf: https://www.espghan.org/dam/jcr:3e76ffdf-a838-484f-8c8c-056cef2522de/Paediatric_Coeliac_Disease_Manifesto_FINAL_30.04.pdf. Stand: Januar 2025.
  5. Kvamme J M, Sorbye S et al. Population-based screening for celiac disease reveals that the majority of patients are undiagnosed and improve on a gluten-free diet. Sci Rep 2022;12:12647
  6. Salmi T T. Dermatitis herpetiformis. Clin Exp Dermatol 2019;44:728-731
  7. Rubio-Tapia A, Hill I D et al. American College of Gastroenterology guidelines update: diagnosis and management of celiac disease. Am J Gastroenterol 2023;118:59-76
  8. Prasad S, Singh P et al. Reproductive functions and pregnancy outcome in female patients with celiac disease. J Gastroenterol Hepatol 2024;39:1310-1317
  9. Freeman H J. Reproductive changes associated with celiac disease. World J Gastroenterol 2010;16:5810-5814
  10. Vanderhout S M, Rastegar Panah M et al. Nutrition, genetic variation and male fertility. Transl Androl Urol 2021;10:1410-1431
  11. Kalra N, Mukerjee A et al. Current updates on the association between celiac disease and cancer, and the effects of the gluten‑free diet for modifying the risk (review). Int J Funct Nutr 2022;3:2
  12. Silvester J A, Graff L A et al. Symptomatic suspected gluten exposure is common among patients with coeliac disease on a gluten-free diet. Aliment Pharmacol Ther 2016;44:612-619
  13. Rej A, Aziz I, Sanders D S. Coeliac disease and noncoeliac wheat or gluten sensitivity. J Intern Med 2020;288:537-549
  14. Biesiekierski J R, Iven J. Non-coeliac gluten sensitivity: piecing the puzzle together. United European Gastroenterol J 2015;3:160-165