Nachdem Antibiotika allgemein verfügbar wurden, verlagerten sich die häufigsten Todesursachen in vielen Ländern von übertragbaren Krankheiten wie Diphtherie, Cholera und Tuberkulose auf nicht übertragbare Krankheiten, was die Lebenserwartung steigerte.1 Seitdem werden Antibiotika zur Behandlung einer Vielzahl von Krankheiten eingesetzt, um die Ausbreitung von Infektionen zu verhindern und das Risiko von Komplikationen bei stationären Patienten zu reduzieren.
Trotz der vielen Vorteile von Antibiotika hat der übermäßige Einsatz dieser "Wundermittel" zu einer Krise im öffentlichen Gesundheitswesen geführt: der Antibiotikaresistenz. In der Primärversorgung führen ungeeignete Verschreibungspraktiken zu einer erhöhten Exposition gegenüber antimikrobiellen Mitteln, da Patienten Antibiotika verabreicht werden, bei denen sie nicht benötigt werden.2 Der Einsatz von Breitbandantibiotika trägt ebenfalls zu dem Problem bei, da dies antibiotikaresistenten Mikroben ermöglicht, sich zu vermehren und dominant zu werden.
In Krankenhäusern werden Antibiotika eingesetzt, um schwerkranke Patienten zu behandeln und Infektionen nach komplexen chirurgischen Eingriffen zu verhindern. Auch wenn viele Patienten Antibiotika benötigen, um sich von Krankheiten und Verletzungen zu erholen, verbreiten sich antibiotikaresistente Organismen leicht von einem Patienten zum anderen, insbesondere in Krankenhäusern mit offenen Stationen anstelle von Einzel- oder Mehrbettzimmern. Antibiotikaresistente Bakterien gelangen zudem in den Krankenhausabfall und können sich so in der Öffentlichkeit ausbreiten.3
Antibiotikaresistenzen erschweren die Behandlung bakterieller Infektionen und führen zu längeren Krankenhausaufenthalten und höheren Behandlungskosten. In einigen Fällen erhöht die Antibiotikaresistenz das Risiko, an einer bakteriellen Lungenentzündung oder Wundinfektion zu sterben. Daher bezeichnet die Weltgesundheitsorganisation Antibiotikaresistenz als "eine der größten Bedrohungen" für die menschliche Gesundheit.4
Auch wenn die Antibiotikaresistenz ein großes Problem für die öffentliche Gesundheit darstellt, gibt es Möglichkeiten, eine Eskalation des Problems zu verhindern. Eine der besten Optionen ist die Einrichtung von Antibiotic-Stewardship-Programmen in Krankenhäusern. Diese Programme fördern den verantwortungsbewussten Einsatz von Antibiotika, verringern die Ausbreitung arzneimittelresistenter Organismen und schützen Patienten vor Infektionen, die schwierig und teuer zu behandeln sind.
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Antibiotika sind ein zweischneidiges Schwert. Wenn Antibiotikatherapie verwendet wird, wenn sie nicht angezeigt ist oder wenn sie zu lange oder zu breit eingesetzt wird, führt dies nicht nur zu einer erhöhten Antibiotikaresistenz, sondern kann auch die Sterblichkeit erhöhen. Die Lösung für dieses Problem nennt sich Antibiotic-Stewardship (ABS).
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Es gibt keine einheitliche Vorlage für ein ABS-Programm, das zu einer optimalen Verschreibung von Antibiotika führt. Dennoch können effektive Programme in verschiedenen Krankenhaustypen implementiert werden, sofern ein nachhaltiges Engagement für das Programm besteht. Eine starke Unterstützung durch die Führung und ein multidisziplinärer Ansatz sind entscheidend für den Erfolg.
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Diagnostik ist ein integraler und wesentlicher Bestandteil eines ABS-Programms. Procalcitonin (PCT) ist ein schnell reagierender Biomarker, der spezifisch auf eine bakterielle Infektion hinweist. PCT gibt Aufschluss über die Wahrscheinlichkeit
einer klinisch relevanten bakteriellen Infektion und das Risiko einer Krankheitsprogression hin zur Sepsis und zum septischen Schock und unterstützt die Entscheidung über eine Antibiotikatherapie.
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Erfolgreiche Antibiotic-Stewardship-Programme zeichnen sich durch mehrere gemeinsame Elemente aus. Eines der wichtigsten ist ein starkes Engagement der Führungsebene. Die Krankenhausleitung sollte die Bemühungen von Antibiotic-Stewardship-Programmen unterstützen, indem sie finanzielle und technische Ressourcen für Bildungs-, Schulungs- und Überwachungsmaßnahmen bereitstellt. Auf Abteilungsebene können Führungskräfte zum Erfolg von Antibiotic-Stewardship-Programmen beitragen, indem sie ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Zeit für die Teilnahme an programmbezogenen Aktivitäten geben. Personalverantwortliche in Krankenhäusern sollten außerdem in Erwägung ziehen, Aufgaben im Zusammenhang mit dem verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika in die Stellenbeschreibungen aufzunehmen, um das Engagement der Einrichtung für die Reduzierung eines unangemessenen Antibiotikaeinsatzes zu verdeutlichen.
Es ist außerdem wichtig, eine einzige Führungskraft für die Verwaltung des Programms zu benennen. Große, finanziell gut ausgestattete Einrichtungen können eine Vollzeit-Führungskraft mit Erfahrung bei der Leitung erfolgreicher Initiativen einstellen, während in kleineren Einrichtungen mit begrenzteren finanziellen Mitteln derzeitige Betriebsangehörige die Rolle der Programmleitung zusätzlich zu anderen Aufgaben übernehmen können. Es wird zudem empfohlen, eine(n) Apotheker:in als Co-Führungskraft zu benennen, da diese eine wichtige Rolle bei der sicheren Abgabe von Antibiotika und der Aufklärung anderer über die Risiken einer unangemessenen Verschreibung spielen.5
Eine der wichtigsten Komponenten eines Antibiotic-Stewardship-Programms ist die Umsetzung von Maßnahmen, die dazu beitragen können, den unangemessenen Einsatz von Antibiotika zu verhindern. Dazu kann die Einführung von Antibiotika-"Auszeiten" gehören, die dem behandelnden Arzt die Möglichkeit geben, die Reaktion des Patienten auf die Antibiotika zu beurteilen und zu entscheiden, ob eine weitere Antibiotikatherapie erforderlich ist. Wenn dies der Fall ist, sollte der behandelnde Arzt die Auszeit außerdem dazu nutzen, um zu entscheiden, ob er das gleiche Medikament weiter verwenden oder ein anderes Antibiotikum verschreiben sollte. Jedes Antibiotic-Stewardship-Programm sollte zudem Komponenten zur Nachverfolgung, Berichterstellung und Schulung umfassen.
Antibiotikaresistente Organismen kommen in Gesundheitseinrichtungen häufiger vor als in anderen Umgebungen, was Patienten einem Risiko für schwere Infektionen aussetzt und zu schlechteren Behandlungsergebnissen führt.6 Einer der Gründe, warum Antibiotikaresistenzen für Mediziner so besorgniserregend sind, ist die Tatsache, dass Krankenhauspatienten von Ärzten, Krankenschwestern, Atmungstherapeuten und anderen Mitarbeitern persönlich betreut werden, wodurch sich antibiotikaresistente Organismen schnell verbreiten können.
Hospitalisierte Patienten, insbesondere solche, die auf der Intensivstation behandelt werden, werden außerdem einer Reihe von Behandlungen unterzogen, die dazu führen können, dass antibiotikaresistente Organismen auf das Pflegepersonal, Besucher und andere Patienten übertragen werden. Einige Patienten entwickeln beispielsweise nach dem Legen eines zentralen Zugangs eine Infektion. Diese Infektionen sind häufig schwer zu behandeln und können durch antibiotikaresistente Organismen ausgelöst werden.
Abgesehen von der Gefahr von Antibiotikaresistenz erhöht der Einsatz von antimikrobiellen Mitteln in Krankenhäusern das Risiko schwerer allergischer Reaktionen, von Nervenschäden und von Problemen mit den Sehnen.
Hefepilzinfektionen und Magen-Darm-Beschwerden sind ebenfalls häufige Nebenwirkungen der Einnahme von Antibiotika im Gesundheitsbereich.
Einige Antibiotic-Stewardship-Interventionen werden vorgenommen, bevor Antibiotika verschrieben werden, andere, nachdem ein Patient bereits mit der Einnahme von Antibiotika begonnen hat. Viele Erstmaßnahmen konzentrieren sich auf die Aufklärung von Klinikpersonal, Patienten und der Öffentlichkeit über die Risiken, die mit dem ungeeigneten Einsatz von Antibiotika verbunden sind.7 Krankenhäuser verwenden zudem Antibiogramme, um das Klinikpersonal bei der Auswahl geeigneter Antibiotika für ihre Patienten zu unterstützen. Antibiogramme geben Aufschluss über die Empfindlichkeit gegenüber einer Reihe von Antibiotika und ermöglichen es Ärzten und anderen Gesundheitsdienstleistern, das Antibiotikum zu verschreiben, mit dem eine Infektion am ehesten erfolgreich behandelt werden kann.
Einige Krankenhäuser bekämpfen das Problem der Antibiotikaresistenz, indem sie Listen mit eingeschränkten antimikrobiellen Mitteln erstellen und dafür sorgen, dass die Patientenkarteien genaue Informationen über Antibiotika-Allergien enthalten. Wenn ein Antibiotikum auf die Liste der eingeschränkten antimikrobiellen Mittel gesetzt wird, heißt das nicht, dass es niemals verschrieben werden darf. Stattdessen ist für den Einsatz des Medikaments eine vorherige Genehmigung erforderlich, um sicherzustellen, dass nur Patienten, die das Antibiotikum wirklich benötigen, es erhalten. In Ländern mit hohem Einkommen sind viele Patientenakten mit Allergiehinweisen versehen, die sich als unzutreffend erweisen. Eine Studie, die in BMJ Global Health veröffentlicht wurde, zeigt, dass 90 bis 95 % der angegebenen Penicillin-Allergien falsch sind, was das Problem der Antibiotikaresistenz weiter verschärft.8
Sobald Antibiotika verschrieben werden, gehören Dosisoptimierung, Optimierung der Dauer und Auszeiten zu den häufigsten Maßnahmen. Bei der Dosisoptimierung wird exakt die richtige Dosis eines Antibiotikums festgelegt, die jedem Patienten verabreicht werden soll. Wenn die Dosis zu gering ist, steigt das Risiko einer Antibiotikaresistenz, aber höhere Dosen können zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Die Optimierung der Dauer umfasst die Bestimmung der richtigen Behandlungslänge. Wenn ein Patient die Einnahme eines Antibiotikums nach einigen Tagen abbricht, können verbleibende Bakterien resistent gegen antimikrobielle Mittel werden. Eine zu lange Einnahme von Antibiotika erhöht jedoch das Risiko von Nebenwirkungen.9
Einige Krankenhäuser setzen eine hochwirksame Maßnahme ein, die als Procalcitonin-Test bekannt ist. Procalcitonin ist ein Biomarker, mit dem festgestellt werden kann, ob ein Patient wahrscheinlich eine bakterielle Infektion hat und, wenn ja, wie schwerwiegend diese ist.10 Wenn ein Hochrisikopatient Anzeichen einer Infektion aufweist, erleichtert der PCT-Test den Ärzten die Entscheidung, ob eine Antibiotikatherapie erforderlich ist. Für Patienten, die bereits Antibiotika erhalten, ist der Test eine sichere Methode, um den richtigen Zeitpunkt für das Absetzen der Antibiotika zu bestimmen. Daher sind PCT-Tests ein wertvolles Instrument zur Optimierung der Einsatzdauer antimikrobieller Mittel in Krankenhäusern.
PCT-Tests werden eingesetzt, um den Einsatz von Antibiotika bei der Behandlung von Sepsis, ambulant erworbener Pneumonie und SARS-CoV-2-Patienten zu steuern.11 In der PROGRESS-Studie verringerte sich durch den Einsatz von PCT-Tests die mediane Dauer der Antibiotikabehandlung um 50 % (von 10 auf 5 Tage), die 28-Tage-Sterblichkeitsrate sank um 46 % und die Kosten für den Krankenhausaufenthalt um 19 %, was die Vorteile der Einbeziehung dieser Art von Tests in ein Antibiotic-Stewardship-Programm belegt.12
Nach dem Aufbau eines effektiven Führungsteams ist es von entscheidender Bedeutung, sich die Unterstützung von Laborpersonal, Krankenpflegepersonal, Epidemiologen und IT-Beschäftigten zu sichern. Mitglieder von Laborteams leisten einen wichtigen Beitrag, denn sie können den Informationsfluss von den Laboren zu den klinischen Entscheidungsträgern optimieren. Das Krankenpflegepersonal ist gut positioniert, um Antibiotikaresistenz zu bekämpfen, indem es vor der Verabreichung von Antibiotika Blutkulturen anlegt, Patienten über die Gefahren eines unangemessenen Antibiotikaeinsatzes aufklärt und die Antibiotikabehandlung mit Ärzten und anderen Gesundheitsdienstleistern bespricht.
Epidemiologen tragen wesentlich zum Erfolg von Programmen zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenz bei, da sie ihre analytischen Fähigkeiten nutzen können, um besorgniserregende Trends zu erkennen und den besten Weg für den Einsatz von Antibiotika zu finden, ohne das Problem der Antibiotikaresistenz noch zu verschärfen. IT-Fachleute ermöglichen es diesen Beschäftigten, ihren Stewardship-Pflichten nachzukommen, indem sie ihnen Zugang zu technologischen Ressourcen verschaffen, die zur Optimierung von Arbeitsabläufen, zur Unterstützung von Entscheidungen am Ort der Behandlung und zur Sammlung von Daten über den Antibiotikaeinsatz in Krankenhäusern genutzt werden können.
Für Krankenhäuser, die an der Einführung von Antibiotic Stewardship interessiert sind, ist es wichtig, die richtigen Personen einzusetzen und die effektivsten Maßnahmen zu bestimmen. Nach der Bildung des Führungsteams und der Aufklärung der Mitarbeiter der Abteilung über die Bedeutung von Antibiotic Stewardship besteht der nächste Schritt darin, nach Möglichkeiten zur Optimierung des Antibiotikaeinsatzes zu suchen. Einige Maßnahmen sind infektionsspezifisch. Dazu gehört die Überprüfung von Fällen mit Verdacht auf eine ambulant erworbene Pneumonie nach 48 Stunden, um festzustellen, ob die Symptome des Patienten durch eine bakterielle Pneumonie oder eine nicht-infektiöse Krankheit verursacht wurden.
Krankenhäuser sollten Richtlinien entwickeln, die Ärzten dabei helfen, Wunden zu erkennen, die mit Antibiotika statt mit anderen Medikamenten behandelt werden müssen. Um den Einsatz von Antibiotika bei Patienten mit Verdacht auf Harnwegsinfektionen zu reduzieren, sollte das Antibiotic Stewardship-Team eine Richtlinie erstellen, die den Leistungserbringern im Gesundheitswesen rät, Antibiotika nur dann zu verordnen, wenn Patienten aktive Anzeichen einer Harnwegsinfektion zeigen.
Antibiotic-Stewardship-Teams sollten außerdem innerbetriebliche Richtlinien entwickeln, um sicherzustellen, dass Klinikpersonal und andere Mitarbeiter die Bedeutung einer angemessenen Verschreibung verstehen. Die Führungskräfte von Krankenhäusern können diese Bemühungen stärken, indem sie eine Erklärung über die Bedeutung des Antibiotic Stewardship abgeben und diese Erklärung in Jahresberichten und anderen relevanten Dokumenten veröffentlichen.14 Die Unterstützung durch die Führungskräfte und die Vorstände der Krankenhäuser kann dazu beitragen, die Akzeptanz unter den Beschäftigten zu fördern und so die Wirksamkeit der Bemühungen um das Antibiotic Stewardship zu erhöhen.
Auch wenn ein erfolgreiches Antibiotic-Stewardship-Programm eine erhebliche Investition an Ressourcen erfordert, ist es eine kosteneffektive Möglichkeit, Antibiotikaresistenz zu reduzieren und die Ergebnisse für die Patienten zu verbessern.15
In einer systematischen Übersicht über die Forschung im Zusammenhang mit Antibiotic-Stewardship-Programmen stellten Nathwani et al. fest, dass 69 % der betrachteten Studien zeigten, dass die Umsetzung von Antibiotic-Stewardship-Programmen zu einer Senkung der Betriebskosten für Krankenhäuser führte.16 Die Kosteneinsparungen waren am höchsten in Einrichtungen, die sich auf die Änderung von Antibiotika-Therapierichtlinien und die Erstellung von Listen mit eingeschränkten Antibiotika konzentrierten, deren Einsatz eine Vorabgenehmigung erforderte.
Obwohl Antibiotic-Stewardship-Programme die Patientenergebnisse verbessern, bestehen immer noch einige Hindernisse bei der Umsetzung, insbesondere in Entwicklungsländern. Zu den häufigsten Barrieren in ressourcenbegrenzten Umgebungen gehören die Krankenhausinfrastruktur, mangelnde Ausbildung, eingeschränkter Zugang zu hochwertigen Antibiotika und mangelnder Zugang zu geeigneten Diagnoseinstrumenten.19 In Ländern mit hohem Einkommen sind mangelndes Engagement seitens der Krankenhausleitung und begrenzte finanzielle Mittel einige der häufigsten Herausforderungen.
Ein Antibiotic-Stewardship-Programm ist eine koordinierte Maßnahme zur Verringerung von Antibiotikaresistenz und zur Verbesserung der Patientenergebnisse. Ein erfolgreiches Stewardship-Programm reduziert auch die Ausbreitung von Infektionen, die durch antibiotikaresistente Organismen verursacht werden.
Antibiotic Stewardship ist wichtig, um die aktuelle Krise der Antibiotikaresistenz zu bewältigen. Da Bakterien immer resistenter gegen gängige Antibiotika werden, wird die Behandlung von Infektionen immer schwieriger und teurer. Antibiotikaresistenz birgt zudem das Risiko schwerer Komplikationen und trägt zu einer erhöhten Sterblichkeitsrate bei.
Schnelltests sind wichtig, da sie dem Klinikteam dabei helfen, bessere Entscheidungen zu treffen. Wenn ein Schnelltest zeigt, dass ein Patient wahrscheinlich eine schwere bakterielle Infektion entwickelt, kann der behandelnde Arzt sofort Antibiotika verschreiben, was das Risiko von Komplikationen verringert. Schnelltests können auch eingesetzt werden, um die Dauer der Antibiotikatherapie zu optimieren und so das Risiko von Infektionen durch antibiotikaresistente Organismen zu reduzieren.
Die Anwendung von Best Practices bei einem Antibiotic-Stewardship-Programm hat viele Vorteile für Krankenhäuser und Patienten. Auf Krankenhausebene kann ein Antibiotic-Stewardship-Programm dazu beitragen, die Ausbreitung von Infektionen zu verhindern, die schwierig und teuer zu behandeln sind, und so Ressourcen sparen, die dann an anderer Stelle eingesetzt werden können. Außerdem können Antibiotic-Stewardship-Programme die Betriebskosten in einigen Krankenhäusern senken. Die Patienten profitieren von Antibiotic Stewardship durch bessere Ergebnisse.
Die Kosten für die Implementierung eines Antibiotic-Stewardship-Programms hängen von vielen Faktoren ab, z. B. von der Größe des Krankenhauses und den ergriffenen Maßnahmen. Eine Studie an US-Kinderkrankenhäusern hat ergeben, dass diese Programme zwischen 17.000 und 388.500 US-Dollar pro Jahr kosten.23 Dabei darf nicht außer acht gelassen werden, dass Antibiotic Stewardship eine Investition in bessere Patientenergebnisse und in die Bekämpfung des Problems der Antibiotikaresistenz auf lokaler Ebene ist.
Antibiotic Stewardship bekämpft Antibiotikaresistenz, indem es den unangemessenen Einsatz von Antibiotika regelt. Wenn Antibiotika nur bei den Personen eingesetzt werden, die sie wirklich benötigen, haben Bakterien weniger Möglichkeiten, eine Resistenz gegen das Medikament zu entwickeln.
Antibiotic Stewardship kommt Patienten zugute, da sie die erforderliche Antibiotikatherapie erhalten, ohne unnötig viel Antibiotika einzunehmen. Außerdem hilft ein solches Programm Medizinern, die Antibiotikadosen und die Therapiedauer zu optimieren und so das Risiko von unerwünschten Nebenwirkungen zu verringern.
Jeder Beschäftigte, der mit Patienten in Kontakt kommt oder eine Führungsrolle innehat, ist für Antibiotic Stewardship im Krankenhaus verantwortlich. Die Führungskräfte der Krankenhäuser tragen zu diesen Programmen bei, indem sie finanzielle und technische Ressourcen zur Verfügung stellen und so signalisieren, dass Antibiotic Stewardship eine Priorität darstellt. Die Abteilungsleitungen sind dafür verantwortlich, die Beschäftigten über die Einhaltung der Krankenhausrichtlinien in Bezug auf Antibiotic Stewardship aufzuklären und zu schulen. Einzelne Beschäftigte können Stewardship-Programme zum Erfolg führen, indem sie sich zu Wort melden, wenn sie hinsichtlich des Antibiotikaeinsatzes in ihrer Abteilung besorgt sind.
Mehrere Studien haben die Wirksamkeit von Antibiotic-Stewardship-Programmen im Hinblick auf verbesserte Patientenergebnisse und niedrigere Betriebskosten nachgewiesen. So zeigte die PROGRESS-Studie, dass die Kosten für Krankenhausaufenthalte bei Patienten mit Sepsis um 19 % gesunken sind. In einer Studie unter der Leitung von Erika M.C. D'Agata stellten die Forscher fest, dass Antibiotic-Stewardship-Programme wahrscheinlich mehr als 2.100 Infektionen verhindern, die jedes Jahr durch multiresistente Keime verursacht werden.24 Außerdem stellten sie fest, dass Antibiotic-Stewardship-Programme mehr als 600 Menschen das Leben retten und die Kosten jährlich um etwa 5 % senken könnten.